Schweiz
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WHO: E-Zigaretten lösen das Problem nicht – im Gegenteil

Es wird zwar weniger geraucht, aber der Weltgesundheitsorganisation geht der Trend nicht schnell genug. Und: Auch die Schweizer sind keine Musterschüler.



Das erklärte Ziel, die Raucherraten weltweit von 2010 bis 2025 um 30 Prozent zu senken, werde wohl nicht erreicht, berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Tabakbericht, der am Donnerstag in Genf anlässlich des Weltnichtrauchertags vorgestellt wurde. In vielen Ländern wüssten die Menschen immer noch nicht, wie schädlich das Rauchen für die Gesundheit sei.

«Die WHO weist darauf hin, dass Tabak nicht nur Krebs verursacht, sondern buchstäblich Herzen bricht», sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Tabakkonsum sei nach Bluthochdruck der zweithäufigste Grund für Herzerkrankungen. E-Zigaretten enthielten zwar weniger Giftstoffe, könnten aber auch zu Herzkrankheiten beitragen, so die WHO.

ZUM THEMA AUSWIRKUNGEN VON E-ZIGARETTEN AN DER WINTERSESSION, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 11. DEZEMBER 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A man inhales from an e-cigarette in Zuerich, Switzerland, January 20, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Mann zieht an einer E-Zigarette am 20. Januar 2014 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Lösen das Problem nicht: E-Zigaretten. Bild: KEYSTONE

Auch bei E-Zigaretten verengten sich beim Nutzer die Arterien, Herzschlag und Blutdruck stiegen an. «Die Langzeitfolgen sind noch unbekannt, aber es wird davon ausgegangen, dass (E-Zigaretten) das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und möglicherweise Herzerkrankungen erhöhen», so die WHO.

Jedes Jahr sterben nach Schätzungen drei Millionen Menschen in Folge von Tabakkonsum an Herzerkrankungen. 2010 hätten noch rund 60 Prozent der Chinesen nicht gewusst, das Rauchen Herzinfarkte verursachen kann.

Weltweit rauchen rund 1,1 Milliarden Menschen, etwa so viele wie im Jahr 2000. Die Weltbevölkerung ist allerdings angewachsen, so dass der Anteil der Raucher weltweit in der Zeit von 27 auf 20 Prozent (2016) sank. Sieben Millionen Menschen starben durch ihre Tabaksucht. Zu den 1,1 Milliarden Rauchern gesellen sich überdies weitere 370 Millionen Konsumenten rauchfreier Tabakprodukte.

Schweiz keine Musterschülerin

In Europa seien im Jahr 2025 Island, Norwegen, Dänemark und Schweden die Klassenbesten mit Raucherraten unter 14 Prozent. Ganz anders die Schweiz: WHO-Hochrechnungen zufolge werden 2025 noch 21 Prozent der über 15-jährigen Schweizer regelmässig zur Zigarette greifen. Im Jahr 2010 lag die Quote bei 25,8 Prozent.

Die Schweiz werde das Ziel, die Raucherraten von 2010 bis 2025 um 30 Prozent zu senken, nicht erreichen. Es bestehe in der Schweiz grosser Nachholbedarf, monierte Douglas Bettcher, Direktor der WHO-Abteilung für die Vorbeugung von nichtansteckenden Krankheiten.

Bettcher kritisierte die kantonalen Unterschiede hinsichtlich Rauchverboten und Auflagen für Tabakwerbung. Auch sei die Tabakindustrie im Land anhaltend stark. Schliesslich gehöre die Schweiz zwar zu den Unterzeichnern des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs, habe dieses aber noch nicht ratifiziert.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schrieb am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, die gegenwärtige Gesetzgebung in der Schweiz wie auch der Entwurf des Bundesgesetzes über Tabakprodukte, den der Bundesrat im Dezember in die Vernehmlassung geschickt hatte, entsprächen den Minimalanforderungen des WHO-Rahmenübereinkommens nicht. Auf Bundesebene hätten strengere Massnahmen im Kampf gegen den Tabak bislang keine Mehrheit erhalten, auch wenn die Bevölkerung sich in Umfragen mittlerweile mehrheitlich dafür ausspreche.

