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Der Dachs kommt in die Schweizer Städte

Der Dachs kommt in die Schweizer Städte – das musst du wissen

Schnell breitet sich der Dachs nicht aus – aber dafür nachhaltig. Und langsam entdeckt er den Schweizer Siedlungsraum für sich.
14.08.2026, 18:3314.08.2026, 18:33

Ich bin in einem Dorf gleich neben dem Wald aufgewachsen – und sah während meiner gesamten Kindheit keinen einzigen Dachs. Jetzt wohne ich in der Stadt – und erhalte immer mal wieder Besuch von einer Dachsfamilie. Natürlich handelt es sich hierbei um anekdotische Evidenz. Aber sie widerspiegelt, was in den letzten Jahrzehnten mit der Dachspopulation geschah.

Neben Igeln, Füchsen und Mardern erhalten wir seit 2025 immer wieder Besuch von Dachsen im Garten.
Neben Igeln, Füchsen und Mardern erhalten wir seit 2025 immer wieder Besuch von Dachsen im Garten. bild: watson.ch

In den 70ern und 80ern hatte Meister Grimbart einen schweren Stand in der Schweiz. Er wurde Kollateralopfer des ungeschickten Kampfs gegen die Tollwut und ihren Hauptverteiler, den Fuchs. Diesem rückte man mit Gas auf die Pelle und dezimierte damit auch die Dachspopulation. Denn: Füchse nisten sich gerne in Dachsbauten ein. Die tiefen und weitverzweigten Tunnelsysteme sind wegen ihres perfekten Schutzes beliebt. Nicht selten leben die beiden Tierarten im selben Bau – meiden aber engen Kontakt. Dafür verantwortlich ist das klassische WG-Problem: unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit und Hygiene. Dem reinlichen Dachs sind die roten Floh- und Zeckenschleudern, die immer wieder Überreste von toten Tieren einschleppen, ein Graus.

Die Tollwut wurde in Europa letztendlich nicht mit Gas, sondern mit flächendeckend verteilten Impfködern besiegt. Und neben der Fuchspopulation erholte sich auch der Dachsbestand langsam. StadtWildTiere geht davon aus, dass sich die Zahl der Dachse in den letzten 20 Jahren verdoppelte. Eine steigende Anzahl Verkehrsopfer und vermehrte Sichtungen mit Wildtierkameras deuten darauf hin, dass sie immer mehr auch den Siedlungsraum für sich entdecken.

Für einmal ist nicht der Klimawandel der treibende Faktor, wie Katja Rauchenstein von StadtWildTiere gegenüber watson erklärt. Dachse sind standorttreuer und weniger mobil als Füchse und ein Dachsbau kann zu einem Mehrgenerationenprojekt ausarten. Das Eindringen in bewohntes Gebiet wird deshalb schon länger beobachtet, vollzieht sich aber deutlich langsamer als beispielsweise beim Fuchs. Dafür sind die Spuren in den Gärten sichtbarer. Dachse graben nach Würmern, Engerlingen und anderen Leckereien. Und sie graben schnell und effizient. Nicht alle Gartenbesitzer haben deshalb Freude an den neuen Gästen – zumal sie gerne auch im Familienverband aufkreuzen.

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Ein Dachs auf der Suche nach Leckereien. Das hinterlässt Spuren.Bild: watson

Den Gartenbesitzern ohne Sympathie für die Tiere empfiehlt Rauchenstein etwas Geduld und Naturverständnis. Besuche von Dachsen beschränken sich in der Regel auf eine kurze Zeitspanne. Gegenmassnahmen wie Pfeffer, spezielle Geruchsstoffe, Kaffeesatz, Lichtblitze und Bewegungsmelder beeindrucken die Säugetiere hingegen oft nur bei exzessivem Einsatz.

Vielleicht einfach auf einen Naturgarten umstellen:

Dachse können wie Füchse Träger des Fuchsbandwurmes sein. Dessen Eier werden über den Kot ausgeschieden. Eine Infizierung mit den Larven, die für den Menschen gefährlich werden kann, ist jedoch äusserst selten. Händewaschen nach Gartenarbeit und das gründliche Abspülen von Gartengemüse, Beeren und Salat werden sowieso empfohlen. Angst haben muss man vor den Dachsen aber keine, auch wenn die bis zu 20 Kilogramm schweren Mocken regelrechte Kraftpakete sind. Begegnungen mit Dachsen verlaufen friedlich – es gibt keinen bekannten Fall eines Dachsangriffs auf einen Menschen in der Schweiz. Die scheuen Tiere sind nicht aggressiv und bevorzugen die Flucht. Was sich aber nicht empfiehlt: Sie in eine Ecke zu drängen.

Auch für Haustiere wie Katzen besteht keine Gefahr – sie gehören nicht zum Beuteschema. Ganz im Gegenteil zu Igeln, die bei Mangel an Alternativen durchaus auf dem Dachsspeiseplan landen können. Wer seinen Igeln im Garten ein Versteck bieten will, kann das laut Rauchenstein mit einem Igelhotel tun. Ein solches kann mit Ästen gebaut werden, bietet selbstredend aber keinen absoluten Schutz. Natur bleibt Natur.

Das Füttern von Dachsen ist zu unterlassen und ist wie sämtliche Wildtierfütterung je nach Region sogar verboten. Unproblematisch sind hingegen Wasserschalen – gerade während dieser heissen und trockenen Tage. Mehr braucht es nicht. Ein naturnaher Garten mit Beeren, Regenwürmern und Käfern hilft den Tieren bereits genug.

Ausführlichere Informationen über den Dachs und wie er den Siedlungsraum erobert, gibt es im kürzlich erschienenen Buch «Der Dachs - Ein Wildtier erobert den Siedlungsraum».

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120 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Darkside
14.08.2026 21:52registriert April 2014
Beim Dachs kommt mir immer direkt eine sehr schöne Kindheitserinnerung in den Sinn.
Dominik Dachs und die Katzenpiraten. 😊
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gulf
15.08.2026 00:23registriert März 2020
" das musst du wissen "

nein, muss ich nicht.

bitte schreibt einfach die normale Überschrift und wir können dann entscheiden, ob wir das wissen wollen oder müssen ....
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Jacob Crossfield
14.08.2026 19:39registriert Dezember 2014
Der Dachs ist der Badass der kleinen Raubtiere. Füchse fliehen und auch Wölfe möchten keinen Dachsbau ausheben wenn Mama Dachs in Charge ist.
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