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Daniel Jositsch Ständerat SP: Das sind die Szenarien für seine Zukunft

Daniel Jositsch kommt zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung der SP Kanton Zuerich am Donnerstag, 28. Mai 2026, im Reformierten Kirchgemeindehaus Schwamendingen in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bal ...
Bleibt Jositsch Politiker der SP? Am Donnerstagnachmittag wissen wir mehr.Bild: keystone

Jositsch informiert über seine politische Zukunft – diese 4 Szenarien sind möglich

Am Donnerstagnachmittag hat Daniel Jositsch eingeladen, um über seine politische Zukunft zu informieren. So könnte diese aussehen.
04.06.2026, 10:5504.06.2026, 13:35

«An der Medienkonferenz informiere ich Sie über meine politische Zukunft»: So steht es in der Einladung, die SP-Ständerat Daniel Jositsch am Dienstag verschickt hat.

Hintergrund ist, dass es vergangene Woche zum Eklat innerhalb der SP Kanton Zürich gekommen ist. Die Delegierten verweigerten Jositsch, der seit 2015 im Ständerat sitzt, die Nominierung für eine weitere Amtszeit.

Die denkwürdige Delegiertenversammlung zum Nachlesen:

An der Delegiertenversammlung selbst wollte Jositsch noch keine Angaben machen, was die Abfuhr der Delegierten für seine weitere politische Karriere bedeutet.

Darüber wird Jositsch heute informieren. Diese Szenarien sind möglich:

Rückzug als Ständerat

Jositsch könnte aus der Quittung, die er von seinen eigenen Leuten erhalten hat, die politischen Konsequenzen ziehen – und sich per Ende 2027 aus Bundesbern verabschieden. Das wäre sicherlich die Lösung, die sich die kantonale Parteileitung wünscht.

Damit würde Jositsch den Weg ebnen für eine neue politische Figur, die sich für die Zürcher SP für einen Sitz im Ständerat bewerben könnte. Oder umgekehrt formuliert: Ein Rückzug würde verhindern, dass es innerhalb der SP zu einer Kampfwahl kommt.

Etwa mit Jacqueline Badran, die bereits öffentlich Interesse am Amt bekundet hat und schon jetzt gegen Jositsch stichelt. Bei einer Veranstaltung im Zürcher Schauspielhaus vergangene Woche titulierte Badran Jositsch als «Möchtegern-Alphamännchen».

Kandidatur als Parteiloser

Daniel Jositsch könnte nach dem Vorbild Mario Fehrs verfahren. Der Zürcher Regierungsrat politisierte ab 2011 für die SP in der Kantonsregierung.

Ähnlich wie Jositsch geriet Fehr aber zunehmend in die Kritik in der eigenen Partei. Nachdem die SP ihm eröffnet hatte, ihn nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Regierungsrat unterstützen zu wollen, gab Fehr seinen Parteiaustritt bekannt.

In der Folge trat Fehr bei den kantonalen Wahlen 2023 als parteiloser Kandidat an. Die Zürcherinnen und Zürcher wählten ihn mit dem besten Resultat aller Kandidierenden erneut in den Regierungsrat.

Gleich könnte Jositsch vorgehen. Er könnte heute seinen Austritt aus der SP bekannt geben und nächstes Jahr als parteiloser Politiker eine vierte Amtszeit als Ständerat anstreben.

Es würde dann potenziell zum Duell mit Jacqueline Badran kommen. Eine spannende Ausgangslage: Sowohl Jositsch als auch Badran haben in der Vergangenheit über die SP-Stammwählenden bis weit ins bürgerliche Lager Stimmen geholt.

Kandidatur für die SP

Dass er in der eigenen Partei als Ständerat nicht mehr erwünscht ist, weiss Jositsch spätestens seit verganger Woche. Sollte er sich aber für eine neuerliche Kandidatur entscheiden, ist aber alles andere klar, ob er deswegen auch automatisch aus der Partei austritt.

