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Das macht den Mont Pèlerin und die Lavaux in der Schweiz einzigartig

Mont Pèlerin Plein Ciel
Hier ragt die Aussichtsplattform Plein Ciel auf dem TV-Turm aus dem Wald.Bild: Shutterstock
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Schweiz der Rekorde

Dieser Aussichtsturm ist in der Schweiz einzigartig – und danach gibt's viel Genuss

Diese Wanderung kombiniert grad zwei Rekorde miteinander. Oder eigentlich sogar drei. Es beginnt mit einem speziellen Aussichtsturm, führt durch ein einzigartiges Gebiet und endet am See. Kurz: Genuss kommt hier nicht zu kurz.
15.09.2026, 10:5215.09.2026, 10:52

Diesen Turm hast du vermutlich auch schon gesehen. Denn der Mont Pèlerin steht prominent zwischen Vevey und Lausanne. Auffällig ist insbesondere der TV-Turm mit der riesigen Antenne, welche 122 Meter aus dem bewaldeten Gipfel in den Himmel reicht. Und das Beste: Du kannst da rauf. Also bis zur Aussichtsplattform auf 64 Metern.

Den Gipfel – oder vielleicht besser: Höhenrücken – auf 1079 Metern erreichst du am einfachsten mit der Standseilbahn von Vevey aus (die Bahn wurde nach knapp drei Monaten Revision am 11. September wiedereröffnet).

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Gleich zu Beginn der Wanderung geht es im Wald diese Treppen steil hinauf.Bild: Reto Fehr

Von der Bergstation musst du aber schon noch rund 45 Minuten und 300 Höhenmeter hinauf. Nach steilem Start über einige Treppen wird der Weg flacher.

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Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Überraschende Begegnung kurz vor dem Aussichtsturm mit dieser einsamen Gämse.Bild: Reto Fehr

Die 64 Meter auf die Aussichtsplattform bewältigst du bequem mit einem Panoramalift (Erwachsene 5 Franken). Es ist ein genialer Moment, wenn du aus dem Wald in die Höhe fährst und sich dir der Blick uf den Lac Léman und die Alpen eröffnet.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Der Funkturm auf dem Mont Pèlerin.Bild: Reto Fehr

Oben auf dem Funkturm hast du dann die volle 360-Grad-Rundumsicht. Spätestens jetzt wird dir klar, warum der Aussichtsturm «Plein ciel» (freier Himmel) genannt wird. Es ist übrigens der einzige TV-Turm der Schweiz, der eine öffentliche Aussichtsplattform bietet. Diese ist normalerweise von Ostern bis November geöffnet.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Blick vom Plein Ciel auf den Lac Léman Richtung Lausanne und Genf.Bild: Reto Fehr

Was der Blick da oben auch freigibt, ist das bekannte Weinberg-Gebiet Lavaux. Seit 2007 gehört dieses zum UNESCO-Welterbe und ist das grösste zusammenhängende Weinanbaugebiet der Schweiz.

In den steilen Hängen gibt es nur Reben oder Dörfer. Keine Kuhweiden, keine Getreidefelder oder Obstplantagen. Nur Wein. Und zu diesen Terrassen geht die Wanderung jetzt weiter. Auf dem Weg nach Chexbres vernichtest du rund 600 Höhenmeter, bevor du unterhalb des Dorfes in die Weinberge eintauchst.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Ab jetzt gibt es nur noch Rebberge und Blicke auf den See und die Alpen.Bild: Reto Fehr

Rund 10'000 Weinstock-Terrassen verteilen sich hier an den Hängen. Bald kommst du zum Aussichts- und Picknickplatz oberhalb von Rivaz, direkt oberhalb der Felsen. Ein herrlicher Ort. Der Blick über die Weinreben auf den See und in die Berge – traumhaft.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Leider kommt die Steilheit des Gebiets auf Bildern zu wenig rüber.Bild: Reto Fehr

