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Eismeister Zaugg

Ajoie, Ambri und Kloten – die letzten Romantiker der National League

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Ajoie, Ambri und Kloten – die letzten Romantiker der Liga

12.09.2026, 12:5512.09.2026, 15:16

Sie haben keine Aussichten auf Ruhm und Ehre in der vorderen Tabellenhälfte und haben sich damit abgefunden. Die Romantik ist bei Ajoie, in Ambri und in Kloten wichtiger als Siege und Niederlagen. Aber bei Ajoie und in Ambri wird die Romantik durch die Mühsal des Alltages stark getrübt. Aus diesem Trio der sportlich fast Hoffnungslosen hat sich nur Kloten dank einer Prise Romantik im Vergleich zur letzten Saison auf dem Transfermarkt verbessern können.

HC Ambri-Piotta Die ohnmächtigen Dienstboten des Trainers

Ambri hat die Macht von Trainer Jussi Tapola (51) bis 2029 «betoniert». Der grösste Kulturschock in der Leventina seit dem Wiederaufstieg (1985).

Am 27. Januar 2026 hat Jussi Tapola das Traineramt in Ambri übernommen und bereits am 4. März 2026 ist das Arbeitsverhältnis bis ins Frühjahr 2029 prolongiert worden. Wenn ein Klub einem so machtbewussten Bandengeneral einen Vertrag über drei Jahre gibt, dann sind nicht nur Vertrauen und gegenseitige Sympathie fast grenzenlos. Dann ist der Klub auch dazu verurteilt, alle Wünsche des Trainers zu erfüllen. Oder besser noch, die Wünsche des Trainers von den Lippen abzulesen. Also nach seiner Pfeife zu tanzen. Dieser Dreijahresvertrag bedeutet: alle Macht dem Trainer. Präsident, Manager und Sportchef sind nicht mehr – wie es das Organigramm vorsieht – seine Vorgesetzten. Sondern seine ohnmächtigen Dienstboten.

Head coach Jussi Tapola, during the presentation of HC Ambrì Piotta 2026/27 season at the Gottardo Arena, Switzerland, on Saturday, August 29, 2026. (KEYSTONE/Ti-Press/Andrea Branca)
Cheftrainer Jussi Tapola hat in Ambri alle Macht.Bild: keystone

Natürlich gilt auch für Ambri: Präsidenten, Manager, Trainer, Sportchefs und Spieler kommen und gehen, der Klub aber bleibt bestehen. Aber wenn die Spielerdecke so dünn ist, dass mehr als die halbe Mannschaft aus Schweizern besteht, die bei der Konkurrenz keinen Stammplatz hätten, dann ist der Erfolg (oder mindestens der Ligaerhalt) nur möglich, wenn der Trainer aus jedem Einzelnen das Maximum herausholt. Das bedingt ein gut strukturiertes Spiel – und das wird Jussi Tapola seinen Männern beibringen. Aber eben auch viele Einzelgespräche, Rücksichtnahme auf zerbrechliche Egos, behutsame Führung von sensiblen Schillerfaltern, Pflege des Selbstvertrauens und Anpassung der taktischen Ausrichtung auf das limitierte Talent. Trösten statt toben, fordernd sein, aber auch geduldig und verständnisvoll. So wie das Sportchef Paolo Duca und Trainer Luca Cereda fast neun Jahre lang bis zum 8. Oktober 2026 vorgelebt haben. An diesem Tag haben beide die Ämter niedergelegt. Wie sich nun zeigt, war dieser Tag auch das Ende der Hockey-Romantik.

Jussi Tapola hat in Ambri einen der schwierigsten Jobs in Europa übernommen. Einen Job, der neben taktischem Fachwissen mehr Geduld, Ausdauer, Beharrlichkeit, Langmut, Nachsicht, Gelassenheit, Standhaftigkeit, Zähigkeit, Ruhe, Selbstbeherrschung, Toleranz, Takt- und Fingerspitzengefühl, Diplomatie, Verhandlungsgeschick, Einfühlungsvermögen, Kompromissbereitschaft, Umsicht, Besonnenheit und Feingefühl erfordert als jeder andere ausserhalb der NHL.

