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Thomas Archer-Mills

Thomas J. Mace Archer-Mills gibt dem SRF während der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle Insights ins Königshaus. In Wahrheit heisst er Thomas Muscatello, stammt aus New York und lebt in Vermont.

Von wegen britischer Royal-Spezialist: SRF-Experte ist in Wirklichkeit Tommy aus den USA

Wie viele andere Medien haben auch die SRF-Infoflaggschiffe den Vorsitzenden der britischen Monarchisten-Vereinigung, Thomas J. Mace Archer-Mills, als Royals-Experte gefeatured. Doch der ist nicht, wer er vorgibt zu sein. 

01.06.18, 07:45 01.06.18, 16:38


Rund um die Vermählung der US-Schauspielerin Meghan Markle mit dem britischen Prinzen Harry war er ein gefragter Mann: Thomas J. Mace Archer-Mills, als Vorsitzender der British Monarchist Foundation ausgewiesener Royals-Spezialist und -experte. 

Gegenüber einem norwegischen TV-Sender mahnte er an, dass Markle sich zurücknehmen und sicherstellen müsse, «dass die Traditionen und Werte, die wir als britisches Volk haben, immer im Vordergrund stehen». Im Interview mit einem US-Sender riet er Markle aus der Ferne, «keine Mitglieder des Königshauses gegen sich aufzubringen». Adrett und very british gekleidet gab er entlang der Route der Kutschenfahrt des Brautpaares den Royal-Experten und gab Interview um Interview, Einschätzung um Einschätzung.

«Das tun wir hier nicht, wir machen die Dinge ruhig und mit Würde.»

Thomas J. Mace Archer-Mills Tommy aus den USA

Auch SRF holte Thomas J. Mace Archer-Mills anlässlich der Royals-Hochzeit vor die Kamera, denn er ist immer gut für ein knackiges Quote und liebt Markle-Bashing.

Zwei Tage vor der Hochzeit sagte er gegenüber «10vor10»: «Sie muss noch lernen, den Mund zu halten. Sie ist eine selbsternannte Feministin. Das tun wir hier nicht, wir machen die Dinge ruhig und mit Würde.» Das Quote geht seit gestern Abend durch die Weltmedien. Aus unerfreulichem Grund. 

Video: streamable

Denn Archer-Mills Einschätzungen sind bei SRF beliebt. Bereits anlässlich des 70. Hochzeitstages der Queen vergangenen Dezember und weiteren Gelegenheiten gab Archer-Mills der «Tagesschau» des SRF seine Einschätzung zur Lage des Königshauses und der Nation zum Besten. 

Video: streamable

Das sagt SRF zum Fake-Royal-Experten

Bei SRF ist man not amused über den Royal-Hochstapler: «Wir ärgern uns sehr, dass wir diese Person für einen Experten gehalten haben», sagt SRF-Sprecher Stefan Wyss.  Dieser sei sehr professionell und mit einem grossen Wissen aufgetreten und habe weder bei SRF noch bei vielen anderen Medien einen Verdacht geweckt. 

Als Sofortmassnahme nimmt SRF alle online verfügbaren Beitrage zur Hochzeit von Harry und Meghan mit diesem «Experten» vom Netz. «Zudem werden wir auf unserer Website ein Korrigendum aufschalten.» (amü)

Wie Recherchen des «Wall Street Journal» (WSJ) nun zeigen, ist der britische Chefmonarchist Archer-Mills gar nicht der britische Chefmonarchist Archer Mills, sondern ein kommuner Amerikaner.

«God save the Queen!»

Er heisst  Thomas «Tommy» Muscatello, ist 38 Jahre alt und stammt aus Upstate New York, wo er nahe an der Grenze zu Vermont aufgewachsen ist. Mit den Recherchen des WSJ konfrontiert, weigerte sich Muscatello, seine Nationalität offenzulegen und gab stattdessen an, die britische Lebensweise schon von klein auf bewundert und verinnerlicht zu haben.

Er habe schon früh einen britischen Akzent angenommen, Konversationen mit Freunden konsequent mit dem Ausspruch «God save the Queen!» beendet und fühle sich seit jeher mehr als Brite denn als Amerikaner. 

Sein falscher Name setze sich aus verschiedenen Namensteilen von Freunden und Bekannten zusammen, ausserdem habe er eine Übereinkunft mit zwei älteren britischen Staatsbürgern, die er «Grossvater und Grossmutter» nennen dürfe. 