Jositsch könnte sich auch auf den Standpunkt stellen, dass er seit 1999 Mitglied in der SP ist und daran auch nichts zu ändern gedenkt. Er würde dann weiterhin als SP-Politiker antreten, einfach ohne Unterstützung der eigenen Kantonalpartei.

Das würde diese in eine unangenehme Situation bringen. Sie müsste Jositsch selbst aus der Partei ausschliessen und damit eine weitere Eskalation der Affäre in Kauf nehmen.

Kandidatur für eine andere Partei

Daniel Jositsch versteht sich als Sozialliberaler. Er ist Präsident der Reformplattform der SP Schweiz, die die sozialliberalen Stimmen innerhalb der Sozialdemokraten organisiert.

In der Vergangenheit verliessen sozialliberale SP-Politiker und -Politikerinnen wiederholt die Partei. Daniel Frei, ehemaliger Präsident der SP Kanton Zürich, politisiert heute für die GLP. Das Gleiche gilt für Chantal Galladé, die für die SP während über zehn Jahren im Nationalrat sass.

Interessant daran: Daniel Jositsch und Chantal Galladé führten während mehrerer Jahre eine Liebesbeziehung. Daniel Frei bezeichnet Jositsch als «guten Freund».

SP Nationalrat Daniel Jositsch, rechts, spricht mit Chantal Gallade ueber seine Nomination als Staenderat an der Delegiertenversammlung der SP Kanton Zuerich am Donnerstag, 16. April 2015 in Zuerich.  ...
Chantal Galladé und Daniel Jositsch waren mal ein Paar.Bild: KEYSTONE

Diese Freundschaft ist so eng, dass Jositsch im April lieber den GLP-Kandidaten Frei für die Wahl in den Stadtrat von Uster empfahl als den SP-Kandidaten. Frei wurde gewählt, die SP verlor einen Sitz.

Netzwerk und Profil würden also durchaus passen für einen Parteiwechsel zur GLP. Unwahrscheinlich ist er dennoch. Denn die GLP stellt mit Tiana Angelina Moser bereits eine Ständerätin. Die Zürcher GLP würde sich mit Jositsch also nur selbst Probleme und unnötige Konkurrenz innerhalb der eigenen Partei schaffen.

Tiana Angelina Moser, GLP-ZH, Fraktionschefin der Gruenliberalen, links, diskutiert mit ihrem neuen Fraktionsmitglied Daniel Frei, GLP-ZH, Mitte, der neben Denis de la Reussille, PdA-NE, sitzt, im Hin ...
Daniel Frei, hier im Gespräch mit GLP-Ständerätin Tiana Angelina Moser, wechselte von der SP in die GLP.Bild: KEYSTONE

Auch ein Wechsel zur FDP steht im Raum – zumindest deren Jungpartei ist schon vorgeprescht. Kurz nachdem die SP-Delegierten Jositsch vergangene Woche abgesägt hatten, verschickten die Jungfreisinnigen eine Medienmitteilung.

«Falls Sie sich in den eigenen Reihen je nicht mehr genügend wertgeschätzt fühlen sollten: Die Jungfreisinnigen Stadt Zürich laden Sie herzlich zu einer Mitgliedschaft ein», stand darin.

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    Der deutsche Auslandschweizer
    04.06.2026 11:08registriert März 2025
    Leider ist die SP links das was die SVP rechts ist, nicht offen für Diversität und unterschiedliche Meinungen. Die Pole werden extremer. Leider gefällts vielen Wählern links und rechts und gut schweizerische Kompromisse werden schwieriger …
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    Rannen
    04.06.2026 10:58registriert Januar 2018
    Ich hoffe auf Austritt und eine Kanditatur als Parteiloser. In dieser Partei kann man nicht Mitglied sein
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    Erebos_2
    04.06.2026 11:32registriert Mai 2021
    Ich hoffe schwer, er macht weiter. Eine Stimme der Raison, gegen die gefährlichen Ultra-linken der SP.
    Jositschs Wiederwahl in den Ständerat ist praktisch sicher, wenn er weitermacht.
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