Diese Ruheoasen erreichst du in wenigen Minuten – und entfliehst der Street Parade
Am Samstag wird man die Bässe der Lovemobiles wieder in weiten Teilen rund ums Zürcher Seebecken hören. Voll wird es in der Stadt dann auch sein.
Wer also lieber Ruhe sucht, sollte die Stadt meiden. Damit du nicht direkt ins Bündnerland oder in die Innerschweiz flüchten musst, haben wir dir hier acht entspannte Naturerlebnisse zusammengestellt, die du ab dem Zürcher Hauptbahnhof in weniger als einer Stunde erreichst.
Elefantenbach
Distanz: 7 Kilometer
Dauer: 2 Stunden
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Für die erste Option kannst du gar im Tram anreisen: Fahre bis Burgwies. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell man hier von «mitten in der Stadt» «mitten in der Natur» landet. Du musst nur ein paar Meter den Elefantenbach hinauf Richtung Stöckenbachtobel wandern.
Bei einer schönen Grillstelle (Feuerverbot beachten) steht tatsächlich ein (steinerner) Elefant im Bach und spritzt Wasser aus dem Rüssel. 1898 platzierte der Verschönerungsverein diesen dort.
Das Tobel endet in Witikon, wir spazieren einmal durch den Ortskern und erreichen das Werenbachtobel bei der Trichtenhauser Mühle. Wir folgen diesem abwärts, vorbei an diversen Feuerstellen (Feuerverbot beachten) oder Plätzen zum Verweilen, und erreichen dann wieder den Ausgangspunkt.
Wandervorschlag:
Erlenbacher und Küsnachter Tobel
Distanz: 10 Kilometer
Dauer: 2:45 Stunden
Kondition: Mittel
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Wir bleiben am Seebecken. Dieses Mal setzen wir uns am HB für 15 Minuten in die S-Bahn bis Erlenbach. Hier nehmen wir das Erlenbacher Tobel in Angriff und wandern stetig aufwärts bis Limberg unterhalb von Zumikon. Via Mülitobel erreichen wir dann das Küsnachter Tobel mit der legendären Drachenhöhle. Da kannst du auch kurz hochkraxeln, du siehst sie schon vom Weg unten.
Du hörst auf dieser Wanderung praktisch immer einen Bach rauschen, imposant sind direkt zu Beginn mit dem Höhschutz und Hanggiessen zwei Wasserfälle – zumindest wenn sie Wasser führen. Wenn du noch Lust auf einen kleinen Umweg hast: Besuche die Burgruine Wulp im Küsnachter Tobel.
Auf dem ganzen Weg hierher hast du immer wieder lauschige Plätzchen für eine ausgiebige Pause, und Grillstellen (Feuerverbot beachten) sind auch immer wieder vorhanden.
Wandervorschlag:
Türlersee
Distanz: 4 Kilometer
Dauer: 1 Stunde
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Jetzt verlassen wir die Stadt so richtig. Mit Zug und Bus erreichst du in 45 Minuten den Türlersee – eine Perle hinter dem Albispass. Der See liegt im Naturschutzgebiet, in rund einer Stunde kannst du ihn gemütlich umwandern.
An lauschigen Orten rund um das Gewässer fehlt es nicht. Ein Campingplatz und das Strandbad sorgen für Ferienstimmung. Auch an anderen Stellen rund um den See findest du kleine Strände.
Wandervorschlag:
Aabachtobel ZH
Distanz: 7 Kilometer
Dauer: 2 Stunden
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Wir bleiben auf dieser Seeseite, gehen aber runter an den Zürichsee. Mit Zug und Bus geht es in rund 30 Minuten bis Horgen, Käpfnach.
Hier geht es schnell ins Aabachtobel, welchem wir auf einfachem Weg (auch mit Kinderwagen möglich) bis zum Wasserfall folgen. Bei der Rietwies könntest du die kleine Rundwanderung schon zurück zum Ausgangspunkt machen.
Wir steigen aber mehrheitlich im kühlen Wald weiter auf bis Allenwinden. Via das Fuchsenbüel geht es teilweise im Wald wieder runter an den See, wo wir bei der Halbinsel Au wieder auf den Zug können.
Wandervorschlag:
Egelsee AG
Distanz: 7 Kilometer
Dauer: 2 Stunden
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Wir bleiben am Gewässer, wechseln aber den Kanton: Auf 666 Metern über Meer liegt der Ägelsee (auch Egelsee) bei Bergdietikon. Wir starten die Wanderung im Weiler Kindhausen, schnell geht es durch den Wald und im Naturschutzgebiet mit vielen Feuerstellen (Feuerverbot beachten) entlang der Seematte bis zum See. Im Sommer lohnt sich hier ein Bad. Übrigens: Es ist der grösste Natursee im Kanton Aargau – wenn das keine Leistung ist!