Durchschnittseinkommen als Faktor

Wie stark der Anteil der Raucher zurückgehe, hänge auch vom Durchschnittseinkommen der Länder ab, so die WHO. Je höher der Wohlstand, desto stärker der Abwärtstrend. Vorne lägen Nord- und Südamerika sowie Europa.

Im Kampf gegen das Rauchen seien viele günstige Massnahmen wirksam, etwa umfassende Rauchverbote in öffentlichen Räumen, Werbeverbote, medizinische Unterstützung bei der Entwöhnung und drastische Warnungen auf Tabakpackungen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • virus.exe 02.06.2018 12:34
    Highlight Highlight 1. Lobbyisten sofort raus aus dem Bundeshaus. Ohne diese Massnahme wird da nie was schlaues rauskommen mit all den Tabakmultis die unseren überforderten Politikern Lügen auftischen.
    2. Die WHO nicht mehr ernst nehmen. Dieser Stuss der da rausgelassen wird ist ja nicht zum ertragen.

    Redet doch mal mit Dampfern. Jeder wird bestätigen, dass er viel gesünder und fitter ist als noch zu Tabakzeiten.

    Solche Berichte gehen mir echt auf den Zeiger!
  • HerrWeber 01.06.2018 13:09
    Highlight Highlight Manchmal frage ich mich, was die WHO eigentlich so einen Wind macht. Langzeitstudien sind nicht verfügbar aber man will es schon verbieten.
    Ich habe vor ein paar Wochen mit dem Rauchen aufgehört und bin wieder auf die Dampfe umgestiegen. Mein Blutdruck ist inzwischen wieder auf einem "normalen" Niveau (im Vergleich zu vorher als Raucher).
  • ucm 01.06.2018 09:15
    Highlight Highlight Ist schon so, die E-Zigaretten lösen die Probleme (der Tabakkonzerne) nicht.
  • lilie 01.06.2018 07:52
    Highlight Highlight "Auch bei E-Zigaretten verengten sich beim Nutzer die Arterien, Herzschlag und Blutdruck stiegen an".

