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Das PC-7 Team 2015 mit einem Pilatus PC-7 Turbo vorneweg in Aktion anlaesslich des Medientages der Luftwaffe, am Freitag, 17. April 2015, in Emmen. Am Medientag werden die Teams 2015 und ihre Jahresprogramme vorgestellt. Zudem wird die Stiftung PRO AERO den Anerkennungspreis 2015 verleihen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Das PC-7 Team 2015 mit einem Pilatus PC-7 Turbo vorneweg in Aktion anlässlich des Medientages der Luftwaffe, am Freitag, 17. April 2015, in Emmen. Bild: KEYSTONE

Absturz am Schreckhorn: PC-7-Pilot tot aufgefunden



Der Pilot des am Dienstagmorgen am Schreckhorn abgestürzten Kleinflugzeuges PC-7 der Schweizer Armee ist tot. Der verunglückte Milizmilitärpilot, ist am späten Dienstagabend an der Absturzstelle gefunden und identifiziert worden, teilt das VBS mit. 

Für die Untersuchung des Absturzes habe die Militärjustiz erste Schritte eingeleitet. In den kommenden Tagen und Wochen werde die Armee die Wrackteile bergen. Dies sei wegen des schwer zugänglichen, hochalpinen Geländes vom Wetter abhängig und könne deshalb noch länger andauern. 

Die Absturzstelle ist seit dem Abend des 12. September und voraussichtlich bis 19. September für Berggänger gesperrt. Die Armee hat zudem eine Flugverbotszone um den Unfallort für sämtliche Luftfahrzeuge in einem Radius von fünf Kilometern ab Boden bis in eine Höhe von 4000 Metern über Meer (Flight Level 130) eingerichtet, wie das VBS weiter mitteilte.

Keine Radarüberwachung

Nach Angaben von Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg hob das Propellerflugzeug am Dienstagmorgen etwa um 8.30 Uhr vom Flugplatz Payerne in der Waadt ab und hätte um etwa 9.30 Uhr in Locarno im Tessin landen sollen. Dort sei es aber nicht planmässig angekommen. Daraufhin sei eine Suchaktion gestartet worden, an welcher sich drei Helikopter, eine PC-7 und die Jets des Luftpolizeidienstes beteiligten, sagte Schellenberg.

Etwa um 16 Uhr konnte die Maschine im Gebiet des Schreckhorns in den Berner Alpen gesichtet werden. Die PC-7-Propellerflugzeuge werden nicht permanent mit einem Radar überwacht. Der Pilot meldet sich am Abflugort ab und danach am Ankunftsort wieder an.

Über einen Schleudersitz verfügen die Flugzeuge nicht, doch der Pilot trägt einen Fallschirm. Den letzten Radarkontakt hatte die Maschine in der Region des Schreckhorns.Der Pilot sei in Payerne zu einem Flug nach Sichtbedingungen gestartet, sagte Peter Bruns, stellvertretender Chef Einsatz bei der Luftwaffe. Das bedeute, dass der Pilot grundsätzlich für die Wahl des Flugweges verantwortlich sei und die Route wegen des Wetters anpassen könne. Den Flugplan habe der Chef Flugoperation bewilligt; die Wetterprognosen hätten den Flug zugelassen.

«Absolute Routine»

Zum vermissten Piloten machte die Spitze der Luftwaffe keine weiteren Angaben, zum seinem Schutz und dem seiner Angehörigen, wie Schellenberg sagte. Auch zu möglichen Unfallgründen gab es keine Angaben.

Laut Informationen der Luftwaffe im Internet wurden die PC-7-Flugzeuge bei der Schweizer Armee seit 1982/83 benutzt. Von ursprünglich 40 beschafften Maschinen waren im Jahr 2014 noch 28 im Einsatz.

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Das Flugzeug wurde im Gebiet des Schreckhorns gefunden.

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Das Flugzeug war in Payerne gestartet und kam nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt in Locarno an.

Die Gründe des Absturzes sind unklar. Während der Pressekonferenz am Nachmittag erklärte Peter Bruns, Stv. Chef Einsatz der Luftwaffe, dass ein Flug bei dieser Wetterlage «absolute Routine» sei. Weder am Abflugs- noch am Ankunftsort habe die Wetterlage Grund dazu gegeben, den Flug nicht durchzuführen.

Der Ticker der Medienkonferenz vom Nachmittag zum nachlesen:  

