Für das 1.-August-Feuerwerk sieht es (noch) schlecht aus
Bald hängen überall Girlanden, Schweizerfahnen und Lampions – und das unabhängig von der Fussball-WM. Doch je näher der 1. August rückt, desto kleiner wird die Chance auf ein Feuerwerk. Die Trockenheit hat die ganze Schweiz im Griff. Seit Wochen gibt es nicht genügend Regen, die Natur leidet schon längst.
Zahlreiche Kantone haben bereits jetzt zumindest im Wald und in Waldesnähe ein absolutes Feuerverbot verhängt. Etwa die Kantone Bern, Freiburg, Waadt, Luzern, Thurgau, Schaffhausen, Aargau, Uri oder Appenzell-Innerrhoden. Andere Kantone wie etwa Wallis, Solothurn, Tessin oder St.Gallen haben ein Feuer- und Feuerwerksverbot im Freien erlassen. Auch in Teilen des Kantons Graubünden gilt ein absolutes Feuerverbot.
Im Grossteil der Schweiz herrscht grosse Trockenheitsgefahr. «Bei grosser Waldbrandgefahr können brennende Streichhölzer, Funkenflug eines Grillfeuers und Blitzschläge sehr wahrscheinlich ein Feuer entfachen», heisst es entsprechend beim Bundesamt für Umwelt (Bafu).
Wer gegen das Feuerverbot verstösst, wird angezeigt. So meldete die St.Galler Polizei am vergangenen Wochenende, dass sie einen Mann erwischt hat, der in Rapperswil-Jona Holz verbrannt hatte. Das Feuer wurde umgehend gelöscht. Auch im Kanton Luzern meldete die Polizei schon mehrere Anzeigen wegen Verstössen. Zudem kam es hier bereits zu mehreren kleineren Flur- und Waldbränden.
Zwar haben Gewitter zwischenzeitlich in einigen Regionen etwas Niederschlag gebracht, um die Situation zu entschärfen, hat das jedoch bei Weitem nicht gereicht.
Und auch der Ausblick sieht nicht besser aus. Laut Meteonews verschärft sich die Lage mit der neuen Hitzewelle über das Wochenende weiter. Die Gefahrenstufe für Waldbrände dürfte somit in den kommenden Tagen in gewissen Regionen weiter steigen. Bis mindestens Mitte Juli dürfte es höchstens in den Bergen oder im Süden mal ein Gewitter geben, schreiben die Meteorologen.
Die Natur zeigt schon jetzt, wie sie leidet: Die ersten Blätter der Bäume verfärben sich allmählich, Rasenflächen sind braun statt grün. Auch die Tierwelt hat zunehmend Durst und heiss. Die Landwirtschaft wird ebenfalls zunehmend beeinträchtigt.
Und selbst da, wo die Pflanzen noch grün sind, ist die Situation angespannt: «Dass viele Pflanzen noch grün sind, bedeutet nicht zwangsläufig, dass ausreichend Wasser im Boden vorhanden ist. In weiten Teilen der Schweiz herrscht ein grosses bis extremes Defizit an Bodenfeuchte. Je nach Pflanzenart, Wurzeltiefe und Standort können die Auswirkungen der Trockenheit aber unterschiedlich stark ausfallen», erklärt das Bafu.
Hinzu kommen niedrige Wasserstände. Die sind schon seit längerem unter den Normalwerten und dürften laut Bafu wohl in den kommenden Tagen tendenziell weiter sinken. «Die Niedrigwassersituation dürfte sich daher weiter verschärfen.»
Dass also am 1. August ein Feuerwerk möglich wird, ist aus aktueller Sicht eher weniger wahrscheinlich. «Für eine nachhaltige Entspannung wären flächendeckende und ergiebige Niederschläge notwendig», heisst es beim Bafu. Die Böden bräuchten also viel Niederschlag, damit sich die Natur erholen kann und die Gefahr eines Feuers sinkt.
Doch ein Rest Hoffnung bleibt. Laut Meteonews gibt es derzeit Hinweise darauf, dass ab Mitte nächster Woche verbreitet Schauer und Gewitter aufziehen. Allerdings ist noch nicht klar, wie intensiv diese ausfallen werden. Es ist deshalb auch nicht möglich, zu sagen, ob die Niederschläge reichen werden, um die Situation so weit zu entschärfen, dass Feuerwerk möglich ist.
Und Gewitter allein helfen nur bedingt, wie das Bafu weiter erklärt: «Lokale Schauer und Gewitter können einzelne Gewässer kurzfristig ansteigen lassen. Für eine nachhaltige Verbesserung der hydrologischen Situation reichen sie jedoch nicht aus, da sie meist räumlich begrenzt auftreten.»
Immerhin deutet das europäische Wettermodell darauf hin, dass die Schweiz in der nächsten Woche zumindest gebietsweise ein bisschen mehr Regen abbekommt als normal. Da die Niederschlagssummen danach aber bereits wieder zurückgehen und es zu warm bleiben dürfte, könnte auch die Trockenheit noch länger anhalten.
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