Schweiz
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Ein lesbisches Paar erzählt, wie sie sich ihren Kinderwunsch erfüllten



Am Mittwoch hätte das Parlament über den Vorstoss «Ehe für alle» entscheiden sollen. Dieses Anliegen wurde jedoch auf einen unbestimmten Zeitpunkt verlegt. Ein wichtiger Punkt der Debatte wäre die Legalisierung der Samenspende gewesen.

Denn lesbische Frauen mit Kinderwunsch dürfen bis heute in der Schweiz weder heiraten, noch können sie legal eine Samenspende beanspruchen. Für heterosexuelle Paare ist die künstliche Befruchtung durch die Samenspende jedoch bereits erlaubt.

In der Schweiz leben derzeit zwischen 6’000 und 30’000 Regenbogenfamilien. Eva und Madleen und ihre beiden Töchter sind eine davon:

Video: watson/lea bloch

Vor einigen Jahren haben sie sich ihren Kinderwunsch in Spanien erfüllt. Denn wie in Spanien, ist auch in vielen anderen europäischen Ländern die Samenspende für lesbische Paare legal zugänglich.

Eva und Madleens Geschichte zeigt, mit wie viel Aufwand das Kinderkriegen für lesbische Paare in der Schweiz verbunden ist. Einerseits ist die Samenspende auf einer Samenbank mit viel Reisen und dementsprechend hohen Kosten gekoppelt. Andererseits wird nur diejenige, die das Kind austrägt als leibliche Mutter angesehen.

Um die gemeinsame Elternschaft herzustellen, muss eine Stiefkindadotion gemacht werden, die lange dauert, kostspielig und risikoreich ist. So lange die Adoption nicht gemacht ist, ist das Kind schlecht abgesichert, falls der leiblichen Mutter etwas zustösst. Dies kann das Parlament ändern, wenn es dem Zugang zur Samenspende für verheiratete Frauen in der Schweiz zustimmt, weil dann die gemeinsame Elternschaft ab Geburt des Kindes gilt.

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53
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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Saerd neute 05.06.2020 20:09
    Highlight Highlight Es ist absurd; auf der einen Seite werden hierzulande jährlich 10000 Kinder abgetrieben und auf der anderen Seite wird derweil ein Geschrei gemacht weil Samenspende und Leihmutterschaft kein Menschenrecht ist.
    • Lami23 05.06.2020 22:12
      Highlight Highlight Was willst du jetzt damit sagen ?
  • wise_guy 05.06.2020 13:13
    Highlight Highlight Ich finde es richtig, dass sich Frauenpaare entscheiden, Kinder zu haben. Für Kinder spielt es keine Rolle, ob sie jetzt zwei Frauen als Eltern haben oder einen Mann und eine Frau. Es gibt ja übrigens auch alleinerziehende Mütter und Väter!
    • wise_guy 05.06.2020 16:38
      Highlight Highlight In der Schweiz wird der Spender registriert und das Kind kann im Erwachsenenalter den Spender erfahren. In anderen Ländern ist es anders. Deshalb ist es so wichtig, dass die Samenspende in der Schweiz für verheiratete Frauen erlaubt wird.
  • Toni.Stark 05.06.2020 10:46
    Highlight Highlight Karli Odermatt Interview vom 12.10.2019 in der BZ
    (https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/fcb-kultfigur-karli-odermatt-ich-wurde-ausgepfiffen-ohrenbetaeubend-135786286): "...ein Bub, der ohne Vater aufwächst – das ist einfach nicht gut."
    • wise_guy 05.06.2020 14:31
      Highlight Highlight veraltete Klischees ...
    • Toni.Stark 05.06.2020 17:43
      Highlight Highlight @wise_guy: was für ein Hohn für all die vaterlosen Kinder dieser Welt!
  • poltergeist 04.06.2020 23:12
    Highlight Highlight Mater semper certa est. Viele Kinder wissen nicht wer der leibliche Vater ist, sollten aber ein Recht dazu haben wenn es sich um eine Samenspende handelt.
    • wise_guy 05.06.2020 12:59
      Highlight Highlight In der Schweiz wird der Spender registriert und die Kinder haben im Erwachsenenalter das Recht zu erfahren, wer der Spender ist. Im Ausland ist das teilweise anders. Deshalb ist es so wichtig, dass die Frauen hier in der Schweiz die Samenspende machen können.
  • Сédric Wermutstropfen 04.06.2020 17:57
    Highlight Highlight Samenspende/Leihmutterschaft gehört verboten. Ein Kind hat recht auf einen leiblichen Vater/Mutter. Das Kindswohl ist höher zu gewichten als irgendwelche Sonderwünsche von sexuellen Minderheiten.
    • pura vida 05.06.2020 11:04
      Highlight Highlight Ach cédric... Schon wieder du...

