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Basel und die Drogen, Zecken und Dienstverweigerer – das schreiben die Sonntagszeitungen

21.10.2018, 05:5621.10.2018, 14:12

Die Bundesratswahlen, grosse Unterschiede beim Drogenkonsum in den Kantonen und Schweizer Ermittlungen gegen afrikanische Piraten: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen. Der Überblick:

Nirgends landen so viele nach Rauschmittel-Konsum im Spital wie in Basel

Bild: KEYSTONE

In Basel-Stadt und der Romandie gibt es schweizweit am meisten Spitalaufenthalte wegen Alkohols und anderer Drogen. Dies zeigt eine neue Auswertung des schweizerischen Gesundheitsobservatoriums, über die die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten.

Bei Spitzenreiter Basel-Stadt gab es 2016 pro 1000 Einwohner 17.4 entsprechende stationäre Spitalaufenthalte. Dahinter folgten fast alle Kantone aus der Romandie. Den tiefsten Wert hatte mit einer Rate von 4.8 Spitalaufenthalten pro 1000 Einwohner der Kanton Zug. Ursache für die meisten Fälle war Alkohol.

Als einen der Gründe für die Unterschiede zwischen den Kantonen nannten Suchtexperten gegenüber der Zeitung unterschiedliche Trink- und Konsumkulturen. Dies gelte insbesondere für die Romandie, wo es viele Weinbauern gebe, hiess es beim Walliser Gesundheitsobservatorium.

Das basel-städtische Gesundheitsdepartement hingegen wehrte sich vehement gegen eine solche Zuschreibung. Das Konsumverhalten sei nicht entscheidend, sagte eine Sprecherin des Departements. Vielmehr spiele die Art und Weise, wie die Diagnosen in den Spitälern erfasst würden, eine Rolle.

Für die Analyse haben Wissenschaftler über 75'000 Spitalaufenthalte wegen des Konsums von Alkohol, Tabak, Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Schmerzmitteln, Cannabis, Kokain, Lösungsmitteln oder Halluzinogenen wie LSD herangezogen. Die Diagnosen umfassten ein breites Spektrum an schädlichen Gebrauchs von Vergiftungen bis hin zu psychischen Störungen.

Zeckenbisse: Behörden weiten Impfempfehlung aus

Bild: shutterstock.com

Nach einem Rekord an durch Zecken an Hirnhautentzündung erkrankten Menschen in der Schweiz reagieren Bund, Kantone und die Experten der Eidgenössischen Impfkommission definitiv. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, weiten sie gemäss einer Vereinbarung ihre Impfempfehlung aus. Entsprechende mögliche Absichten gab der Bund bereits Mitte September bekannt.

Der Rat zur Impfung solle nicht mehr nur auf einzelne Risikogebiete beschränkt sein, die auf einer kleinteiligen Gefahrenkarte eingetragen sind. Vielmehr solle die Empfehlung für ganze Kantone oder gar die ganze Schweiz gelten. Man wolle verhindern, dass es im nächsten Jahr erneut so viele Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis-Ansteckungen gebe, erklärte Mark Witschi, Sektionsleiter beim Bundesamt für Gesundheit.

In diesem Jahr infizierten sich mindestens 344 Menschen nach einem Zeckenbiss mit einer viralen Hirnhautentzündung, 30 Prozent mehr als im ganzen Jahr 2017 und so viele wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Gut 80 Prozent der gemeldeten Personen müssen vorübergehend hospitalisiert werden; die Symptome reichen von Fieber über heftige Kopf- und Gliederschmerzen bis hin zu Bewusstseinstrübungen und Lähmungen. In seltenen Fällen verläuft die Entzündung tödlich. Zuletzt starb im Juni ein 73-jähriger Jäger aus dem Kanton Aargau nach einem Zeckenbiss.

Pfister will nicht

Bild: KEYSTONE

CVP-Präsident Gerhard Pfister will trotz Zuspruch auch aus anderen Parteien nicht Nachfolger von Bundesrätin Doris Leuthard werden. Eine allfällige Wahl durch das Parlament als Sprengkandidat würde er nicht annehmen, sagte er in Interviews mit mehreren Sonntagszeitungen. «Ich schliesse eine Kandidatur aus», bekräftigte der 56-jährige Zuger Nationalrat. Für den «unwahrscheinlichen Fall», dass er am 5. Dezember gegen seinen Willen gewählt werden sollte, «würde ich wohl erklären, dass ich eine Wahl nicht annehmen könnte und dass die Bundesversammlung jemanden der offiziell Kandidierenden aus der CVP wählen sollte».

Er habe mit der Wahl zum CVP-Präsidenten von der Idee, Bundesrat zu werden, Abschied genommen. Der Parteipräsident ortet hinter den anhaltenden Forderungen nach seiner Kandidatur «Züge einer Kampagne». Diese habe offensichtlich auch das Ziel, die CVP zu disqualifizieren oder die CVP-Führung zu destabilisieren und ihn ein Jahr vor den Wahlen an der Spitze wegzulocken. 