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
Player Image

Nation Flag

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

  • Erwarte

Bringt Jussi Tapola alle diese Eigenschaften – und es darf, wenn er in Ambri drei Jahre ausharren will, keine einzelne davon fehlen – mit? Der Optimist sagt, zumindest am Anfang werde es funktionieren und es werde gelingen, mit einem goldenen Herbst das Fundament für eine passable Saison zu legen. Der Pessimist hingegen seufzt: Das Ende der Welt, wie wir sie in der Leventina kannten, ist nahe.

Ambri hat mit dem Dreijahresvertrag erst einmal im Sommer kurzfristig für Stabilität und Ruhe gesorgt. Allerdings mit einem Trainer, der eigentlich für die ganz speziellen Verhältnisse dieses Klubs eher nicht für ein längerfristiges Engagement geeignet ist. Kurzer Wahn, lange Reue? Time will tell.

Das Duo Paolo Duca/Luca Cereda hat Ambri die sieben besten Jahre der neueren Geschichte beschert: einen 5. und 6. Platz, eine Teilnahme an der Champions League und den Spengler-Cup-Triumph 2022. In die Ligaqualifikation musste Ambri in dieser Zeit nie.

Wagen wir eine sachliche Prognose: Erreichen Lars Weibel und Jussi Tapola das Ende des dritten Vertragsjahres, dann sollten sie feiern wie ein Paar eine Eichenhochzeit für 80 Jahre Ehe im richtigen Leben. Nur eines wissen wir jetzt schon: Die Unterhaltung wird grandios sein, aber anders als bisher und nicht mehr viel anders als bei anderen Klubs. Melancholie und die Würze echter Dramatik werden fehlen. Weil Ambri, der Klub der wahren Hockey-Romantiker, zum ersten Mal ein Ambri ohne Romantik geworden ist. Ein Ambri ohne die Energie aus der Romantik ist so undenkbar wie ein Emmentaler Käse ohne Löcher.

P. S. Der Dreijahresvertrag mit Jussi Tapola hat auch auf andere Klubs einen Einfluss: Noch nie waren die Chancen, den letzten Platz loszuwerden, für Ajoie so gut wie im Frühjahr 2027, 2028 und 2029.

Entlassungsgefahr für den Trainer

Hoch.

Eigentlich kann sich Ambri die vorzeitige Auflösung des Dreijahresvertrages mit Jussi Tapola nicht leisten. Er kann mit maximaler Rückendeckung durch Sportchef Lars Weibel rechnen. Denn eine Amtsenthebung des Trainers würde auch Lars Weibel in die Bredouille bringen. Eine Kabinenrevolte kann mit ein paar Spielertauschen vorübergehend noch eingedämmt werden. Aber bei einem Abrutschen auf den letzten Platz wäre wohl auch für Jussi Tapola und Lars Weibel Matthäi am Letzten.

Die wichtigsten Zuzüge

Der Verteidiger William Worge Kreü (temporär, bis Jesse Virtanen wieder fit ist), die Stürmer Jordan Forget (Victoriaville/Junioren), Roby Järventie (Bakersfield/AHL), Petr Kodytek (HIFK), Nate Schnarr (Köln) und Jacopo De Luca (Baie-Comeau/Junioren).

Die wichtigsten Abgänge

Der Verteidiger Jesse Zgraggen (Ajoie), die Stürmer Dario Bürgler (Rücktritt), Dominic Zwerger (Biel), Christopher Tierney (Minsk), Chris DiDomenico (Björklöven), Alex Formenton (Edmonton Oilers/NHL).

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Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys

Bislang 18 Eishockeyspieler (Stand: 24.9.2025) schafften es auf 1000 oder mehr Spiele in der höchsten Schweizer Spielklasse. Das sind sie:

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Transferbilanz

Negativ.

Die Zuzüge betreffen grösstenteils die Ausländerpositionen (Kreü, Järventie, Schnarr, Kodytek). Wichtige Abgänge von Schweizern (Zgraggen, Zwerger und Bürgler) sind nicht ersetzt worden. Einmal mehr gilt: Sage mir, wie es Ambris Ausländern geht, und ich sage dir, wie es um Ambri steht. Im Laufe der Saison sind Tauschgeschäfte zu erwarten, insbesondere rund um die beiden Stürmer Maxim Landry und Miles Müller, die beide schon ab 2027 in Lausanne unterschrieben haben.

