Schweiz
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Ein Arbeiter montiert Glasfaserkabel der Swisscom fuer den Internetansschluss von Privathaushalten,  am Dienstag, 10. Februar 2015 in Bellinzona. Die staedtischen Betriebe Bellinzona

Die Konkurrenten der Swisscom warnen in einem Brief an die Ständeräte eindringlich vor einem neuen Monopol der Swisscom beim Glasfaser-Internet. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Der Kampf ums Glasfaser-Internet tobt – und es steht bereits 2:0 für die Swisscom

Die Konkurrenz von Swisscom fürchtet ein Monopol beim Glasfaser-Internet. Die Zeit für Salt, Sunrise und Co. ist allerdings knapp.

Lorenz Honegger / ch media



Salt, Sunrise und Co. blasen zum Sturm gegen Swisscom: Der warnende Brief ging vor wenigen Tagen an alle 46 Ständeräte. Die Konkurrenten der Swisscom warnen die Adressaten eindringlich vor einem neuen Monopol der Swisscom beim Glasfaser-Internet.

Die Zeit für Salt, Sunrise und Co. ist knapp: Bereits am Dienstag entscheidet die kleine Kammer des Parlaments darüber, ob der Bundesrat die Swisscom künftig zwingen darf, ihrer Konkurrenz zu marktfähigen Preisen Zugang zur eigenen Glasfaser-Infrastruktur zu geben. Das teilstaatliche Telekommunikationsunternehmen wehrt sich vehement gegen eine solche Regulierung: Es argumentiert, dass sich Investitionen in die Internet-Infrastruktur künftig nicht mehr lohnten, wenn ihre Mitbewerber zu guten Konditionen darauf zugreifen dürfen.

Derzeit scheint eine Mehrheit des Parlaments dieser Argumentation zu folgen. Der Nationalrat stimmte in der Herbstsession mit 127 zu 57 im Sinn der Swisscom. Auch die vorberatende Kommission des Ständerates hat sich vor wenigen Tagen mit 7 zu 2 Stimmen gegen eine Einschränkung der Swisscom ausgesprochen.

Nun meldet sich der «Grandseigneur der Telekombranche» zu Wort: Marc Furrer, Ex-Direktor des Bundesamtes für Kommunikation, kritisiert, die Swisscom wolle in erster Linie ihre marktbeherrschende Stellung verteidigen. Er bezweifle, dass sich Investitionen mit der neuen Lösung künftig nicht mehr lohnen würden: «Die Liberalisierung des Telekom-Marktes Ende der Neunzigerjahre hat auch nicht zu einem Ende der Investitionen geführt. Im Gegenteil.» Die Konsumenten profitierten vom Wettbewerb in Form von tieferen Preisen.

Ähnlich sieht es CVP-Politiker Stefan Engler (GR), der am Dienstag im Ständerat die Minderheit vertreten wird: «Wenn wir nicht mehr Wettbewerb zulassen, gerät die Schweiz international ins Hintertreffen.» Schon heute sei die Abdeckung bei den Glasfaser-Hausanschlüssen alles andere als überwältigend. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Albert E. 26.11.2018 13:39
    Highlight Highlight Swisscom hat seinerzeit die ganze Infrastruktur vom Staat geschenkt gekriegt. Dazu gehört die Kanalisation, welche einen erheblichen Teil des Wertes dieses Unternehmens ausmacht. Das Graben und Bauen sind sehr kostenintensiv, was sich Swisscom sparen kann. Es ist daher nichts als richtig und fair, wenn Mitbewerber von diesen Kostenvorteilen mitprofitieren können. Das gilt auch für die Hybridtechniken (FTTC, FTTS/B), die Swisscom zur Zeit verbaut. Swisscom hat immer die Möglichkeit, sich über den Service zu differenzieren. Wettbewerb auf Servicequalität ist volkswirtschaftlich vorteilhaft.
  • ARoq 26.11.2018 12:35
    Highlight Highlight In diesem Zusammenhang: Sunrise will kein Kupfer mehr:

    https://www.golem.de/news/sunrise-wir-werden-adsl-und-vdsl-zeugs-mit-5g-ersetzen-1811-137821.html

    Da bricht bei Swisscom wohl ein Teil der Einnahmen weg, wenn sie ihre BBCS-Kupferkäbeli nicht mehr vermieten können.
    • lucasm 26.11.2018 13:51
      Highlight Highlight Gut so, dann hat swisscom fertig abgezockt, bzw zockt dann lediglich noch die eigenen kunden ab
  • Chääschueche 26.11.2018 12:24
    Highlight Highlight Solange die Swisscom den ausbau allein Finanziert sehe ich nicht ein wieso die Mitbewerber bessere konditionen erhalten sollen.

