Neue Vorhersagen prognostizieren «katastrophalen» Sommer
«Die neuen Monatsvorhersagen des ECMWF sehen ziemlich katastrophal aus», schrieb der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann vor zwei Tagen auf X.
Die neuen Monatsvorhersagen des @ECMWF sehen ziemlich katastrophal aus, auch für den August - wie schon im Juni geschrieben (und der griechische Großmeteorologe und ruhmreiche Europaabgeordnete @S_Arnaoutoglou hat das auch früh so gesehen), scheint es kaum Hoffnung zu geben - es… https://t.co/zUxds532jM pic.twitter.com/ump1UQhezZ
— Jörg @kachelmann anderswo: @realkachelmann (@Kachelmann) July 6, 2026
Kachelmann bezieht sich dabei auf das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF). Dieses zeigt: Sowohl für den Monat Juli als auch für den August ist in Zentraleuropa mit vergleichsweise wenig Niederschlag zu rechnen. Für beide Monate prognostizieren die Modelle unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen, insbesondere für den Juli.
Mehrere Meteorologen pflichten Kachelmann bei: Gegenüber dem Blick spricht etwa Klaus Marquardt von Meteonews von «Trockenheit auf nie da gewesenem Niveau». Die Grundwasserstände seien «besorgniserregend tief», die Basis dafür sei bereits mit einem trockenen Frühling gelegt worden. Auch wenn es hie oder da mal ein Gewitter gäbe, würde das der Trockenheit nicht wirklich entgegenwirken. Was es brauche, seien «ein paar verregnete Tage mit moderatem Regen». Doch eben solche sind derzeit nicht in Sicht.
Ein deutscher Meteorologe bekräftigt gegenüber Bild: «Die Situation ist eine Katastrophe, wir haben eine historische Trockenlage.» So gesehen sei 2026 ein «echter Scheisssommer».
Weitere Warnungen vor Trockenheit
Während also noch immer keine grossen Wetterumschwünge zu erkennen sind, verschärft sich die anhaltende Trockenheit von Tag zu Tag. In Kombination mit der erneuten Hitzewelle hat sie in weiten Teilen der Schweiz zu grosser Waldbrandgefahr geführt. Die meisten Kantone haben ein Feuerverbot im Wald und in Waldnähe in Kraft gesetzt.
In einigen Walliser Regionen und im Churer Rheintal gilt seit Mittwoch gar die höchste Gefahrenstufe («sehr grosse Gefahr»), wie der Naturgefahrenkarte des Bundes zu entnehmen war. Der Kanton Wallis hat bereits Ende Juni ein generelles, ortsunabhängiges Verbot für Feuer im Freien ausgerufen. Ein absolutes Verbot herrscht auch im Tessin und in Teilen des Kantons Graubünden.
In vielen weiteren Kantonen ist es verboten, in Wäldern oder in Waldnähe Feuer zu entfachen. Am Mittwoch schlossen sich die Kantone Thurgau, Jura und Genf an. Dort gilt neu die Gefahrenstufe 4 von 5 und damit eine «grosse Gefahr». Einzig in den Zentralschweizer Kantonen Ob- und Nidwalden, Schwyz und Zug, in Teilen Berns sowie in der Waadt werden Feuer auf fest eingerichteten Stellen noch toleriert.
Hitzewelle breitet sich erneut aus
Auch was die Hitze betrifft, hat der Bund erneute Warnungen ausgerufen. Die Gefahrenstufe 3 galt am Mittwoch zunächst in den Niederungen der Alpensüdseite, im Wallis sowie im Gebiet vom Genfersee über das Seeland bis in die Nordwestschweiz. Die Höchsttemperaturen liegen dort zwischen 31 und 35 Grad.
Ab kommendem Freitag gilt die Hitzewarnung auch für die Gebiete am Jurasüdfuss zwischen Biel und dem Wasserschloss sowie für die Region Schaffhausen, wie dem Naturgefahrenbulletin des Bundes zu entnehmen war. In den übrigen tiefgelegenen Gebieten der Deutschschweiz wird die Schwelle für eine Hitzewarnung demnach voraussichtlich nicht erreicht.
Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) warnt auf der Gefahrenstufe 3 vor einem erheblichen Risiko für Kreislaufbeschwerden und vor körperlichem Unwohlsein. Es wird empfohlen, täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken und körperliche Anstrengung zur heissesten Tageszeit zu meiden. Die Warnungen gelten bis kommenden Montag, können aber verlängert werden. (lak/sda)
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