Schweiz
Bundesrat

Der Bundesrat bleibt ohne Apostroph

Es bleibt dabei: Keine Apostrophe im Bundesrat

05.12.2018, 13:5605.12.2018, 14:53

Nach der Niederlage von Heidi Z'graggen bleibt es dabei: Noch nie sass im Bundesrat ein Vertreter mit einem Apostroph im Namen. Dank des Wahlkampfs der Urnerin dürfte aber so mancher den Familiennamen der Regierungsrätin künftig fehlerfrei schreiben. Doch woher stammt das Geschlecht und mit welchem Tier hat es zu tun?

Die unterlegene Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen erklaert sich den Medien nach der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung, am Mittwoch, 5. Dezember 2018 im Nationalratss ...
Heidi Z'graggen scheitert an Viola Amherd. Bild: KEYSTONE

Die unterschiedlichen Schreibweisen Zgraggen, Z'Graggen und Z'graggen verweisen nach Auskunft des Staatsarchivs Uri nicht auf verschiedene Geschlechter. Vielmehr liessen in den 1930er-Jahren einige Familien den Apostroph der Einfachheit wegen weg.

Alleine ein Blick ins Telefonbuch zeigt: Die Version ohne Apostroph ist in der Schweiz mit rund 1000 Einträgen weiter verbreitet als jene mit. Demnach schreiben sich knapp 100 Personen mit Kleinbuchstaben nach dem Apostroph, noch weniger verbreitet sind zwei Initialen vor und nach dem Hochkomma.

Zgraggen, Z'Graggen oder eben Z'graggen ist ein sogenannter Herkunftsname. Er leitet sich von den Gütern «zu Graggen» in Gurtnellen und von «Graggi» in Schattdorf ab. Letzteres wiederum bedeutet laut dem Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung «beim kleinen Ort, wo sich die Krähen gerne aufhalten». So ist denn auch im Zgraggen-Familienwappen eine Krähe («Grag») zu sehen.

Die besten Bilder der Bundesratswahlen

1 / 28
Im Bundeshaus am Tag der Bundesratswahlen
Die beiden neuen Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter und Viola Amherd bei der Vereidigung.
quelle: keystone / anthony anex
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Das historische Personenverzeichnis Fraumünster-Rodel erwähnt zu Schattdorf 1300 «ze Gracun» und 1321 «ze Graggen». Laut der Webseite «Urner Geschlechter» ist Zgraggen der sechshäufigste Namen im Kanton Uri. Spitzenreiter ist Gisler. Weitere Namen mit Apostroph sind etwa Z'rotz, Z'berg oder Z'Brun. (sda)

Nico Franzoni an der Nacht der langen Messer

Video: watson/Angelina Graf, Nico Franzoni
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ausschreitungen in Zürich und Basel – brennende Barrikaden und Gummischrot
In der Nacht auf Sonntag ist es rund um die Zürcher Langstrasse zu Ausschreitungen gekommen. Barrikaden und ein Auto wurden angezündet, Einsatzkräfte mit Feuerwerk, Flaschen und Steinen angegriffen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot ein. Auch in Basel kam es zu einer unbewilligten Demonstration.
Mehrere hundert Personen hatten sich gegen 22.30 Uhr im Bereich der Piazza Cella an der Langstrasse versammelt. Nach Angaben der Stadtpolizei mischten sie sich zunächst unter die zahlreichen Halloween-Partygäste. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beschrieb die Stimmung später als angespannt.
Zur Story