    Dann soll man ein Gesellschaftsunternehmen gründen bei dem jede Firma den selben Beitrag bezahlt welcher der Ausbau kostet.

    • bebby 26.11.2018 13:47
      Highlight Highlight Stimmt nicht ganz- in vielen Kantonen zahlt der Energieversorger die Hälfte. Ohne dass es ihm viel Einnahmen beschert.
    • lucasm 26.11.2018 13:48
      Highlight Highlight Kennst du denn die genauen konditionen? Und was hat die swisscom dem schweizer volk bezahlt, als sie die ganze infrastruktur der vormaligen ptt teilprivatisiert haben?
  • pierre87 26.11.2018 11:42
    Highlight Highlight Wow wieder einmal ein Bericht der die böse böse Swisscom verunglimpft.
    1. Swisscom baute als erste Flächendeckend mit Kooperationspartnern zusammen ein Glasfasernetz
    2. Sunrise wollte am Anfang autonom ohne Swisscom mit den Kooperationspartnern zusammenarbeiten (bsp. IBW, LFO, EWZ) und merkte dann das dies über Swisscom einfacher zu händeln sei.
    3. Der Kunde kann mittlerweile selbständig den Anbieter und die Dose auswählen. FTTH Dose hat 4 Plugs: (2 aktiv installiert: 1. Plug: Kopas 2. Plug Swisscom. Hier gehts nicht um Regulierung, hier gehts um den einfachsten Weg zu nehmen.
    • thomy81 26.11.2018 12:06
      Highlight Highlight 1. Flächendeckend? Hört bei Dir die Schweiz in Zürich auf oder wie soll ich dich verstehen? Ich gurke weiterhin auf Kupfer herum und das wird wohl noch Jahre so sein und vielen so gehen.
      3. Auch hier. Du lebst wohl in einer der wenigen Orte wo das so ist. Aber über 50% der können nur zwischen Pest (Swisscom) und Cholera (UPC) wählen und das zu überhöhten Preisen.

      Wieso man keinen Staatsfond oder dergleichen macht und alle Schweizer gleich behandelt, verstehe ich nicht. Gleichzeitig beschwert man sich das sich alles auf die Städte konzentriert. Klar wenn die mehr Infrastrukturvorteile haben.
    • Pointer 26.11.2018 13:23
      Highlight Highlight Die Swisscom hat das Netz damals von der Telecom PTT geschenkt bekommen. Andere Provider mussten bei Null beginnen.
    • Dominik Treier 26.11.2018 13:48
      Highlight Highlight Vor allem wurden die ersten Glasfaseranschlüsse, won Stadtwerken wie z.B. dem EWZ gebaut, lange vor die Swisscom überhaupt anfing sich daran zu beteiligen... Es stimmt, dass die Swisscom an vielen Orten heute anfängt so ein Netz zu bauen aber ohne Gemeindeunterstützung wird definitiv nirgends FTTH ausgebaut, höchstens FTTS, was dann immer noch über den veralteten Klingeldraht von irgendwo an der Strasse ins Haus kommt und lange nicht überall wirklich grosse Geschwindigkeit bietet. FTTH ist fast nur in Städten verfügbar die Zuschüsse zahlen können...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Muselbert Qrate 26.11.2018 11:03
    Highlight Highlight Man müsste eine „Kabel und Schacht AG“ gründen. Alle Povider werden „enteignet“ sie müssten ihre sämtliche Infrastruk an die neue Firma abgeben. Diese „Kabel und Schacht AG“ gehört dann zu 49% dem Bund, der Rest den Providern welche in Zukunft die Grund-Infrastruktur (Kabel und Schächte) bei der K&S AG beziehen und ihre Services darauf aufbauen.

