Betriebsverbot für 13 Walliser Campingplätze wegen Naturgefahren
Die Naturgefahren bedrohen die Campingplätze in den Schweizer Alpen. Nachdem im Juli 2025 der höchstgelegene Camping in Arolla zuerst per sofort geschlossen und dann innerhalb der Gemeinde an einem neuen Ort wieder eröffnet wurde, müssen nun 13 weitere Plätze per sofort schliessen.
Die Betreiber und Gemeinden seien Ende Dezember vom Kanton informiert worden, berichtet Le Nouvelliste. Die Plätze befinden sich in elf Gemeinden, ihre Zukunft ist ungewiss.
Betroffen ist auch der Camping des Glaciers in La Fouly, er existiert seit 57 Jahren. Auf der Website werden Gäste über das «Betriebsverbot für den Sommer 2026» informiert. Reservierungen werden bis am 31. März keine entgegengenommen. Die Betreiber hoffen noch auf eine Lösung. Man sei noch mit Verhandlungen über einen Teil des Vertrags beschäftigt, heisst es weiter. Ab Ende März sollen weitere Informationen folgen.
Ein herber Schlag für den Walliser Tourismus, so kurz vor dem Saisonstart. FDP-Suppleant Florian Piasenta hat deshalb ein dringliches Postulat eingereicht. Die Campingplätze spielten eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft, schreibt er darin. Sie zögen Touristen an und schafften Arbeitsplätze. Ausserdem würden sie im Kampf gegen Wildcamper helfen.
Piasenta fordert eine Balance zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die Gemeinden bräuchten Zeit, um eine Taskforce zu bilden und Unterstützung zu bieten. Denn: «Es gibt keine aufschiebende Wirkung und wenn wir den Campingplatz trotzdem öffnen, riskieren wir eine Geldstrafe von 10'000 Franken», sagt er zum «Nouvelliste».
Uneinigkeit in der Politik
Zwar wurde der Vorschlag von Piasenta deutlich angenommen, dennoch herrscht im Staatsrat Uneinigkeit, wie die Zeitung weiter schreibt. Nach dem Unglück von Crans-Montana wollen einige Politiker keine weiteren Vorfälle riskieren. Dieser Meinung ist etwa der zuständige SVP-Staatsrat Franz Ruppen. Es handle sich um eine reale Gefahr, erklärt er.
Doch es gibt auch andere Meinungen, etwa jene von Mitte-Staatsrat Christophe Darbellay. Er versteht die Sicherheitsbedenken zwar, die Art und Weise, wie vorgegangen wurde, sei jedoch inakzeptabel. Die Betreiber der Plätze hoffen nun, dass es mit einer Arbeitsgruppe schneller vorangeht und eine Lösung gefunden wird, um im Sommer doch noch öffnen zu können oder nötigenfalls die Campingplätze zu verschieben.
(vro)