Liveticker: PK PC-7 Luftwaffe

Schicke uns deinen Input
16:47
Mitglied einer ordentlichen Staffel
Als Militärpilot sei der Pilot Mitglied einer ordentlichen Staffel, beantwortet Schellenberg die letzte Frage. Die Luftwaffe werde wieder informieren, wenn man den Piloten gefunden habe. Damit schliesst Armeesprecher Reist die Pressekonferenz.
16:46
«Diese Frage stelle ich mir natürlich auch.»
Warum es in den letzten Jahren viele Unfälle gegeben habe?, wird gefragt. Schellenberg antwortet, das frage er sich auch. «Diese Ereignisse scheinen keinen inneren Zusammenhang zu haben», sagt Schellenberg. Eine weitere Frage, ob diese Unfälle mit strukturellen Veränderungen innerhalb der Armee zu tun hätten, beantwortet Schellenberg erneut mit: «Bitte respektieren Sie, dass wir in erster Linie einen Menschen suchen, und dann die Hintergründe aufarbeiten.»
16:44
Ist es üblich, dass bei solchem Wetter geflogen wird?
«Es ist absolute Routine», sagt Bruns, es sei nichts aussergewöhnliches, dass trotz volatilem Wetter in den Alpen geflogen und die Lage während des Flugs laufend beurteilt werde.
16:43
Warum ist die Bergung so schwierig?
Das Problem seien die Wetterverhältnisse, beantwortet Schellenberg die Frage eines Journalisten. Es habe geschneit, fügt Bruns an, man habe bessere Verhältnisse abwarten müssen, um die Maschine überhaupt sichten zu können. Aus der Luft sei dann ein Blick auf das Flugzeug gelungen.
16:40
Keine Angaben über die Identität des Piloten
«Es geht darum, ihn und seine Angehörigen zu schützen», sagt Schellenberg. Er bitte um Verständnis, dass man noch nicht mehr zum Piloten sagen wolle.
ZUR MELDUNG, DASS LUFTWAFFENCHEF ALDO C. SCHELLENBERG AM USTERTAG 2016 DIE SICHERHEITSLAGE IN EUROPA NACH DER WAHL VON DONALD TRUMP FUER UNBERECHENBAR HAELT, STELLEN WIR IHNEN AM SONNTAG, 20. NOVEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Aldo C. Schellenberg, Kommandant der Luftwaffe, informiert ueber einen Absturz eines F5-Tiger-Flugzeugs der Patrouille Suisse in den Niederlanden, am Donnerstag, 9. Juni 2016, in Bern. Der Unfall habe sich um 16.15 Uhr ereignet, sagte Schellenberg am Donnerstagabend vor den Medien in Bern. Es sei zu einer Beruehrung zwischen zwei F5-Tiger-Flugzeugen der Patrouille Suisse gekommen. Ein Pilot habe sich danach mit dem Schleudersitz retten koennen. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)
16:37
«Wir suchen nicht die Armee, wir suchen einen Menschen»
Daniel Reist, Armeesprecher, eröffnet die Fragerunde. Man solle bitte über diesen spezifischen Fall reden, ermahnt der Sprecher. Nicht über die Armee im Allgemeinen.
16:36
Milizpiloten müssen regelmässig fliegen
«Milizpiloten haben Vorlagen, wie viele Grundstunden und Übungen sie erfüllen müssen», sagt Bruns. Milizpiloten seien sehr erfahren, sie müssten regelmässig fliegen, spätestens aber alle 66 Tage.
16:35
Wetterlage war in Ordnung
Aktuell habe man keine Hinweise, dass die Wetterverhältnisse den Flug nicht erlaubt hätten, fährt Bruns fort. Sowohl am Abflug- als auch am Ankunftsort sei die Wetterlage in Ordnung gewesen. Auch auf dem Flugweg, in den Alpen, habe nichts gegen den Flug gesprochen. Das Wetter sei in dieser Region aber natürlich volatil, der Flugweg müsse laufend beurteilt werden.
16:35
Pilot grundsätzlich selber verantwortlich
Peter Bruns, Stv. Chef Einsatz der Luftwaffe und Chef der Operationszentrale, selbst Pilot, sagt, der PC-7 sei ein bewährtes Flugzeug der Luftwaffe und werde regelmässig gewartet. Der Pilot habe einen Flugplan aufgegeben, nach Sichtflugregeln von Payerne nach Locarno. Das bedeute, der Pilot sei grundsätzlich für die Flugwegwahl verantwortlich. Er könne diese dem Wetter anpassen. Es bestehe auch nicht zwingend Radar- oder Funkkontakt mit der Einsatzzentrale. Der Start sei um 08:30 Uhr in Payerne erfolgt, die geplante Landung in Locarno auf 09:30 angesetzt.
16:31
Flugzeug wurde gesichtet
Das Flugzeug sei gesichtet worden, sagt Schellenberg. Man könne aber keine Angaben zum Pilot machen. Aufgrund der Wetterlage könne man das Flugzeug noch nicht bergen, die Rettung des Piloten sei schwierig. Die Gedanken seien bei den Angehörigen.

Das Flugzeug wurde in der Region Schreckhorn gesichtet:
16:31
«Erfahrener Pilot»
Der Milizpilot sei ein erfahrener Pilot, eröffnet Schellenberg die Pressekonferenz. An der Such- und Rettungsaktion seien bis zu drei Helikopter, eine PC-7-Maschine und die Jets des Luftpolizeidienstes beteiligt gewesen. Das Suchgebiet konnte auf das Gebiet Schreckhorn eingegrenzt werden.
16:23
Gleich geht's los
Um 16:30 informiert der Kommandant der Schweizer Luftwaffe, Aldo Schellenberg, über die verschollene PC-7. Was bisher bekannt ist: Das Propellerflugzeug hob kurz nach 8 Uhr vom Flugplatz Payerne VD ab und hätte kurz nach 9 Uhr in Locarno eintreffen sollen. An Bord befand sich nur der Pilot, der sich laut Angaben der Luftwaffe nicht im Kampftraining befand.

Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre

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