Für den Rückweg wandern wir über den Grat bis kurz nach dem Heitersberg. Du bist hier meist im Wald, weshalb die Aussicht im Sommer nicht punkten kann. Aber falls du da mal im Frühling hingehst, bevor das Blätterdach alles zumacht, siehst du da und dort schön in die Ferne.
Wandervorschlag:
Chöpfi
Distanz: 6 Kilometer
Dauer: 1:45 Stunden
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Vielleicht ist das Street-Parade-Weekend ja auch dein Wink mit dem Zaunpfahl, dass du Winterthur mal (wieder) besuchen solltest. Hier schlage ich dir den Wolfensberg vor. Du kannst da zu Fuss ab dem Bahnhof Winterthur hin oder mit dem Bus beispielsweise noch bis Blumenau. Oder mit dem Auto zu einem Parkplatz in der Nähe, dadurch verkürzt du die Wanderung deutlich und bist praktisch nur im Wald unterwegs statt im Stadtdschungel.
Zuerst wandern wir kurz hoch zum Gallispitz, der dir einen schönen Überblick über die Stadt und bei richtigem Wetter bis in die Alpen bietet. Bei der Allmend Güetli gibt's direkt dahinter einen Spielplatz am Waldrand mit Grillstelle (Feuerverbot beachten).
Wir wollen aber vor allem weiter zu den Chöpfi. Diese Sandsteinformationen erinnern an Köpfe – worauf auch die Legende fusst. Direkt oberhalb befindet sich hier eine Grillstelle (Feuerverbot beachten).
Für den Rückweg machen wir nochmals einen kleinen Umweg durch den Wald. Ziel ist der Hexenfels. Eine Feuerstelle (Feuerverbot beachten) vor einer kleinen Steinwand. Ein Trampelpfad führt hierhin. Ich habe dir den Ort auf der Karte unten markiert:
Wandervorschlag:
Wildspitz SZ/ZG
Distanz: 9 Kilometer
Dauer: 3:15 Stunden
Kondition: Mittel
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Wir setzen noch einmal einen Fuss über die Kantonsgrenze. Allerdings knapp. Ab dem HB erreichst du Schindellegi in etwas mehr als 30 Minuten. Von hier aus geht es in einem grossen Bogen hinauf auf den bewaldeten Grat via Tomislochhöchi zum Wildspitz (nicht zu verwechseln mit anderen Wildspitz-Gipfeln). Hier hat's eine kleine Waldlichtung und du siehst wunderbar auf den Zürichsee.
Der Gipfel befindet sich auf der Kantonsgrenze zwischen Zug und Schwyz. Wenige Meter weiter kommst du am Dreiländerstein vorbei, wo sich auch der Kanton Zürich dazugesellt.
Wir tänzeln ab hier der Kantonsgrenze entlang Richtung Oberrossberg (dort hat's übrigens ein super Restaurant) und wandern dann zurück nach Schindellegi.
Wandervorschlag:
Hohenlandenberg
Distanz: 5 Kilometer
Dauer: 1:45 Stunden
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Saland erreichst du vom HB mit einmal Umsteigen in knapp einer Stunde. Hier wanderst du erst der Töss entlang und landest bald beim Badeplatz Toni-Gumpe. Jetzt beginnt die Wanderung erst richtig.
Wir wandern jetzt stetig aufwärts bis zur Ruine Hohenlandenberg. Es geht über diverse Brüggli und viele Treppen hinauf. Oben ist von der Burg nichts mehr zu sehen – bis auf den Burggraben. Falls du mit Kindern unterwegs bist: ein idealer Spielplatz.
Runter geht es dann durch den Wald. Du könntest auch wieder zu einer Badestelle an der Töss und dir die verdiente Abkühlung gönnen.
Wandervorschlag:
Kohlelöcher
Distanz: 5 Kilometer
Dauer: 1:20 Stunden
Kondition: Leicht
Hier geht es zum Routenvorschlag.
Zum Abschluss fahren wir in rund 40 Minuten ins Tösstal nach Sennhof. Hier findest du zwei menschengemachte Höhlen, wo früher Kohle gewonnen wurde.
Die erste bei Sennhof ist dabei die breitere, geht dafür nicht so weit in den Berg hinein. Vor der Höhle hat es eine Feuerstelle.
Danach wanderst du ans andere Ende des Waldes. Der Weg führt in einem grösseren Bogen oben durch, bevor du zum Kohleloch Kollbrunn gelangst. Hier geht der Stollen schmal in den Berg, es ist stockdunkel und je nach Witterung feucht am Boden. Nimm unbedingt eine Taschenlampe mit.
Der offizielle Weg zum Bahnhof Kollbrunn führt hier wieder etwas weiter oben durch. Aber die Distanzen sind ja nicht riesig. Und falls die Barriere am Bahnhof schon unten ist – keine Sorge: Du schaffst den Zug.
