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CVP-Nationalrat Claude Béglé distanziert sich auch nach seiner Rückkehr aus Nordkorea nicht von seinen umstrittenen Tweets.

Wollte sich in Nordkorea eine bessere Bewegungsfreiheit erarbeiten: Claude Béglé verteidigt seine Nordkorea-Tweets. Bild: KEYSTONE

So erklärt CVP-Nationalrat Béglé seine Nordkorea-Tweets in einem TV-Interview



CVP-Nationalrat Claude Béglé sieht keinen Anlass, sich von seinen umstrittenen Tweets aus Nordkorea zu distanzieren. Er würde es wieder tun, auch wenn ihm das als Starrsinn ausgelegt würde. Dies sagte er nach seiner Rückkehr aus Pyöngyang in einem Fernseh-Interview.

Auszüge aus dem am Sonntagabend ausgestrahlten Gespräch des Westschweizer Fernsehens RTS mit Béglé wurden bereits am Sonntagnachmittag online gestellt. Die positiv formulierten Kurznachrichten seien (für die Schweiz) eine gezielte Provokation gewesen, um das Vertrauen der Nordkoreaner gewinnen zu können, sagte Béglé.

Dadurch, dass er nur «einen Teil der Wahrheit» geschrieben habe, habe er sich vor Ort eine grössere Bewegungsfreiheit erarbeitet und intensiver und ernsthafter mit seinen «privilegierten Kontaktpersonen» vor Ort sprechen können – auch über die unvorteilhafteren Dinge im Land.

«Es gibt Verschiedenes, das schockiert.»

Claude Béglé

Natürlich verleugne er nicht, dass in zahlreichen Bereich in Nordkorea noch Vieles im Argen liege. «Es gibt Verschiedenes, das schockiert.» Nordkorea sei eine Diktatur und ein Schurkenstaat. Er habe jedoch mit seinen eigenen Augen auch «Positives in diesem System» beobachtet.

Chance für eine Öffnung

Er sehe in Nordkorea die Chance für eine Öffnung, deshalb sei er hingereist und habe sich so verhalten, wie er sich verhalten habe. Nach Hitler-Deutschland oder ins Stalin-Russland wäre er nie gereist, sagte Béglé auf die entsprechende Frage.

Der CVP-Nationalrat bedauerte weiter, dass sich seine Partei von ihm distanziert hat. Da scheine wohl etwas der Wahlkampf durch. Einige Rivalen hätten sich wohl gedacht, wenn einer Mist baue, könnte er vielleicht seinen Sitz erben.

Falls sein Verhalten der CVP schade, dann tue ihm das aber leid. Ein «mea culpa» vor der Parteispitze werde es aber nicht geben. Die CVP hatte sich von den Tweets ihres Nationalrates distanziert.

«Nicht naiv»

Béglé bestätigte weiter, dass er auf eigene Kosten gereist und Aussenminister Ignazio Cassis über die Reise informiert gewesen sei. Es habe keine Paralleldiplomatie seinerseits gegeben. Sein Bericht über die Reise werde im Übrigen nuanciert und «nicht naiv» ausfallen.

Seine Reise sei kein politischer Fehler gewesen, resümierte Béglé. Er zeigte sich überzeugt, dass das wirtschaftliche Potenzial und die wachsende Mittelschicht zu einer Öffnung Nordkoreas nach chinesischem Vorbild führen werde. Die Schweiz könne bei der Integration des Landes in die internationale Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielen.

In der Westschweizer Sonntagspresse gab es Reaktionen auf die Tweets. Sobald westliche Ausländer in Nordkorea ankämen, sähen sie, dass alles, was man ihnen zeigt, nicht der Realität entspricht, erklärte etwa der SVP-Nationalrat Jean-François Rime «Le Matin Dimanche». Alles, was besucht wird, sei ein Schaufenster, sagte zudem ein ehemaliger Mitarbeiter des EDA.

Jegliche Reflexion fehlt

Und die französische Journalistin und Autorin mehrerer Bücher, Juliette Morillot, sagte der Zeitung, sie habe die selben Dinge wie Béglé gesehen. Allerdings fehle ihm jegliche Reflexion der Eindrücke.