Potenzial

Jussi Tapola konnte nach seiner Amtsübernahme den Absturz auf Rang 13, die schwächste Klassierung in der höchsten Liga der Klubgeschichte, nicht verhindern. Der Triumph im Playout gegen Ajoie ist ein billiger Trost. Mit einem guten Saisonstart ist es möglich, den 10. Platz zu erreichen. Aber die Gefahr eines historischen Absturzes auf den letzten Platz ist grösser als die Hoffnung auf ein Hockey-Wunder.

Eismeister-Tipp

Rang 14

HC Ajoie Zum ersten Mal die Chance, den letzten Platz loszuwerden

Spieler und Trainer kommen und gehen, aber Ajoie bleibt am Tabellenende stehen. Aber das muss nicht so bleiben. Optimisten sehen eine sportliche Morgenröte. Pessimisten eine Fata Morgana.

Von keiner anderen Hockeystadt der Schweiz ist der Weg nach Paris so kurz. Von der Station Belfort–Montbéliard aus sind es mit dem TGV nach Paris nur noch rund zweieinhalb Stunden. Und mit dem Auto von Pruntrut zu diesem Bahnhof bloss eine gute halbe Stunde. Die Ehefrauen oder Freundinnen der Spieler können am Vormittag den Zug besteigen, in Paris einkaufen und sind am Abend wieder zurück.

Trotzdem gilt Ajoie hinter den sieben Jurabergen als Hockeyclub am Ende der Welt. Selbst mit viel Geld ist es praktisch unmöglich, einen helvetischen Nationalspieler oder auch nur einen Spieler mit realistischen Aussichten auf eine Profikarriere an den Honigtöpfen der Liga in die Ajoie zu locken. Sportdirektor Julien Vauclair, eine lokale Hockeylegende, die in der Fremde (in Lugano) wohlhabend geworden ist, hat wieder viel transferiert. Er hat inzwischen ein Budget wie Ambri, die Lakers, Langnau oder Kloten zur Verfügung, Geld ist nicht mehr das Problem – aber das reicht wegen des Standortnachteils trotz der Nähe zu Paris einfach nicht zur sportlichen Verbesserung.

Dorf Pruntrut (Ajoie, Jura)
Bild: wikimedia/Roland Zumbuehl

Wer hierher kommt, ist also ein sportlicher «Desperado» und hat in der Regel kaum mehr eine andere Möglichkeit, seine Karriere in der höchsten Liga fortzusetzen. Kurioserweise sehen das die Finnen anders. Sie fühlen sich in der Ajoie wohl und nun versucht mit Ville Peltonen eine finnische Hockeylegende als Trainer mit zwei Landsleuten als Assistenten und fünf finnischen Spielern auf den Ausländerpositionen Ajoie zum ersten Mal vom letzten Platz wegzubringen.

In Finnland wird erzählt, er verdiene bei Ajoie wenig, habe aber eine hohe Prämie ausgehandelt und sei der einzige Trainer der Welt, der für einen zweitletzten Platz eine Prämie kassieren kann. Was die Finnen, anders als die Schweizer, offenbar zu schätzen wissen: eine Landschaft wie aus dem Auenland («Herr der Ringe»), ein im Vergleich zu Lappland mildes Klima, die Nähe zu Paris, die hohe Lebensqualität in einer ländlichen Idylle und die Möglichkeit, zwischen September und Ende Februar Hockey im Grunde ohne Resultatdruck zu zelebrieren. Hockey-Romantik pur.