Preisüberwacher untersucht Einbürgerungsgebühren

Der Schweizer Preisüberwacher nimmt die grossen Kostenunterschiede zwischen den Kantonen bei Einbürgerungen unter die Lupe. «Wir haben mit einer Studie begonnen», erklärte der stellvertretende Preisüberwacher Beat Niederhausen der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche». Man habe von Hauptorten in mehreren Kantonen die Gebührenhöhe erfragt. «Wir sehen uns nun die Verfahren und die Gründe für die Kostenunterschiede an.»

Gemäss des geltenden Gesetzes dürfen die Gebühren lediglich die Kosten decken und keine zusätzlichen Einnahmen generieren. In Basel-Stadt etwa kostet dem Bericht zufolge die Einbürgerung einen 30-jährigen Alleinstehenden 2150 Franken, in Lausanne gerade mal nur zwischen 550 und 850 Franken. In Freiburg schwankt die Gebühr zwischen 1800 und 3000 Franken. Begründet werden dort die höheren Kosten unter anderem mit einer geringen Anzahl an Gesuchen.

Basel ermittelt gegen Piraten

Die basel-städtische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen afrikanische Piraten eingleitet, die vor einem Monat im Golf von Guinea die Mannschaft des Schweizer Hochseeschiffs MV Glarus entführt hatten. Kriminalkommissär René Gsell bestätigte dem «SonntagsBlick» die Eröffnung eines Vorverfahrens zur Geiselnahme. Zum Stand der Untersuchung machte er wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben.

Weil die Geiselnahme eine Straftat an Bord eines Schweizer Seeschiffs ist, wird das Flaggenprinzip angewendet. Die Glarus steht damit unter Schweizer Recht. Kommt es auf ihr zu einem Verbrechen, gilt dieses als in der Schweiz verübte Tat. Da Basel der Heimathafen aller Schweizer Hochseeschiffe ist, wurden die dortigen Staatsanwälte aktiv.

Sieben Philippiner, ein Kroate, ein Bosnier, ein Slowene, ein Ukrainer und ein Rumäne sind seit einem Monat in Geiselhaft, Schweizer sind keine darunter. Die Piraten fordern Lösegeld. Die Verhandlungen dauern an. Die Mannschaft werde zusammen festgehalten und es gehe ihr den Umständen entsprechend gut, sagte ein Sprecher für die betroffene Reederei Massoel Shipping.

Dienstverweigerer sollen rehabilitiert werden

Bild: KEYSTONE

In der Schweiz sollen tausende frühere Militärdienstverweigerer rehabilitiert werden. Die grüne Genfer Nationalrätin Lisa Mazzone fordert in einer parlamentarischen Initiative den Bund dazu auf, die früher ausgesprochenen Strafurteile gegen rund 12'000 Männer zwischen 1968 und 1996 zu annullieren. Sie wolle, dass der Bund Gerechtigkeit herstelle, sagte Mazzone der Zeitung.

Seit 1996 können Schweizer Männer einen zivilen Ersatzdienst leisten. Wer sich vorher weigerte, aus Gewissensgründen keinen Militärdienst zu leisten, kassierte eine Freiheitsstrafe.

Im bürgerlichen Lager kommt der Vorstoss schlecht an. Es gebe nichts zu rehabilitieren, sagte der Urner FDP-Ständerat Josef Dittli, Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission. Die Urteile seien nach dem damals gültigen Gesetz gefällt worden. Jeder damalige Dienstverweigerer habe um die Sanktionierung gewusst und sie bewusst in Kauf genommen. 2000 lehnte der Nationalrat einen ähnlichen Vorstoss der SP für eine Rehabilitierung ab. Der Bundesrat befürchtete, eine solche könnte finanzielle Forderungen auslösen.

Danone bringt Lebensmittelampel

Der französische Getränke- und Lebensmittelkonzern Danone will mit Produktions- und Beschriftungsmassnahmen die Konkurrenten in der Schweiz angreifen und verlorene Umsatzanteile zurückholen. Wie der Schweiz-Chef des Multis, Karim Chaouch, der «SonntagsZeitung» erklärte, will das Unternehmen in den kommenden Jahren neue Produkte auch in der Schweiz herstellen. Eine Schweizer Flagge auf der Verpackung komme hierzulande gut an, sagte der Manager. Einen Wettbewerbsvorteil verspricht sich der Joghurt- und Quarkanbieter von der Einführung einer Lebensmittel-Ampel auf allen Verpackungen seiner Milchprodukte in der Schweiz ab 2019. Danone setzt dabei auf das in Frankreich bereits etablierte System Nutri-Score. Dabei soll anhand der Farben rot, gelb oder grün dem Kunden auf einen Blick klar werden, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist. Die Schweizer Detailhändler und Nahrungsmittelhersteller lehnten bislang eine solche Ampel-Kennzeichnung ab. (sda)

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