Frauenquote im Vorstand: Sportverbände murren
Als Viola Amherd noch für die Mitte Sportministerin war, entschied sie: Schweizer Sportverbände müssen ihre Vorstandssitze zu mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzen. Seit Januar gilt die Frauenquote – und droht bereits wieder abgeschafft zu werden. Darüber berichtet die «NZZ am Sonntag».
Demnach sind die Sportverbände alles andere als glücklich mit der Frauenquote. «Swiss-Ski erachtet Quotenregelungen bei der Besetzung von Führungspositionen nicht als zielführenden Ansatz», heisst es zum Beispiel beim Skiverband.
Matthias Jauslin, GLP-Nationalrat und Präsident des nationalen Segelflieger-Clubs, sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass sein Verband Mühe damit bekunde, die Regelung umzusetzen, weil er nur zu 3,8 Prozent aus weiblichen Mitgliedern bestehe. «Es ist ein Witz», sagt Jauslin. «Wir schaffen hier eine unnötige Bürokratie, statt uns um den Sport zu kümmern.»
Noch schärfer klingt es bei SVP-Nationalrätin Stefanie Heimgartner: «Für mich ist eine Quote eine Beleidigung. Ich will ein Amt ausüben, weil ich etwas kann, und nicht, weil ich eine Frau bin.»
Ihr widerspricht SP-Nationalrätin Andrea Zryd, die sagt, dass die Massnahmen sich bewährt hätten: «Warum sollten wir jetzt etwas zerstören, das auf gutem Weg ist?» Auch Swiss Olympic spricht sich für die Frauenquote aus.
Die vorberatende Kommission hat der Abschaffung der Frauenquote zugestimmt. Kommende Woche berät der Nationalrat über den Vorstoss von SVP-Nationalrätin Heimgartner.
(her)