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
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Nation Flag

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

  • Erwarte

Nicht nur der Trainer ist neu. Julien Vauclair hat im Sommer wieder fleissig transferiert und es gibt mehr als 30 Wechsel. Sind die Neuen besser? Immerhin sind die Ausländer gut genug und stehen mindestens auf Augenhöhe mit dem ausländischen Personal von Bern, Kloten, den Lakers, Ambri oder Biel. Es sind also die Schweizer, die das Team vom Tabellenende wegbringen müssen. Nun denn: Mit Tim Wolf kehrt der Aufstiegs- und Cupsieg-Held zurück. Jeremi Gerber kommt von Meister Gottéron und kann entscheidende Tore erzielen. Der brave Haudegen Jesse Zgraggen aus Ambri ist ein wackerer Verteidiger. Nolan Diem kann als Mittelstürmer, einen Block stabilisieren und Denis Smirnovs sorgt Tempo und Intensität. Beide sind aus Kloten angereist.

Ajoie mag im Vergleich zur letzten Saison ein bisschen jünger, hungriger, schneller und kräftiger geworden sein und das spielerische Bruttosozialprodukt ist zumindest auf dem Papier ein wenig grösser. Aber bei Lichte besehen gilt für all die Wechsel: gehupft wie gesprungen. Und doch sehen die Optimisten über dem Jura eine sportliche Morgenröte heraufziehen. Pessimisten hingegen seufzen: ach, schon wieder eine Fata Morgana. Der Chronist hat im Laufe der Vorsaisons zahlreiche Sportchefs und Agenten und andere Gewährsleute gefragt, wo Ajoie am Ende der Saison stehen wird. Praktisch alle – also nicht nur die aus der frankophonen Hockeykultur – sagen: erstmals nicht mehr auf dem letzten Platz. Auf die Anschlussfrage, wer dann für Ajoie den letzten Platz übernehmen muss, folgt langes Nachdenken. Und ein einziger Name wird genannt: Ambri. Da passt es wunderbar, dass Ajoie die Saison gleich mit einem Heimspiel gegen Ambri eröffnet.

Entlassungsgefahr für den Trainer

Hoch.

Wenn einer eine Chance hat, als erster seinen Vertrag bei Ajoie erfüllen zu können (bis im Frühjahr 2028), dann wohl Ville Peltonen. Bandengeneräle aus Kanada, Tschechien und der Schweiz sind gescheitert, vielleicht schafft es ja der freundliche, ruhige und beharrliche Finne zusammen mit seinen Landsmännern. Er hat mit Sportdirektor Julien Vauclair einst in Luganos letztem Meisterteam gespielt und war dort sogar Captain. Zwei der letzten Meister aus Lugano sind die ersten, die mit Ajoie nicht Letzte werden? Das wäre Hockey-Romantik. Aber die sportliche Realität in der Ajoie kennt bei der sportlichen Schlussabrechnung Ende Saison keine Romantik mehr.

Head Coach Ville Peltonen (GSHC) verfolgt einen Spielzug von der Bande aus, im dritten Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen dem HC Fribourg Gotteron und dem Geneve-Servette HC, am Mittw ...
Kann Ville Peltonen Ajoie vom letzten Platz wegführen?Bild: keystone

Wichtigste Zuzüge

Torhüter Tim Wolf (von Zug), die Verteidiger Jesse Zgraggen (von Ambri), Matthew Kellenberger und Julius Honka (beide von den Lakers) sowie die Stürmer Nolan Diem, Deniss Smirnov (von Kloten), Kristian Tanus (von Tappara), Stefano Bottini (aus dem US-Universitätshockey), Daniel Carr (Milwaukee/AHL) sowie Philip-Michaël Devos. Er stürmt zwar bereits seit 2015 für Ajoie. Aber nun ist der Kanadier eingebürgert worden und benötigt keine Ausländerlizenz mehr.

Wichtigste Abgänge

Torhüter Benjamin Conz (neu Assistent von Ex-Ajoie-Trainer Gary Sheehan bei Franches-Montagnes in der höchsten Amateurliga), Verteidiger und Captain Jannik Fischer (Rücktritt), die weiteren Verteidiger Thomas Thiry (Basel), Bastien Poully (La Chaux-de-Fonds), Arno Nussbaumer (Langnau), Niklas Friman (TPS), sowie die Stürmer Jonathan Hazen, Matteo Romanenghi (Visp), Killian Mottet (Sierre), Elvis Schläpfer (Basel), Marco Pedretti, Frédérik Gauthier, Pierre-Édouard Bellemare (Rücktritt).