    Dann gewinnt Preis/Leistung vor Protektiosmus von Infrastruktur welche die Swisscom vom Bund geschenkt gekriegt hat und seither mit viel zu hohen Preisen und dem Schutz der Politik verteidigt...
    • Iltis 26.11.2018 12:20
      Highlight Highlight PTT
    • NiemandWirklich 26.11.2018 12:21
      Highlight Highlight Lässt sich das per Initiative veranlassen?
    • bebby 26.11.2018 13:44
      Highlight Highlight Die Grundidee tönt gut, aber was ist Swisscom anders als eine Infrastrukturgesellschaft? Die Services werden nur gebraucht, um die Leitungen zu vermieten. Echte Mehrwertdienste haben die Telcos bei uns in der Schweiz nicht. Die gehören Apple, Amazon, Google, Netflix und Facebook.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dominik Treier 26.11.2018 10:45
    Highlight Highlight Es wäre schon lange an der Zeit den Ausbau in einer gemeinsamen Gesellschaft unter staatlicher Aufsicht zu vereinen, bei der alle Anbieter, welche das Netz nutzen, Mitglied sein müssen und proportional zum Bedarf zur vorgeschriebenen Gesammt-Investition beizutragen haben. So könnte man einerseits Mehrfachausbau aus Konkurenzgründen verhindern und andererseits vorschreiben auch abgelegenere Gebiete ausbauen zu müssen...
    • sealeane 26.11.2018 10:53
      Highlight Highlight Hallo nein das wäre ja eine geplante für die umwelt und menschen von vorteilhafte planwirtschaft! Sind wir hier im komunismus oder was!
      Lang lebe der kapitalismus! 😂
    • Dominik Treier 26.11.2018 11:11
      Highlight Highlight Ja die freie Marktwirtschaft bei der Infrastruktur ohne Steuerungsmechanismen... Wie gut dieses System funktioniert sieht man perfekt bei Eisenbahn und Wasserversorgung in Grossbritanien und bei allem, ausser natürlich den Strassen... in den USA...
    • s_rosenthaler 26.11.2018 13:02
      Highlight Highlight Trefflich formuliert. Dies müsste auch im Mobilfunk so realisiert werden. Macht aus meiner Sicht und der Grösse der Schweiz durchaus Sinn. So könnten neue Innovationen rasch umgesetzt und von allen Anbietern zeitnah angeboten werden. Der Konsument würde nur profitieren. Auch wären die Debatten „noch eine Antenne auf dem Kirchturm, nebenan steht doch schon eine“ vom Tisch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • p4trick 26.11.2018 10:39
    Highlight Highlight Alle reden über Glasfaser und ich bekomme demnächst FTTS geliefert. Glasfaser in der Strasse "bewährtes Kupferkabel" ins Haus. Na Danke Swisscom. auf die 200/60 "High Speed" Verbindung kann ich verzichten, dann lieber UPC.
    • Rasti 26.11.2018 12:22
      Highlight Highlight Mit Kupfer erreicht man heute bis zu 10 GB/s.
    • Toerpe Zwerg 26.11.2018 14:01
      Highlight Highlight Unter welche Voraussetzungen @ Rasti?
    • p4trick 26.11.2018 14:12
      Highlight Highlight @Rasti 10 GB/s über eine 2 adrige ungeschirmte Kupferleitung? Ja ne ist klar...
      Theoretisch ist 10GB/s über CAT6 zu realisieren aber nach 100m ist definitiv Schluss. Sag mal der Swisscom die sollen vom FTTS Knoten Cat6 oder Cat7 verlegen. Aber wenn sie das machen könnten sie auch gerade Glas verlegen, der Aufwand bleibt derselbe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Damo Lokmic 26.11.2018 10:11
    Highlight Highlight Ich weiss ja nicht, ob nur ich das so sehe: Aber scheint es mir, dass die Swisscom viel ausbaut und die Konkurrenz auf ihr ausgebautes Netz will ohne selbst in der Grössenordnung wie die Swisscom zum Ausbau beizutragen? Dann würde ich als Swisscom auch Geld dafür verlangen ¯\_(ツ)_/¯
    • sealeane 26.11.2018 10:57
      Highlight Highlight Es geht nicht darum ob sie geld verlangen kann, sondern ob dies zu marktfähigen Preisen geschiet. Und swisscom will dies nicht. Es macht gar keinen sinn das allr unternehmen überall leitungen verlegen... Das wird nur 1000maö der boden aufgerissen, obwohl schon eine ausreichend starcke glasfaserleitung verlegt wurde... Die sind so stark das es meist nicht mehrere braucht.
    • Pointer 26.11.2018 10:59
      Highlight Highlight Dass die Konkurrenz Geld für die Nutzung zahlt, steht ja auch gar nicht zur Diskussion. Die Swisscom baut ihr Netz momentan aber so aus, dass es für die Konkurrenz nur eingeschränkt möglicht ist, darüber eigene Angebote zu realisieren. Übrigens, für eine moderne Glasfaser zahlt man als Provider heute der Swisscom 29 Franken pro Monat, für ein altes Kupferkabel ist es deutlich weniger.
    • Dominik Treier 26.11.2018 13:42
      Highlight Highlight Ich glaube es gibt da ein Missverständnis bei dir... Die Swisscom will nicht Geld verlangen dürfen, das dürfte sie ohnehin... Sie will überhaupt nicht, dass sie zwingend zu bestimmten Konditionen mit jedem zusammenarbeiten muss! Sie will selbst entscheiden ob und wem und vor allem zu welchem exorbitanten Preis, sie einem Mitbewerber Zugang zu den, von ihr gelegten Anschlüssen, gewährt, was es dem Wettbewerber vor allem verunmöglichen soll, ein Angebot, geschweigedenn ein Konkurrenzfähiges machen zu können...
  • Bäni-Louis 26.11.2018 09:29
    Highlight Highlight ...Die Konsumenten profitierten vom Wettbewerb in Form von tieferen Preisen....