Ab hier bist du für einen aussichtsreichen Abschnitt auf der Route des Grands Crus de Lavaux mit diversen Infotafeln unterwegs. Es ist eindrücklich, wie die Terrassen im steilen Gelände Platz für den Weinanbau geschaffen haben. Schon vor 1000 Jahren wurden diese angelegt. Vermutlich bauten zuvor die Römer hier auch schon Wein an. Die Steigungen im Gebiet Dézaley betragen bis zu 100 Prozent (45 Grad). Vermutlich handelt es sich um den steilsten Weinberg der Welt.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Im Herzen des Lavaux: die steilsten Rebberge bei Dézaley.Bild: Reto Fehr

Hier, im Herzen des Lavaux, werden sämtliche Arbeiten in Handarbeit erledigt. Keine Maschine kann im steilen Gelände eingesetzt werden. Es stehen auch einige Transportseilbahnen da und kriminell-steile Einschienen-Zahnradbahnen mit einem Sitzplatz.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Mit diesen Gefährten geht es die steilen Terrassen hoch.Bild: Reto Fehr

Bei der Clos des Moines (Weinberge der Mönche) entscheide ich mich für den steilen Weg hinauf zur Bahnlinie. Du könntest auch mehr oder weniger flach weiter bis Epesses. Ich möchte aber noch an der Tour de Marsens, dem mittelalterlichen Turm mitten in den Reben, vorbei.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Blick über die Tour de Marsens Richtung Genfersee.Bild: Reto Fehr

Oben bei Les Grangettes bist du praktisch direkt unterhalb der Ausfahrt des Zugtunnels – einem der schönsten Momente auf dem Schweizer Schienennetz –, wo sich der Blick auf das Lavaux mit den kleinen Dörfern und dem See öffnet.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Diesen Ausblick über Epesses kennen Zugfahrer, die auf dem Weg von Bern nach Lausanne schon am linken Fenster sassen.Bild: Reto Fehr

Für die Steigung kannst du dich hier auf der Terrasse des Weinhändlers Gaillard belohnen. Die Wanderung führt weiter durch Epesses, eines dieser kleinen Nester mit engen Gassen mitten im Weinberg. Und auch hier fehlt das Aussichtsbänkli nicht. Auch wenn sich das Lavaux jetzt im Herbst in den schönsten Farben präsentiert, sie ist definitiv nicht nur für Weinliebhaber.

Mont Pèlerin Vevey Lavaux Weinterrassen Epesse Dézaley
Kurz nach Epesses auf dem Weg an den See.Bild: Reto Fehr

Solange es die Temperaturen zulassen, kannst du dich am Ende im Lac Léman erfrischen, der Wanderweg führt auf den letzten Metern eh direkt am See entlang. Bei Cully hat es einige schöne Zugänge zum Wasser. Und auch hier gilt: Die Altstadt ist nett und du kannst die Weinhandlungen kaum verpassen.

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Der Blick zurück vom Badeplatz in Cully auf die Rebberge.Bild: Reto Fehr

Wandervorschlag:

Reto Fehr
Man muss die Schweiz verdammt gut kennen, wenn man sie besser kennen will als Reto Fehr. Mit seiner Tour dur d'Schwiiz radelte er 2015 alle damals 2324 Gemeinden ab. Entstanden ist daraus das preisgekrönte Buch Tour dur d'Schwiiz. Als einer von wenigen besuchte er somit schon jede Gemeinde der Schweiz. In der Folge absolvierte Reto die Ausbildung zum Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbandes SBV und ist in seiner Freizeit meist in der Natur unterwegs, wozu er dich auf seinem Instagram-Account immer mal wieder mitnimmt. Als Mitglied des Rätsel-Kollektivs geoblog.ch lässt er die User zudem mehrmals wöchentlich die Schweiz in Bildern entdecken.
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16 Femizide lang Ferien
In diesem dystopischen Sommer kann Zeit erschreckend gut in Katastrophen gemessen werden.
Also, ich weiss nicht. Ich war in den Ferien. Ohne Pläne, mit dem Mann, den Kindern und einer befreundeten Familie. Es war schön, auch wenn sich herausstellte, dass die Realität aktuell so laut ist, dass selbst Verreisen ein zu leiser Versuch ist, dagegenzuhalten. Vielleicht ist das aber auch gut, denn wenn es brennt, dann brennt es, und wenn es brennt, muss gelöscht werden, und das nicht erst, wenn es wieder in die Agenda passt.
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