Transferbilanz

Viel Umsatz, minimaler Ertrag.

Potenzial

Auf dem Papier die beste Mannschaft, seit Patrick Hauert Präsident ist (er hat das Amt 1999 übernommen). Mit dem Beistand der Hockey-Götter bei gleichzeitig fehlendem Beistand dieser Götter an anderen Orten ist es erstmals seit dem Wiederaufstieg (2021) möglich, den letzten Platz loszuwerden.

Eismeister-Tipp

Rang 13.

EHC Kloten Ein Titan im Tor und zwei «Stürmer-Flüsterer»

Kloten ist der einzige Transfer gelungen, der es einer Mannschaft ermöglicht, sich um mehrere Ränge zu verbessern. Und es ist der erste grosse Transfer seit Einführung der Playoffs (1986), bei dem Geld keine Rolle spielt. Wenn das nicht wahre Romantik ist.

Kein anderer Transfer seit Leonardo Genonis Wechsel von Bern nach Zug im Sommer 2019 dürfte so weitreichende sportliche Auswirkungen haben wie der Wechsel von Meister- und WM-Silberheld Reto Berra von Gottéron zu Kloten.

Es ist durchaus möglich, dass er mit Kloten im Ranglistenkeller ein «Meisterschafts-Verfälscher» wird: Fast im Alleingang kann er dafür sorgen, dass die Klotener über ihrem «Nominalwert» spielen und zu Kandidaten für die Pre-Playoffs werden.

Die Transfers der Feldspieler mögen zwar zu einer grösseren Kaderbreite führen. Das Leistungsvermögen beeinflussen sie unerheblich. Auf Rang 12 war für die Zürcher im letzten Frühjahr nach der Qualifikation vorzeitig Saisonschluss. Nun aber ist Reto Berra dazu in der Lage, das Team um zwei, drei oder vielleicht gar vier Ränge zu verbessern. Mit Reto Berra ist Kloten ein anderes Kloten als eines ohne Reto Berra. Mit ihm als Rückhalt werden an einem guten Abend alle so auftreten, als seien sie ein paar Zentimeter grösser, ein paar Kilo schwerer und einige Stundenkilometer schneller. Eishockey ist ein Teamsport. Und doch gilt: Ein guter Torhüter ist nicht alles. Aber ohne guten Torhüter ist alles nichts.

MVP Playoffs Reto Berra (Fribourg) bei der Awards Verleihung an der Swiss Ice Hockey Night, am Donnerstag, 30. Juli 2026, in Interlaken. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Berra will seine Karriere in Kloten erfolgreich beenden.Bild: keystone

Reto Berra wird im Januar 40. Ist er zu alt? Nein. Auch nach mehr als 600 Partien ist er mit einer Leidenschaft bei der Sache, die grossen Spielern eigen ist. Und beseelt von einer ganz persönlichen Mission und die zugleich die Prise Romantik in dieser Angelegenheit macht: Er ist in seine Heimat zurückgekehrt und er wird den Menschen im Tal der Glatt so in Erinnerung bleiben, wie er in seiner letzten Saison mit Kloten gespielt hat. Es geht für ihn also um «ewigen Ruhm». Seine Ausbildung hat er zwar bei den ZSC Lions gemacht. Aber im Glattal hat alles begonnen. «Für mich war klar: Wenn ich Gottéron verlasse, dann werde ich für Kloten und keinen anderen Klub spielen. Dort habe ich einst als Bub Reto Pavoni bewundert.»

Der Transfer ist umso bemerkenswerter, weil es inzwischen für einen Klub der zweiten Ranglistenhälfte – Ajoie, Ambri, Lakers, Langnau oder Biel – nahezu unmöglich geworden ist, einen «Titanen-Transfer» zu finanzieren. Das Kunststück hat nur eine Prise Romantik ermöglicht.