      Leihmutterschaft IST UND BLEIBT verboten. Es ist und war nie Teil der Forderung nach Gleichberechtigung.
      Also, dann auch keine Samenspende für Heteropaare, die keine leiblichen Kinder kriegen können. Entweder weil der Mann unfruchtbar ist, oder die Frau keine Eizellen produzieren kann.
      Eine Samenspende ist weit natürlicher als das künstliche Nachhelfen bei Paaren mit Zeugungsunfähigkeit. - stichwort Hotmonbehandlung usw.. Bitte einfach mal fertig denken
    • Lami23 05.06.2020 12:59
      Highlight Highlight Es hat ja eine leibliche Mutter.
    • wise_guy 05.06.2020 13:01
      Highlight Highlight Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern wachsten ebenso normal und glücklich auf wie Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern.
  • Team Insomnia 04.06.2020 16:47
    Highlight Highlight Es wäre mega lieb, wenn jemand aus dem Bild ganz oben ein Meme machen würde. Das wäre der neue hit!
  • Wunderbar 04.06.2020 14:11
    Highlight Highlight Guter Artikel!
    Wäre es möglich diesen Artikel über 2 Schwule zu bringen? Ich würde mich für die Optionen abgesehen der Leimutterschaft interessieren
    • p4trick 04.06.2020 17:24
      Highlight Highlight Das würde dann "Gebärmutter für Alle, Amen" heissen?
    • wise_guy 05.06.2020 15:11
      Highlight Highlight Naja, das Amen ist wohl eher etwas für die Kirche!
  • Peter Marthaler 04.06.2020 13:49
    Highlight Highlight Angesichts der Überbevölkerung sollte die künstliche Befruchtung generell verboten werden!
    • Rikku 04.06.2020 17:22
      Highlight Highlight Aha und wer mehr als ein Kind hat wird bestraft bzw die zweite Schwangerschaft per Gesetz abgetrieben? Wer entscheidet denn, ob und wieviele Kinder ein Paar haben darf? Du?
    • Team Insomnia 04.06.2020 17:49
      Highlight Highlight @Rikku:

      Grundsätzlich verstehe ich deinen Standpunkt. Wo ich aber wirklich extrem Mühe bekomme, ist in folgenden Situationen:

      Leute in meiner Umgebung sind sich einig, dass man die Überbevölkerung der Erde unbedingt stoppen muss.
      Die gleichen Leute finden es aber JEDES mal super-JÖöö wenn ein Promi Kinder bekommt. Sei es Federer, sei es Xhacka, sei es Rigozzi oder die Royals!!
      Jedes mal heisst es: „JÖööö-Suuuper herzig und ganz ganz toll!!“

      Diese Doppelmoral-Heuchelei ko*** mich einfach nur noch an.

      Ein Kind ist schlussendlich immer noch ein Kind! Darum geht es!
    • Rikku 04.06.2020 22:16
      Highlight Highlight Team Insomnia
      Viele finden Babys einfach nur jööö, da spielt es keine Rolle wer die Eltern sind.
      Man kann darüber diskutieren, ob es jetzt wirklich 5 oder 10 oder mehr Kinder sein müssen, aber einem Paar den Wunsch zu verweigern, nur weil es auf natürlichem Weg nicht klappt, während andere sich munter weiter vermehren, ist nicht fair. Nicht wenn man die Möglichkeit hat ihnen zu helfen und nicht mit dem Argument der Überbevölkerung.
      Übrigens kostet eine künstliche Befruchtung so viel Zeit und Geld und Nerven, viele sind froh wenn sie überhaupt ein Kind haben und machen das kein zweites Mal...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blues 04.06.2020 13:04
    Highlight Highlight Frage: lässt man den Samenspender aussen vor? Er ist medizinisch gesehen der Kindsvater. Das Problem kommt in späteren Jahren des Kindes. Habe miterlebt, wie eine Bekannte von mir jahrelang nach dem "Vater" gesucht hat ohne ihn zu finden. Sie wollte nur wissen, warum, wieso, weshalb sie keinen Vater (medizinisch Unmöglich) hat.
    • wise_guy 05.06.2020 12:57
      Highlight Highlight In der Schweiz wird Samenspender immer registriert und das Kind hat das Recht im Erwachsenenalter den Spender zu erfahren. Im Ausland ist das teilweise anders. Deshalb ist es so wichtig, dass die Frauen in der Schweiz eine Samenspende erhalten können.
    • wise_guy 05.06.2020 16:38
      Highlight Highlight In der Schweiz wird der Spender registriert und das Kind kann im Erwachsenenalter den Spender erfahren. In anderen Ländern ist es anders. Deshalb ist es so wichtig, dass die Samenspende in der Schweiz für verheiratete Frauen erlaubt wird.
  • p4trick 04.06.2020 12:45
    Highlight Highlight Habe ich diesen Satz im Video richtig verstanden: "Das ist auch gut so, dass es für das Kind später keine Möglichkeit gibt herauszufinden, wer der Vater ist."