Béglé hatte sich mehrfach über die «positiven Seiten» der nordkoreanischen Diktatur geäussert während seines privaten Besuchs im Land. Die CVP hatte die «äusserst lobenden Botschaften» zu Nordkorea «mit Erstaunen» zur Kenntnis genommen.

Béglé strebt im Oktober eine Wiederwahl an. Er ist für die CVP Waadt das Zugpferd für die nationalen Wahlen. Er kandidiert sowohl für den National- als auch für den Ständerat. (sda)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • c_meier 29.07.2019 12:34
    Highlight Highlight "intensiver und ernsthafter mit seinen «privilegierten Kontaktpersonen» vor Ort sprechen können – auch über die unvorteilhafteren Dinge im Land..."

    wenn die Reise angeblich privat war, wieso muss er dann Zugang haben zu privilegierten Kontaktspersonen?
  • béast 29.07.2019 11:16
    Highlight Highlight dä fux hat mit twitter voll den kim überlistet - chapeau!
  • wasps 29.07.2019 10:44
    Highlight Highlight Öffnung nach chinesischem Vorbild? Einem Staat, in dem ein Menschenleben nichts zählt? Der eine hochgezüchtete Armee hat und seine Macht laufend ausdehnt? Was soll daran gut sein?
    • El Vals del Obrero 29.07.2019 12:02
      Highlight Highlight Wo würdest du heute lieber leben, wenn es nur diese Wahl gäbe: Nordkorea oder China? Eben ...

      Es geht um den relativen Vergleich. Und das z.B. schweizerische Vorbild ist halt nicht realistisch.
      Klar ist China überhaupt nicht gut, aber verglichen mit Nordkorea ist es schon fast ein freiheitlich-demokratisches Menschenrechtsparadies.
  • Spiessvogel 29.07.2019 10:06
    Highlight Highlight Leute mit einem Haufen persönlichen Machtfantasien erliegen besonders häufig der grandiosen Ästhetik der Diktatur.
  • Linus Luchs 29.07.2019 09:36
    Highlight Highlight Sich "eine grössere Bewegungsfreiheit erarbeiten", indem man auf Social Media Propaganda für eine mörderische Diktatur betreibt... – und Claude Béglé würde es wieder tun. Nicht nur dumm, sondern auch noch starrsinnig. Bleibt zu hoffen, dass die Wähler im Herbst die richtige Antwort wissen.
  • #Technium# 29.07.2019 09:17
    Highlight Highlight Wien seltsame Rechtfertigung. Aber wir wissen ja, wenn sich Politiker im Nachhinein rausreden, alles nur nur erlogen ist.
  • runthehuber 29.07.2019 08:12
    Highlight Highlight Einfach nur peinlich, dieser "Politiker"
  • Charlie Runkle 29.07.2019 07:50
    Highlight Highlight Naja mit seiner Zugehörigkeit zur cvp, ist ihm eine gewisse Leichtgläubigkeit schon angerechnet, da wundert es mich nicht, wenn das allgemeine Hinterfragen nicht seine stärke ist.
  • pamayer 29.07.2019 06:58
    Highlight Highlight Reichlich naiv.
    Oder schlicht Wahlen PR.
  • HGS 29.07.2019 06:56
    Highlight Highlight Wir glaubten immer, nichts bilde mehr als das Reisen. Niemand hätte es wohl für möglich gehalten, dass Herrn Béglés Rechtfertigungsversuche NACH der Reise noch peinlicher ausfallen könnten als seine Tweets WÄHREND seiner Reise.
  • Elke Wolke 29.07.2019 06:03
    Highlight Highlight Unendlich naiv. 🙈🙉
  • Dan Rifter 29.07.2019 05:27
    Highlight Highlight Buttet, Maudet, Beglé, Oje CVPee
    • manhunt 29.07.2019 11:37
      Highlight Highlight pierre maudet ist mitglied der fdp.
  • Juliet Bravo 29.07.2019 02:02
    Highlight Highlight „Nach Hitler-Deutschland oder ins Stalin-Russland wäre er nie gereist, sagte Béglé auf die entsprechende Frage.“

    Das ist jetzt natürlich eine sehr hypothetische Aussage.

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