Legionellen-Ausbruch in Basel: Eine Person gestorben – 25 weitere mussten ins Spital
Was ist passiert?
In Basel gab es zuletzt einen Legionellen-Ausbruch. Dies gaben die Behörden am Montag bekannt. Eine Person verstarb infolge der Krankheit. Weitere 25 Personen mussten innert zwei Wochen ins Spital, sieben von ihnen wurden auf der Intensivstation behandelt. Neun Personen sind noch immer hospitalisiert, eine davon auf der Intensivstation.
Wie kam es zum Ausbruch?
Die Behörden gehen davon aus, dass die Ansteckungen wohl über eine Kühlanlage in Kleinbasel erfolgten. Dabei handelt es sich um Türme auf dem Dach eines Bürogebäudes an der Rebgasse. Die Anlagen werden verwendet, um Wärme aus industriellen Prozessen und Gebäuden an die Umgebung abzugeben.
Um die Kühlwirkung zu verstärken, wird Wasser verdunstet. Wenn sich in diesen Anlagen aber Legionellen befinden, kann der Wasserdampf der Anlage ansteckende Tröpfchen beinhalten. Diese können durch Einatmen zu Ansteckungen bei Menschen führen. Die Anlagen wurden mittlerweile ausser Betrieb genommen. «Die Infektionsquellen wurden mit dem Abschalten eliminiert», so Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger.
Wird es noch mehr Fälle geben?
Aufgrund der Inkubationszeit ist es möglich, dass in den nächsten Tagen noch mehr Fälle auftauchen werden, wie die stellvertretende Kantonsärztin Eva Würfel sagte. Aussergewöhnlich an diesem Fall in Basel sei, dass die wahrscheinlichste Quelle ausfindig gemacht werden konnte, sagte Würfel.
Das Kantonslabor hat nebst der besagten Anlage im Kleinbasel auch weitere Kühltürme untersucht. Bei sechs Anlagen wies es ebenfalls Legionellen nach, jedoch Arten, die den Menschen nicht krank machen, wie Kantonschemiker Yves Parrat sagte. Kühltürme sind beim Kanton nicht meldepflichtig. Deshalb empfahl Parrat, dass sich Betreiber weiterer grösserer industrieller Anlagen beim Kantonslabor zwecks Proben melden sollten.
Was genau sind Legionellen?
Bei Legionellen handelt es sich um eine Art von Bakterien, die im Wasser leben. In geringen Mengen im Grund- oder Oberflächenwasser sind sie völlig harmlos. Problematisch kann es werden, wenn sie sich in künstlichen Wassersystemen stark vermehren und vom Menschen eingeatmet werden. Dann können Legionellen Krankheiten hervorrufen, welche für den Menschen gefährlich sein können.
Besonders kritisch ist die sogenannte Legionärskrankheit, eine schwere Erkrankungsform mit einer Lungenentzündung. Die Symptome können stark variieren – oft leiden Erkrankte zu Beginn an Fieber und Schüttelfrost, später können Husten, Magen-Darm-Probleme und Kopfschmerzen oder Atemnot hinzukommen. Die Tödlichkeit bei einer Legionärskrankheit liegt bei etwa 10 bis 15 Prozent. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Raucher und Personen mit gewissen Grunderkrankungen. Zudem erkranken Männer zwei- bis dreimal häufiger als Frauen.
Deutlich häufiger, aber auch deutlich weniger gefährlich ist das sogenannte Pontiac-Fieber. Dabei handelt es sich um eine Form ohne Lungenentzündung, bei welcher die Erkrankten oft an Fieber und anderen grippeähnlichen Symptomen leiden. Diese verschwinden normalerweise nach wenigen Tagen aber wieder.
Eine Übertragung von Legionellen von Mensch zu Mensch ist nur in äusserst seltenen Fällen möglich.
Wie häufig sind Legionellen in der Schweiz?
In der Schweiz kommt es gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) jährlich zu mehreren hundert Fällen von Legionellose, also Erkrankungen durch Legionellen. Seit 2001 steigt laut dem BAG die Anzahl an Meldungen von Legionärskrankheit in der Schweiz an. Im Jahr 2025 wurden dem BAG insgesamt 529 wahrscheinliche und sichere Fälle von Legionärskrankheit gemeldet.
In Basel gab es in den letzten Jahren immer mal wieder Legionellen-Ausbrüche, allerdings von kleinerem Ausmass. Anfang Jahr machte die Meldung die Runde, dass das Kantonslabor Basel-Stadt 2025 im Wasser bei 20 von 87 Duschen «massive» Kontaminationen mit Legionellen festgestellt hatte. Normalerweise gebe es in Basel 7 bis 20 Fälle von Legionellose, so die stellvertretende Kantonsärztin Eva Würfel. Die 26 Fälle sind also eine aussergewöhnliche Häufung.
(dab/hkl, mit Material von sda/dpa)