«Wenn sie herrschen, schenken sie nach»

Nebst dem Vorsitz seiner British Monarchist Foundation engagiert sich Muscatello auch sonst in der Wissensvermittlung rund um die Royals. So hat er auch ein Buch veröffentlicht über die Trinkgewohnheiten in Buckingham Palace mit dem Titel «Their Majesties’ Mixers – when they reign, they pour». Darüber hinaus bezeichnet sich Muscatello auch als Präsident des «Centre for British Royal Studies», dessen Publikationsliste sich laut WSJ auf von Muscatello selbst verfasste Biographien beschränkt.

Gegenüber dem Guardian beschwerte sich Muscatello über den journalistischen Vertrauensbruch des WSJ. Dieses habe ihn mit einer falschen Interview-Anfrage hintergangen und danach auch noch die Fakten falsch dargestellt. 

Muscatellos Vater hingegen bestätigte die Recherchen des WSJ: «Mein Sohn sagte zu mir: ‹Dad, eines Tages will ich nach England auswandern und Teil von allem werden, was dort abgeht.›» (thi)

Die Traumhochzeit von H&M 😍

Prinz Harry sorgt für Lacher

Video: srf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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50
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50Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sapientia et Virtus 01.06.2018 15:54
    Highlight Auch wenn die Krone dort seit 235 Jahren nicht mehr regiert, bleibt Amerika im Herzen ein Teil der englischen Kulturnation. Die Queen steht den Amerikanern trotz ihrer teils deutschen Vorfahren näher als ihr eigenes deutsch-keltisches Staatsoberhaupt, und Herr Muscatello ist wohl britischer als viele Einwohner des Mutterlandes.
    7 2 Melden
  • chrisdea 01.06.2018 13:31
    Highlight Make America Great (Britain) Again
    15 2 Melden
  • Pascal91 01.06.2018 13:07
    Highlight Hier hatte der gute Herr auch einen super Auftritt :D


    10 0 Melden
    • dickmo 01.06.2018 13:15
      Highlight @Pascal91: 😂😂😂 Jetzt ist auch klar, warum er Meghan Markle so hasst. Die spaziert straight outta America direkt in den Buckingham Palace, während er immer noch mit seiner Medale aussen vor herumsteht und nicht ernst genommen wird. Frustrierend in der Tat.
      36 2 Melden
  • Walser 01.06.2018 13:07
    Highlight Dieser Tommy scheint ein witziger Kerl zu sein. Schon sein Name und die Entstehung sind zum Schreien. Gefällt mir wenn es solche Typen schaffen alle an der Nase herumzuführen. Das ganze Royal- und Königsgehabe ist doch eh ein einziger Witz und Kasperlitheater.
    37 1 Melden
  • Palatino 01.06.2018 13:01
    Highlight Da wurde uns etwas in den Medien vorgespielt, dass nicht der Wahrheit entspricht. Ich bin schockiert, aber so was von! An was soll man noch glauben? Was kommt als Nächstes? Vielleicht die Meldung, dass noch nie ein Reissack in China umgefallen ist?
    24 2 Melden
  • tyrannosaurus 01.06.2018 12:20
    Highlight Wieso soll der Mann denn kein Experte sein, wenn er doch gemäss SRF-Sprecher Stefan Wyss «sehr professionell und mit einem grossen Wissen (ausgestattet)» aufgetreten ist? Was ist denn eigentlich ein Experte, wenn nicht so einer?
    53 0 Melden
  • züristone 01.06.2018 11:54
    Highlight Ist doch völlig egal wo ee herkommt, sein Wissen macht ihn zum Experten. Ein Kriminologe ist auch nocht kriminell...
    44 1 Melden
  • Carlitos Fauxpas 01.06.2018 11:41
    Highlight Thomas Senf Royal - der würzige für Geniesser!
    4 2 Melden
  • Hans der Dampfer 01.06.2018 11:29
    Highlight Vielleicht hätte das SRF einfach besser recherchieren sollen. Schon der Dialekt der nicht gerade nach GB klingt hätte die G&G Leute ja stutzig machen können.
    3 4 Melden
  • Der Mann im Mond 01.06.2018 11:16
    Highlight Schon wieder macht uns ein Tom(my) Kummer.
    6 1 Melden
  • MB präsentiert 01.06.2018 11:02
    Highlight Ich sehe das Problem nicht ganz.. Alle diese sogenannten Adelsexperten erzählen doch so ziemlich was sie wollen, da kommt es doch nicht darauf an ob er nun wirklich Brite ist oder nicht. Und wenn er ja nun schon länger dort lebt machen Aussagen wie "hier bei uns" doch durchaus Sinn.
    30 0 Melden
  • LeChef 01.06.2018 10:09
    Highlight Lasst ihn doch in Ruhe. Wir leben in einer freien Welt, und wenn er seinen Namen ändern möchte und Royal Experte sein will, dann darf er das doch. Es kommt doch nur darauf an, ob er seine Aufgabe ordentlich macht (das kann ich nicht beurteilen weil mir Royals am A.. vorbei gehen).