Die spektakuläre Aufwertung auf der Goalie-Position ist allerdings nicht das einzige Meisterstück von Sportchef Ricardo Schödler. Es ist ihm auch gelungen, ein Schweizer Trainer-Duo zu installieren und einen Trainer ohne Kostenfolge aus einem laufenden Vertrag zu verabschieden, den er nicht mehr wollte. Lauri Marjamäkis Zeit in Kloten war nach zwei Jahren abgelaufen. Aber sein Vertrag immer noch gültig. Also hat ihn der Sportchef nach Zug transferiert und im Gegenzug den dort gefeuerten Michael Liniger übernommen. Mit Marcel Jenni stellt er ihm den perfekten Assistenten zur Seite: Michael Liniger und Marcel Jenni waren in Kloten die offensiven Leitwölfe in den letzten Jahren des Ruhmes mit den verlorenen Finals von 2009 und 2011 gegen Davos und 2014 gegen die ZSC Lions. Klotens Offensive war letzte Saison die schwächste der Liga. Wenn es Michael Liniger und Marcel Jenni als «Stürmer-Flüsterer» keine offensive Renaissance gelingt, wem dann?

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
Player Image

Nation Flag

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

  • Erwarte

Kloten ist inzwischen vom Wahn, die ZSC Lions herausfordern zu können, geheilt. Dieser Wahn hatte dem Klub den bisher einzigen Abstieg beschert (2018). Die Rückkehr in die höchste Liga (2022) ist mit einer demütigen Rückkehr zu den Ursprüngen und zur Identität, zur Seele und der Romantik als Dorfklub verbunden. Obwohl Kloten natürlich eine Stadt ist.

Entlassungsgefahr für den Trainer

Gering.

Michael Liniger ist zwar ein Langnauer und bei seinem ersten Cheftrainerposten letzte Saison in Zug gescheitert. Kein Problem: Erstens wäre in den turbulenten Zeiten der letzten Saison wahrscheinlich auch jeder andere Trainer verzweifelt. Zweitens hat er zuvor in der Organisation der ZSC Lions sein Handwerk gelernt und das ZSC-Farmteam (GCK Lions) geführt. Er kann also Trainer. Wenn er seinen Zweijahresvertrag (bis 2028) nicht erfüllen kann, dann ist Kloten von einer schweren sportlichen Krise erschüttert worden und seine Trainerkarriere in der höchsten Liga ist beendet, bevor sie richtig begonnen hat.

Michael Liniger, der neue Headcoach des EHC Kloten posiert fuer ein Portrait am Mittwoch, 6. Mai 2026 in der Swiss Arena in Kloten. (KEYSTONE/Claudio Thoma)
Der neue Chef an Klotens Bande: Michael Liniger.Bild: keystone

Wichtigste Zuzüge

Torhüter Reto Berra (Gottéron), die Verteidiger Dominik Schlumpf (Zug) und Simon Johansson (Ilves), die Stürmer Arttu Ruotsalainen (Frölunda), Michael Hügli, Raphael Prassl (Lausanne) und Joel Henry (ZSC Lions).

Wichtigste Abgänge

Die Verteidiger Steve Kellenberger (Rücktritt), Lukas Klok (München), die Stürmer Nolan Dieman, Deniss Smirnovs (Ajoie), Axel Simic (Lausanne), Robert Leino (Brünn) und Tyler Morley (Wolfsburg).

Transferbilanz

Positiv.

Potenzial

Es ist zwar nicht gelungen, die schwächste Offensive der letzten Saison signifikant zu verstärken. Aber mit Reto Berra ist die ohnehin schon solide Defensive klar stabiler geworden. Es ist einfacher, ein Tor zu verhindern, als eines zu erzielen. Auch ohne Beistand der Hockeygötter können die Klotener die Playouts vermeiden und mit dem Beistand der Hockeygötter gar als Überraschungsteam die Pre-Playoffs erreichen.

Eismeister-Tipp

Rang 12.

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HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
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HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
HC Davos: 31 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2015.
quelle: keystone / ennio leanza
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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pille
12.09.2026 14:41registriert Juli 2016
Jordane Hauert ist Präsident von Ajoie seit 1999?😂
Bis vor 3 Jahren hat der noch aktiv gespielt, war Captain und gilt als Urgestein aber nicht als Präsi. Das ist sein Vater.😉
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
12.09.2026 13:49registriert Juni 2016
Mein Tipp:
Kloten haut den SCB aus den Pre-Playoffs raus.
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