    selten so gelacht...
    • MacB 26.11.2018 09:57
      Highlight Highlight Da bin ich nicht einig mit dir.

      Die Festnetzpreise sind bei 0 angelangt während du früher abgezogen wurdest, abgesehen von den 25.- Grundgebühr, überhaupt einen Telefonanschluss zu haben. DIe Handytarife wurden auch immer günstiger bis das Internet kam. Ab da stiegen die Tarife wieder, da Telecomanbieter wieder was gefunden hatten, um sich die Taschen zufüllen. Aber es gibt durchaus sehr gute und günstige Abos heute. Hab grad am Freitag eins abgeschlossen für 35.- unlimitiert in CH/EU/USA tel.(!) und 1GB Roaming/Mt. inkl., alles High-Speed ohne Drosselung.

      Der Wettbewerb hat schon belebt.
    • p4trick 26.11.2018 10:41
      Highlight Highlight @Bäni wohl noch zu jung... Ich hatte mit meiner ersten Freundin über "Ferngespräch" (über 10km) telefoniert zu 25Rp. die Minute übers FESTNETZ.
      Dann mit dem Mobile zu 50Rp. die Minute wenn du ANGERUFEN wurdest und ca. 1.30 Franken die Minute abgehende Gespräche.
      Doch doch, ich denke die heutigen Preise sind MASSIV günstiger.
    • Pointer 26.11.2018 11:00
      Highlight Highlight Gewisse Grundkosten hast du immer, irgendwie muss die Infrastruktur ja bezahlt werden. Heute gibt es aber viel mehr Leistung und man zahlt in der Regel auch weniger als früher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gaterde 26.11.2018 09:13
    Highlight Highlight Meckern aber selber nicht Hand anlegen. Die hab ich gerne...
    • Pointer 26.11.2018 10:23
      Highlight Highlight Es ist absolut unsinnig, dass jeder Provider seine eigene Infrastruktur bis zu jedem Endkunden baut.
    • c_meier 26.11.2018 11:19
      Highlight Highlight Swisscom ja bereits vor Jahren eine Vereinbarung getroffen mit sehr vielen Stadtwerken wie EW Zürich / EW Bern usw, dass die Stadtwerke EWZ / EWB usw die Glasfaserleitungen auf dem Stadtgebiet selber bauen (je nach Strassensanierungen usw) und Swisscom diese Glasfaserleitungen auch mitbenützen darf.

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