    Es wäre wirklich schön, wenn ihr über relevante Dinge schreiben würdet, statt Leute durch den Dreck zu ziehen.
    56 7 Melden
  • Janis Joplin 01.06.2018 09:58
    Highlight "Engländer - Sie können es noch so versuchen, aber Sie werden es nicht schaffen, so wie sie zu sein..."

    George Mikes (seines Zeichens Ungar, welcher für 2 Wochen nach England ging und dann 52 Jahre blieb) wusste schon worüber er schrieb, als er damals seine Schreibmaschine für "How to be an Alien" fitmachte...und hierfür selbst Pythagoras' Satz leicht zweckentfremdete.

    Ich musste so grinsen wie ich die Titelzeile las.... :)
    8 4 Melden
  • massyv 01.06.2018 09:45
    Highlight Mit dem BILLAG Geld das der SRF erhalten bleibt könnte man schon seine Quellen etwas genauer überprüfen...
    23 102 Melden
  • Capoditutticapi 01.06.2018 09:37
    Highlight Frank Abagnale lässt grüssen
    24 0 Melden
  • Madmessie 01.06.2018 09:13
    Highlight Und wo ist jetzt das Problem? Der ist wahrscheinlich mehr Brite als 99.9% der richtigen Briten. Zudem weiss er offensichtlich eine Menge über die Royals und kann gute Interviews geben. Meine Güte, haben wir schon Sommerloch?
    67 16 Melden
    • dickmo 01.06.2018 09:27
      Highlight Der gute Mann erzählt eigentlich ausschliesslich Stuss...
      63 7 Melden
    • Nosgar 01.06.2018 09:33
      Highlight @dickmo
      Das trifft auf jeden Promi- oder Royal-Experten zu.
      97 3 Melden
    • dickmo 01.06.2018 10:28
      Highlight Das stimmt vermutlich. Ich schaue jeweils nicht alles.
      22 8 Melden
  • Gummibär 01.06.2018 09:10
    Highlight Ein kleiner Hauptmann von Köpenick, der königliche Berichterstatter Muscatello von Windsor mit der Bugatti Sportmütze.
    Herzig !
    30 1 Melden
  • meine senf 01.06.2018 08:54
    Highlight Mal davon abgesehen, dass Royals-Experte wohl der überflüssigste "Beruf" der Welt ist, wo ist das Problem?

    Es gibt ja vielleicht auch z.B. deutsche Experten für schweizerische Politik oder umgekehrt.
    257 8 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 01.06.2018 13:02
      Highlight Es gäbe da noch porno Historiker...
      6 1 Melden
    • meine senf 01.06.2018 19:49
      Highlight Nein, Pornos sind wichtiger :)
      2 1 Melden
  • Erarehumanumest 01.06.2018 08:53
    Highlight Was ich mich in diesem Zusammenhang auch immer frage: Wie wird man "Terrorexperte" und was haben diese Leute vor dem 11.9.2001 gearbeitet? Gab es danach eine Umschulung? Die Fragen sind durchaus ernst gemeint.
    70 22 Melden
  • zeromaster80 01.06.2018 08:47
    Highlight Ich scheine das Problem zu verpassen... Er ist vernarrt in die Royals und hat einen "eigenen Royal-Fanclub".
    Und was genau dachte man vorher von ihm? Hat er jemals behauptet was anderes zu sein? Experte ist, wer sich experte nennt... Das ist aber leider ein allgemeines Problem bei "Experten".
    62 3 Melden
    • grind 01.06.2018 09:23
      Highlight er sagt dinge wie "hier bei uns"

      was meint er damit? upstate new york oder was?
      25 11 Melden
  • My Senf 01.06.2018 08:36
    Highlight Wen das ganze Hochzeitstamtam nicht interessierte hat auch nichts von Thomy mitgekriegt 😃

    299 2 Melden
  • lilie 01.06.2018 08:33
    Highlight Nun, der gute Mann scheint einen veritablen Spleen zu haben - sehr britisch.