    Das passiert auch beim Sport, was wollen sie damit sagen? 🤔

    Die sollen doch einfach nichts sagen, wenn sie es nicht wissen!
  • Electric Elefant 31.05.2018 23:00
    Highlight Highlight Also langsam nerven mich diese Anti-Tabak-Fundis mit ihrem Getue... E-Zigaretten lassen sich auch ohne Nikotin dampfen und verengen die Arterien in dem Fall nicht. Ich habe mit der E-Zigi vor 4 Jahren aufgehört zu rauchen (nach über 2 Jahrzehnten Raucherdasein). Mittlerweile dampfe ich auch nicht mehr. Und ich bin lange nicht der einzige.. Aber die Fundis verteufeln das lieber und propagieren dafür so nutzlosen Scheiss wie Nikotin-Pflaster oder Kaugummi...
    Diese Anti-Dampf -Kampangen nutzen einzig mit den großen Tabakkonzernen!
    • sonicP 03.06.2018 09:32
      Highlight Highlight Wobei: Wieso benutzt man E-Zigaretten OHNE Nikotin? Das ist doch Vollmalle.
      OK - ich bin Nikotinjunkie seit nunmehr 30 Jahren - ohne geht's wirklich nicht. Jedoch seit ca. 5 Jahren (nahezu) ausschliesslich (niedrigdosierte) E-Zigi. Ein wahrer Segen - würd' ich immernoch Tabak rauchen würd' ich sicher ernsthafte Schäden davontragen
  • saukaibli 31.05.2018 15:26
    Highlight Highlight Dass E-Zigaretten Krebs auslösen könnten wurde bereits wissenschaftlich bestätigt. Jedoch ist das Risiko ca. 50'000 mal kleiner als bei Tabakzigaretten. Also extrem viel niedriger als bei Alkohol, Zucker, Abgasen oder Margarine. Dass die WHO so wehement gegen die E-Zigarette vorgeht liegt daran, dass sich die Moralapostel (die jegliche Genussmittel verbieten wollen) mit den Profitören (Pharma, Gesundheitswesen) zusammengetan haben. Das ist das gleiche wie damals bei der Prohibition in den USA, da haben sich die Moralhüter mit der Mafia quasi verbündet.
    • Faethor 31.05.2018 17:24
      Highlight Highlight Da kann ich dir nur zustimmen, alles völlig korrekt was du sagst. Die who müsste auf jeden Fall aich das wohnen an einer dicht befahrenen Strasse verbieten.
  • smoking gun 31.05.2018 13:41
    Highlight Highlight Hab mir vor 6 Wochen ein solches Gerät gekauft. In der ersten Woche noch am Morgen zum Kaffee zwei Zigaretten geraucht (Gewohnheit), doch bald schon fand ich den Geschmack hässlich. Hab jetzt meine letzte Zigarette vor vier Wochen geraucht. Ist völlig easy gegangen. Nun reduziere ich das Nikotin im Liquid (seit zwei Tag fast ohne) und auch das geht easy. Kann ich allen Zigarettenrauchern nur empfehlen.
  • Basswow 31.05.2018 13:40
    Highlight Highlight War über 30 Jahre relativ starker Raucher. Habe seit letzten Oktober mit E-Zigaretten angefangen und seither keine herkömmliche mehr geraucht: mir geht es in allen Belangen viel besser.
    Da können die Leute behaupten was sie wollen, ich bin das lebende Beispiel um aufzuzeigen, dass es funktioniert.
    Wichtig: liquids ohne Formaldehyd 😉
    • saukaibli 31.05.2018 15:29
      Highlight Highlight Formaldehyd entsteht in allen Liquids wenn sie überhitzen weil bspw. der Tank leerläuft. Aber wenn das passiert ist der Geschmack so hässlich, dass man keine weiteren Züge mehr nimmt. Nicht umsonst nennt man das "kokeln".
  • Political Incorrectness 31.05.2018 12:35
    Highlight Highlight Die WHO will also lieber Millionen von Tote durch rauchen ertragen, als endlich e-Zigaretten als Mittel zur Schadensreduktion anzuerkennen.
    • Faethor 31.05.2018 22:59
      Highlight Highlight Stimmt so nicht ganz. Die who will ALLES verbieten was in irgendeiner Form schädlich ist und schon gar keine neuen "Drogen" zulassen.
    • Gohts? 01.06.2018 20:20
      Highlight Highlight Sterben E-Raucher nicht?
  • elco 31.05.2018 11:59
    Highlight Highlight E-Zigaretten enthielten zwar weniger Giftstoffe, KÖNNTEN aber auch zu Herzkrankheiten beitragen, so die WHO.

    Genau so gut KÖNNTEN sie auch zu Fusspilz beitrage oder zur Verblödung der WHO...

    Selten so einen Schwachsinn gelesen.
  • Alcedinidae 31.05.2018 11:59
    Highlight Highlight Ich finde es sieht vor allem recht dumm aus. Kürzlich einen Artikel im New Yorker gelesen, "Rise of Juul"oder so. Anscheinend sind in den USA einfach die Teenager abhängig geworden, vorallem weil E-Zigis "gezielt" an Junge angeboten werden und es sich dann so über Social Media verbreitet.
    • Ovolover 03.06.2018 09:31
      Highlight Highlight Guter Punkt. Weil gutes Beispiel für schlechte Berichterstattung. Denn Nikotin alleine macht nicht abhängig, dazu sind die nur im Rauch von Tabakmischungen enthaltenen sog. MAO-Hemmer notwendig: Nikotinpflaster machen auch nicht süchtig.

      Und Dampfen als Einstiegsdroge fürs Rauchen ist so zutreffend wie damals Kiffen zu Heroin führte.

Eine halbe Million Menschen in der Schweiz denken an Suizid

541'000 Menschen in der Schweiz haben in den letzten zwei Wochen an Suizid gedacht. 200'000 haben schon einen Versuch gemacht, 33'000 in den letzten 12 Monaten. Seit 2012 stieg der Anteil an Menschen mit Suizidgedanken von 6.4 auf 7.8 Prozent.

Und die Dunkelziffer dürfte aus zwei Gründen hoch sein: Erstens basiert die Statistik des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) auf Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB 2017), und bei Befragungen werden Auskünfte oft aus Scham …

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