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Fall Khashoggi: Saudi-Arabien weist CIA-Vorwürfe gegen Kronprinzen zurück



Saudi Arabia Foreign Minister Adel al-Jubeir speaks at a news conference at the Saudi Arabian Embassy in Washington, Friday, June 17, 2016. (AP Photo/Andrew Harnik)

Der saudische Aussenminister Adel al-Dschubair weist die Vorwürfe gegen Mohammed bin Salman zurück. Bild: AP/AP

Saudi-Arabien verwahrt sich gegen die angebliche Einschätzung des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, Thronfolger Mohammed bin Salman habe die Ermordung des Regierungskritikers Jamal Khashoggi angeordnet. Dies hatten amerikanische Sicherheitskreise berichtet.

Einen entsprechenden Bericht der «Washington Post» kommentierte Aussenminister Adel al-Dschubair mit den Worten: «Wir im Königreich wissen, dass solche Behauptungen gegen den Kronprinzen völlig falsch sind, und wir weisen sie entschieden zurück.» Es handele sich lediglich um Medienberichte, und es gebe dazu nichts Offizielles vonseiten der USA.

Rote Linie klar definiert

Der Diplomat äusserte sich in einem Interview der vom saudischen Staat finanzierten Zeitung «Al-Sharq al-Awsat», das am Montagabend veröffentlicht wurde. Darin stellte Al-Dschubair klar, dass die Monarchie in Riad keine Anschuldigungen gegen ihre höchsten Würdenträger dulden werde: «Ich möchte betonen, dass die Führung des Königreichs Saudi-Arabien, vertreten durch den König und den Thronfolger, ein rote Linie darstellt. Wir werden keine Versuche zulassen, sie anzutasten, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer.»

epa07177245 A handout photo made available by the Saudi Royal Palace shows Saudi King Salman bin Abdulaziz Al Saud saluting upon arrival to inaugurate the Shura Council new session, in Riyadh, Saudi Arabia, 19 November 2018. According to reports, King Salman condemned the Iranian interference in internal affairs of the regional countries and said the Kingdom would support a political solution to end the conflict in Yemen. The Consultative Assembly of Saudi Arabia, also known as Majlis Ash-Shura or Shura Council, is an advisory council with 50 members all of whom are appointed by the King.  EPA/BANDAR ALGALOUD HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der saudische König Salman. Bild: EPA/SAUDI ROYAL PALACE

Die «Washington Post» hatte unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, die CIA sehe Mohammed bin Salman als Drahtzieher hinter dem gewaltsamen Tod des Journalisten Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul. Das Aussenministerium in Washington stellte am Samstag aber klar, es sei noch keine abschliessende Bewertung in dem Kriminalfall getroffen worden. Bisher hat die US-Regierung Strafen gegen 17 ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter verhängt, aber nicht gegen den Thronfolger.

Die Chronologie des Falls Khashoggi

Todesstrafe für fünf Personen

US-Präsident Donald Trump hatte es jüngst zwar als möglich bezeichnet, dass die CIA den Kronprinzen beschuldige. Zugleich sprach er aber von einer «sehr voreiligen» Schlussfolgerung. Der vollständige CIA-Bericht werde ihm erst am heutigen Dienstag vorgelegt.

Khashoggi war Anfang Oktober verschwunden, als er Unterlagen im saudiarabischen Konsulat in Istanbul für seine Hochzeit abholen wollte. Erst nach langem Zögern räumte Saudi-Arabien ein, dass der Journalist getötet wurde. Sein Leichnam bleibt allerdings verschwunden. Die genauen Todesumstände sind weiterhin unklar. Die saudische Staatsanwaltschaft fordert für fünf Beschuldigte die Todesstrafe.

Der Fall sorgt international für Empörung. Aus Kreisen des saudischen Königshauses verlautete, mehrere Mitglieder der Königsfamilie versuchten zu verhindern, dass der Kronprinz nach dem Tod seines 82-jährigen Vaters den Thron besteigt. Stattdessen diskutierten sie die Möglichkeit, dass Prinz Ahmed bin Abdulasis, der 76-jährige Bruder von König Salman, dessen Nachfolger werde. (sda/reu/dpa)

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gravitation 20.11.2018 11:54
    Highlight Highlight Ich denke es war Absicht vom Königshaus das der Mord an die Öffentlichkeit kommt und das sie den Aufschrei in der Weltöffentlichkeit in Kauf nehmen. Sie wissen genau das es keine weiteren Konsequenzen haben wird. Ich denke auch das die traurige Wahrheit ist dass das Regime sein Ziel erreicht hat und seine Botschaft bei den kritischen Journalisten im Land angekommen ist. Es ist immer erschreckender wie solche Regime immer weniger Skrupel an den Tag legen!
  • rolf.iller 20.11.2018 10:05
    Highlight Highlight hmmmm, wer genau hat da eine rote Linie zuerst überschritten?
  • D(r)ummer 20.11.2018 08:19
    Highlight Highlight Die Botschaft in der Türkei trägt ja schon den Namen von (Mohammed bin Salman) al-Saud.
    Weswegen sollte der solche Sachen unter seinem Dach zulassen, wenn er es nicht selbst befohlen hat?
    Saudi-Arabien ist eine Katastrophe.

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