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Bild: KEYSTONE

Trump kommt nicht ans WEF – dafür andere kontroverse Persönlichkeiten

US-Präsident Donald Trump kommt wegen des teilweise Stillstandes seiner Regierung nicht ans WEF. Umstrittene Gäste gibt es trotzdem reichlich. Der «Tages-Anzeiger» hat eine Liste von kontroversen Autokraten erstellt. 
22.01.2019, 01:2522.01.2019, 01:37

Jair Bolsonaro (Brasilien)

Bild: AP/AP

Dem neuen Präsidenten Brasiliens wird eine gewisse Ähnlichkeit zu Trump nachgesagt, weshalb er auch der «Tropen-Trump» genannt wird. Die Staatsoberhäupter empfinden Respekt für einander – und beide gelten als sehr umstritten. 

Beim Amtsantritt versprach er einen radikalen Neuanfang mit der Absicht, die Regierung zu «säubern». Aufgefallen ist Bolsonaro bislang fast nur negativ mit rassistischen, frauen- und schwulenfeindlichen Äusserungen. Sympathie empfindet er auch für die Militärdiktatur der Jahre 1964 bis 1985. Laut dem «Tages-Anzeiger» hat Bolsonaro bereits den Erwerb von Waffen erleichtert – angeblich zum Schutz der Frauen. 

Mit Umweltschutz kann der Rechtsextreme nicht viel anfangen. Er stellt die Bedürfnisse der Wirtschaft über Naturschutz und will das Umweltministerium in ein Agrarministerium umwandeln. Aktivisten fürchten, dass damit die Abholzung des Regenwaldes weiter vorangetrieben wird.

Adel al-Ahmad al-Jubeir (Saudiarabien)

Bild: AP/AP

Zu den Gästen am WEF zählt auch Adel al-Ahmad al-Jubeir, der bis vor Kurzem Aussenminister des Wüstenstaates war. Er bezeichnete Ermittlungen und Berichterstattungen rund um die Ermordung des saudischen Dissidenten Jamal Khashoggi als «hysterisch».

Ebenso nahm er den Kronprinzen Mohammed bin Salman wiederholt in Schutz: «Wir im Königreich wissen, dass solche Behauptungen gegen den Kronprinzen völlig falsch sind, und wir weisen sie entschieden zurück.» Wer bin Salman mit dem Mord in Verbindung bringt, überschreite eine rote Linie. 

Ilham Alijew (Aserbeidschan)

Bild: EPA/SPUTNIK POOL

­Ilham Alijew regiert Aserbeidschan bereits sein 16 Jahren – er folgte auf seinen Vater, der 10 Jahre Staatsoberhaupt war. Alijew führte eine Reihe von eigennützigen Reformen durch: Zuerst liess er die Amtszeitbeschränkung aufheben. Nach einem Referendum im Jahr 2016 verlängerte Alijew die Amtsdauer von drei auf sieben Jahre. Zudem schuf er das Amt des Vizepräsidenten und betraute seine Frau mit dieser Aufgabe.

Alijew wurde vom Journalistenkonsortium OCCRP, das Verbrechen und Korruption aufzudecken versucht, zum «Mann des Jahres 2012» gewählt. Seine Familie besitzt grosse Anteile an staatsnahen Betrieben. 

Paul Kagame (Ruanda)

Bild: EPA/EPA

Der Staatspräsident von Ruanda pilgert regelmässig zum WEF. Er regiert das Land schon seit 2000 und darf dank einer Verfassungsänderung das Amt bis 2034 ausüben. 

Für einen Skandal sorgte der ehemalige Rebellenführer letzten Sommer. Für 30 Millionen Pfund wurde Kagame Trikotsponsor beim FC Arsenal. Dadurch erhofft er sich, den Tourismus in Ruanda – mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut – anzukurbeln. 

Andrej Babis (Tschechien)

Bild: EPA/EPA

Der tschechische Regierungschef ist in einen Subventionsskandal verstrickt. So soll Babis angeblich zwei Millionen EU-Fördergelder in einen Wellness-Palast investiert haben. Tschechische Ermittler vermuten, dass dieser zu seinem eigenen Konzern gehört, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Auch das europäische Amt für Betrugsbekämpfung ist ihm wegen dieser Angelegenheit auf den Fersen. 

Um die Untersuchungen zu verhindern, soll Babis angeblich seinen Sohn gegen dessen Willen ausser Landes geschafft haben. Somit konnten die Behörden keine Befragung durchführen. Der Sohn ist im November nach zwei Jahren in Genf aufgetaucht und belastet seinen Vater schwer.

(vom mit Material von reu/dpa/sda/afp)

Lauter Protest gegen das WEF in Bern:

Video: srf/SDA SRF
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