Dieser Aussichtsturm ist in der Schweiz einzigartig – und danach gibt's viel Genuss
Diesen Turm hast du vermutlich auch schon gesehen. Denn der Mont Pèlerin steht prominent zwischen Vevey und Lausanne. Auffällig ist insbesondere der TV-Turm mit der riesigen Antenne, welche 122 Meter aus dem bewaldeten Gipfel in den Himmel reicht. Und das Beste: Du kannst da rauf. Also bis zur Aussichtsplattform auf 64 Metern.
Den Gipfel – oder vielleicht besser: Höhenrücken – auf 1079 Metern erreichst du am einfachsten mit der Standseilbahn von Vevey aus (die Bahn wurde nach knapp drei Monaten Revision am 11. September wiedereröffnet).
Von der Bergstation musst du aber schon noch rund 45 Minuten und 300 Höhenmeter hinauf. Nach steilem Start über einige Treppen wird der Weg flacher.
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Die 64 Meter auf die Aussichtsplattform bewältigst du bequem mit einem Panoramalift (Erwachsene 5 Franken). Es ist ein genialer Moment, wenn du aus dem Wald in die Höhe fährst und sich dir der Blick uf den Lac Léman und die Alpen eröffnet.
Oben auf dem Funkturm hast du dann die volle 360-Grad-Rundumsicht. Spätestens jetzt wird dir klar, warum der Aussichtsturm «Plein ciel» (freier Himmel) genannt wird. Es ist übrigens der einzige TV-Turm der Schweiz, der eine öffentliche Aussichtsplattform bietet. Diese ist normalerweise von Ostern bis November geöffnet.
Was der Blick da oben auch freigibt, ist das bekannte Weinberg-Gebiet Lavaux. Seit 2007 gehört dieses zum UNESCO-Welterbe und ist das grösste zusammenhängende Weinanbaugebiet der Schweiz.
In den steilen Hängen gibt es nur Reben oder Dörfer. Keine Kuhweiden, keine Getreidefelder oder Obstplantagen. Nur Wein. Und zu diesen Terrassen geht die Wanderung jetzt weiter. Auf dem Weg nach Chexbres vernichtest du rund 600 Höhenmeter, bevor du unterhalb des Dorfes in die Weinberge eintauchst.
Rund 10'000 Weinstock-Terrassen verteilen sich hier an den Hängen. Bald kommst du zum Aussichts- und Picknickplatz oberhalb von Rivaz, direkt oberhalb der Felsen. Ein herrlicher Ort. Der Blick über die Weinreben auf den See und in die Berge – traumhaft.
Ab hier bist du für einen aussichtsreichen Abschnitt auf der Route des Grands Crus de Lavaux mit diversen Infotafeln unterwegs. Es ist eindrücklich, wie die Terrassen im steilen Gelände Platz für den Weinanbau geschaffen haben. Schon vor 1000 Jahren wurden diese angelegt. Vermutlich bauten zuvor die Römer hier auch schon Wein an. Die Steigungen im Gebiet Dézaley betragen bis zu 100 Prozent (45 Grad). Vermutlich handelt es sich um den steilsten Weinberg der Welt.
Hier, im Herzen des Lavaux, werden sämtliche Arbeiten in Handarbeit erledigt. Keine Maschine kann im steilen Gelände eingesetzt werden. Es stehen auch einige Transportseilbahnen da und kriminell-steile Einschienen-Zahnradbahnen mit einem Sitzplatz.
Bei der Clos des Moines (Weinberge der Mönche) entscheide ich mich für den steilen Weg hinauf zur Bahnlinie. Du könntest auch mehr oder weniger flach weiter bis Epesses. Ich möchte aber noch an der Tour de Marsens, dem mittelalterlichen Turm mitten in den Reben, vorbei.
Oben bei Les Grangettes bist du praktisch direkt unterhalb der Ausfahrt des Zugtunnels – einem der schönsten Momente auf dem Schweizer Schienennetz –, wo sich der Blick auf das Lavaux mit den kleinen Dörfern und dem See öffnet.
Für die Steigung kannst du dich hier auf der Terrasse des Weinhändlers Gaillard belohnen. Die Wanderung führt weiter durch Epesses, eines dieser kleinen Nester mit engen Gassen mitten im Weinberg. Und auch hier fehlt das Aussichtsbänkli nicht. Auch wenn sich das Lavaux jetzt im Herbst in den schönsten Farben präsentiert, sie ist definitiv nicht nur für Weinliebhaber.
Solange es die Temperaturen zulassen, kannst du dich am Ende im Lac Léman erfrischen, der Wanderweg führt auf den letzten Metern eh direkt am See entlang. Bei Cully hat es einige schöne Zugänge zum Wasser. Und auch hier gilt: Die Altstadt ist nett und du kannst die Weinhandlungen kaum verpassen.