    Kann mir das bitte jemand erklären wie sie das genau meint?
    • KentoyourBarbie 05.06.2020 07:48
      Highlight Highlight Es geht darum, dass der Mann nicht befürchten muss, dass das Kind 16 Jahre später ( zum Beispiel) vor seiner Tür steht und Ansprüche erhebt. Viele Männer die Samen spenden möchten keine Beziehung zu dem Kind haben und keine aktive Rolle spielen. Durch diese Regelung wird also der Erzeuger geschützt.
    • wise_guy 05.06.2020 12:55
      Highlight Highlight Wenn die Frauen im Ausland eine Samenspende machen lassen, haben sie manchmal auch die Möglichkeit, den Spender anonym zu lassen. Deshalb ist es so wichtig, dass sie es künftig in der Schweiz machen können, da bei uns der Spender immer registiert wird.
    • wise_guy 05.06.2020 13:03
      Highlight Highlight In der Schweiz wird der Spender registriert und die Kinder haben im Erwachsenenalter das Recht zu erfahren, wer der Spender ist. Im Ausland ist das teilweise anders. Deshalb ist es so wichtig, dass die Frauen hier in der Schweiz die Samenspende erhalten können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • p4trick 04.06.2020 12:44
    Highlight Highlight Mal ne Verständnisfrage: Muss bei einer Samenspende Mann und Frau sich ausweisen, dass sie verheiratet sind und nur dann kommt es zu einer Spende in der Schweiz? Oder wie läuft das ab?
    Also eine Frau alleine, wird die Samenspende verweigert?
    Mal jetzt von einer ofiziellen Samenspende geredet.
    • wise_guy 05.06.2020 13:04
      Highlight Highlight Eine Frau allein wird das Problem haben, dass sie keinen Arzt bzw. keine Ärztin findet, wo sie Unterstützung erhält.
  • Saerd neute 04.06.2020 12:27
    Highlight Highlight "In der Schweiz leben derzeit zwischen 6’000 und 30’000 Regenbogenfamilien."

    Schnell rechnen; oben genannte Zahlen sind Schätzungen, nehmen wir den Mittelwert und rechnen in hoch sind das in etwa 0.2 %.
    Jetzt stelle ich mir berechtigterweise die Frage ; müssen wir wegen einer krassen Minderheit von 0.2% unsere Gesetze ändern? Oder ist das Gros von 99.8 % nicht wichtiger?
    • Rikku 04.06.2020 17:26
      Highlight Highlight Was ist denn das für eine Überlegung? Der Mehrheit entsteht doch kein einziger Nachteil dadurch. Deswegen muss man da auch nicht abwägen, wessen Interessen wichtiger sind. Diese Minderheit will doch nur die gleichen Rechte und keinen Vorteil gegenüber der Mehrheit haben...
    • Saerd neute 04.06.2020 19:52
      Highlight Highlight Rikku
      Nein, sie wollen gleich sein wie die heterosexuellen Paare. Nur werden sie das trotzdem nie, die Natur steht ihnen im Weg.
    • Rikku 04.06.2020 22:07
      Highlight Highlight Saerd neute
      Nach deiner Argumentation sollten Paare, die auf natürlichem Weg nicht schwanger werden können, auch keine Unterstützung bekommen? Es gibt viele Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlung, nicht nur künstliche Befruchtung. Manchmal reicht eine Hormonbehandlung oder ein kleiner Eingriff, um der Natur auf die Sprünge zu helfen. Gehört das auch verboten, weil hier die Natur im Weg steht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Atavar 04.06.2020 11:33
    Highlight Highlight "Andererseits wird nur diejenige, die das Kind austrägt als leibliche Mutter angesehen."

    Das ist faktisch ja auch korrekt und bedeutet an und für sich noch keinen Nachteil (weder für Eltern, noch für das Kind). Bei einem Adoptivkind werden die Adoptiveltern ja auch nicht plötzlich die leiblichen Eltern...

    Ansonsten: Ja, die Werte unserer Gesellschaft, immer dann opportun, wenn man eigene Privilegien teilen müsste...
    • DieserNicknamewirdschonverwendet 04.06.2020 12:23
      Highlight Highlight Darf die andere Mutter, welche das Kind nicht ausgetragen hat, sich dann als Adoptivmutter oder Adoptivelternteil eintragen lassen? Dies fände ich toll, weil sonst hat diese Mutter keine Rechte/Pflichten gegenüber dem Kind. Ob eine Familie diese Eintragung vornehmen möchte oder nicht, ist dann ihnen überlassen, aber die Möglichkeit dazu, fände ich angebracht.
    • Hierundjetzt 04.06.2020 12:58
      Highlight Highlight Sollte so möglich sein. Du kannst ja auch als Nicht-Leiblicher Vater das Kind Deiner Frau adoptieren (sofern der Ex sein ok gibt)
    • rokat 04.06.2020 13:32
      Highlight Highlight Das stimmt so natürlich schon. Aber: Bei einer Samenspende bei einem heterosexuellen Paar muss der Mann ja auch nicht ein Adoptionsverfahren durchlaufen - obwohl er ja auch nicht der leibliche Vater ist.
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