Schweiz
Gesellschaft & Politik

Hoppla! In Schaffhausen liegen hunderte Steuererklärungen im Altpapier

ARCHIV --- ZU DER VOLKSINITIATIVE "SCHLUSS MIT DEN STEUERPRIVILEGIEN FUER MILLIONAERE (ABSCHAFFUNG DER PAUSCHALBESTEUERUNG) STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- A stack of files in ...
Hunderte solcher Dossiers hat die Stadt Schaffhausen entsorgt.Bild: KEYSTONE

Hoppla! In Schaffhausen liegen hunderte Steuererklärungen im Altpapier

Die Stadt Schaffhausen wollte Steuererklärungen aus dem Jahr 2006 entsorgen – und schmiss sie dafür in eine offene und frei zugängliche Mulde. Jetzt winkt eine Anzeige vom Datenschützer – denn die Behörden würden damit das Gesetz verletzen.
05.01.2017, 16:2705.01.2017, 17:32

Lohnausweise, Steuerbescheinigungen – vertrauliche Daten à discretion: Vor dem Schaffhauser Stadthaus liegen Hunderte von Steuererklärungen von Schaffhauser Bürgern in einer Mulde. Sie sollen entsorgt werden. Von sorgsamem Umgang mit den sensiblen Dossiers kann dabei aber nicht die Rede sein: Wie die «Schaffhauser Nachrichten» am Donnerstag berichten, ist die Mulde weder anständig bewacht noch von neugierigen Blicken geschützt – es sei ganz einfach, unbemerkt an sie heranzutreten und sich ein paar Dossiers zu schnappen, heisst es im Bericht.

Eine Steuererklärung legt zahlreiche Details aus einem Leben offen: Ob jemand Mitglied einer Kirche ist, eine Scheidung hinter sich hat, geerbt hat, Alimente bezahlen muss, arbeitslos ist, von der Sozialhilfe lebt oder hohe Krankheitskosten geltend macht. Und natürlich auch, wie viel Steuern bezahlt werden müssen. Diese Personendaten müssen gesetzlich davor geschützt werden, dass sie verloren gehen, gestohlen werden, von Unbefugten gelesen oder widerrechtlich verwendet werden.

Der Schaffhauser Finanzreferent lässt laut der Zeitung Kritik an sich abprallen. Die Vernichtung «auf diese Weise» sei seit Jahren «ein eingespielter und bewährter Prozess.» Die Mulde werde durchaus bewacht. Und der Transport von einem Mitglied der Steuerverwaltung begleitet. Der Finanzreferent wendet aber ein, zu prüfen, ob beim Beladen der Mulde künftig zusätzliche Sicherungsmassnahmen notwendig seien.

Der Datenschutzbeauftragte des Kantons verfügte jedenfalls, die Akten per sofort von der Strasse zu nehmen. Ausserdem hat er eine Aufsichtsbeschwerde an den Stadtrat erhoben und bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht. Es handle sich um eine klare Verletzung der Bestimmungen des Datenschutzgesetzes und «eventuell auch um eine strafrechtlich relevante Verletzung des Amtsgeheimnisses.» (dwi)

Apropos Steuererklärung: Das hätten die watson-User in der Schule lieber gelernt

1 / 12
Das hätten die User in der Schule lieber gelernt
Rang 10: Wie man zehn Minuten Smalltalk ohne peinliche Pausen überlebt.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
A7-903
05.01.2017 17:29registriert November 2016
Da gabs doch mal so eine Erfindung...
Hoppla! In Schaffhausen liegen hunderte Steuererklärungen im Altpapier
Da gabs doch mal so eine Erfindung...
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P. D.
05.01.2017 17:01registriert Oktober 2015
Der Schaffhauser Finanzreferent lässt laut der Schaffhauser Zeitung Kritik an sich abprallen.

Im ernst, hast Du eins an der
Waffel ?
Und wenn Deine Steuerklärung in der
Mulde liegen würde ?
00
Melden
Zum Kommentar
4
«Die Begründung ist hanebüchen»: Das sagt ein HSG-Experte über Trumps Zölle
Donald Trump hat erneut den Zollhammer geschwungen. Ein HSG-Handelsforscher erklärt im Interview, was der neue Satz für die Schweiz bedeutet.
Herr Legge, die US-Zölle auf Einfuhren aus der Schweiz steigen von 10 auf 12,5 Prozent, wobei es Ausnahmen für bestimmte Produkte gibt. Ist das eine schlechte Nachricht, weil der Zollsatz steigt oder eine gute, weil die Erhöhung moderat ist?
Stefan Legge: Beides ein bisschen. Zumindest bleibt der Zollsatz für Schweizer Unternehmen ungefähr im gleichen Rahmen. Die beste Nachricht ist sicherlich, dass die Erhöhung keine Überraschung war. Sie entspricht den Ankündigungen des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer. Firmen brauchen stabile Regeln, damit sie ihren Betrieb langfristig planen können. Aber klar: Die Zölle sind trotzdem höher als vorher, was vielen Unternehmen nicht gefallen kann.
Zur Story