    Er lebt übrigens offenbar längst nicht mehr in den USA, sondern seit 2012 in Grossbritannien, wo er mehrere TV-Sendungen hostet.

    https://www.wsj.com/articles/british-expert-on-the-royal-family-is-actually-tommy-from-upstate-new-york-1527775859
    51 1 Melden
  • Louk_skyw 01.06.2018 08:27
    Highlight „Er habe schon früh einen britischen Akzent angenommen, Konversationen mit Freunden konsequent mit dem Ausspruch «God save the Queen!» beendet.“

    Machen das Briten ernsthaft? 🤣
    217 3 Melden
    • Blitzmagnet 01.06.2018 08:50
      Highlight Er ist ja keiner. Trying to be more british than the brits.
      52 1 Melden
    • Phrosch 01.06.2018 08:59
      Highlight Den britischen Akzent schon. Aber „God save the Queen“ habe ich nie jemanden sagen hören. Das muss er sich in typisch amerikanischer Überzeichnung ausgedacht haben.
      52 1 Melden
  • Amazing Horse 01.06.2018 08:13
    Highlight Ich habe mich schon immer gefragt: Wie wird man Experte? Was muss man dafür tun? Und wer bestimmt, ob man Experte ist? Der Arbeitgeber? Freunde? Die Medien? Man selbst? 🤔
    50 3 Melden
    • zeromaster80 01.06.2018 08:49
      Highlight Man selbst und/oder die Medien. "Experten" sind immer mit Vorsicht zu geniessen.
      31 4 Melden
    • Luca Brasi 01.06.2018 09:33
      Highlight Ich finde ein Experte sollte einfach irgendetwas vorzuweisen haben wie einen Studienabschluss zu seinem Thema, Präsidentschaft eines Vereins, der sich mit dem behandelten Thema auseinandersetzt, etc.
      Wobei Experten natürlich unterschiedliche Einschätzungen haben können und man sich noch immer fragen kann, wer vertrauenswürdiger erscheint und mit seinem Prognosen eher richtig liegt. Lustig sind meist Fussballexperten, die vor einer Partie von einem "ganz sicheren" Spektakel sprechen und danach endet das Spiel in einem langweiligen 0:0 und der Experte von "disziplinierten Abwehrreihen" redet. xD
      10 1 Melden
    • Hochen 01.06.2018 09:52
      Highlight In den neisten fällen immernoch Leute die in dem Themenfald studiert haben und meist Leute die zu einem bestimmten Thema eine Doktorarbeit geschrieben haben!
      13 2 Melden
    • Gar Manarnar 01.06.2018 10:01
      Highlight @zeromaster: Stimmt so nicht. Ein Experte ist, zumindest in den Bereichen, wo es die entsprechende Ausbildung gibt (Medizin, Recht, Psycholgie, Wirtschaft, Geschichte, etc.), einer der sich auf ein Teilgebiet spezialisiert hat und die entsprechende Praxiserfahrung hat oder sich wissenschaftlich damit auseinandergesetzt hat (und dann auch von Berufskollegen als Experte angesehen wird) oder beides.
      14 1 Melden
    • lilie 01.06.2018 11:02
      Highlight Stimmt so wie @Aaaaaarrghh erklärt hat.

      Allerdings sind die Medien ziemlich erpicht darauf, zu allem und jedem einen "Experten" zu interviewen. Also wird gegoogelt und geschaut, ob man jemanden an den Draht kriegt, der wenigstens entfernt mit dem Thema zu tun hat...

      Dass es da viel mehr Bedarf als (qualifiziertes) Angebot gibt, liegt auf der Hand. Und so hat man dann diverse "Experten", die sich entweder selber ernannt haben (und von den Reportern aufgespürt wurden) oder sie werden kurzerhand für ein Interview "zweckentfremdet".

      Ein Problem von Angebot und Nachfrage, wenn man so will.
      4 0 Melden
  • Zaungast 01.06.2018 08:12
    Highlight Sehr geil Tommy :-)
    38 1 Melden

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