Schweiz
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Sonderbare Testregeln: Deshalb verbrauchen Autos mehr Benzin als die Hersteller angeben



FILE - In this file photo taken Friday March 7, 2014, Eric Henry gases up his car in Sacramento, Calif. Drivers will get the slightest of breaks on gasoline prices this summer, according to the Energy Department. The national average price is forecast to fall — by just one cent — to $3.57 per gallon between April and September, the months when Americans do most of their driving. (AP Photo/Rich Pedroncelli, File)

Bild: Rich Pedroncelli/AP/KEYSTONE

Die offiziellen Angaben des Benzinverbrauchs eines Autos weichen immer stärker vom effektiven Verbrauch im Strassenverkehr ab. Dies hat eine Auswertung des TCS ergeben. Der Verband führt dies auf die Art des standardisierten Testverfahrens zurück. Schuld sei die etwas veraltete EU-Messmethode, heisst es in der TCS-Meldung. «Diese lässt zu viele Spielräume bei den Prüfstandeinstellungen zu.»

So erlaubt der Test unter anderem, dass der offizielle Werksverbrauch mit einem leichten Basismodell ermittelt wird. In der Praxis können dann reichhaltig ausgestattete Fahrzeuge im Leerzustand 80 bis 160 Kilogramm mehr wiegen. Dies hat laut TCS einen Mehrverbrauch von bis zu anderthalb Litern auf 100 Kilometer zur Folge.

Klimaanlage, Heizung und Licht ausgeschaltet

Zudem sind während der offiziellen Messung zwingend Klimaanlage, Heizung und Licht ausgeschaltet. Dies alles führt dazu, dass der Verbrauch im Test geringer ist.

Die Angaben seien deshalb im Alltagsbetrieb kaum erreichbar, hält der TCS fest. Wobei als zentraler Faktor aber auch der persönliche Fahrstil ausschlaggebend sein könne.

1,5 Liter mehr als angegeben

Der Touring Club der Schweiz (TCS) testet seit 1974 regelmässig Personenwagen. Laut einer Mitteilung des Verbands haben die Wagen vor zehn Jahren auf 100 Kilometer 0.9 Liter Benzin mehr verbraucht als in den offiziellen Angaben der Hersteller vermerkt wurde. Die heutigen Fahrzeuge würden nun 1.5 Liter mehr als angegeben verbrauchen.

Dies betreffe nicht vereinzelte Wagen, «alle verbrauchen mehr», heisst es im «Verbrauchskatalog 2016», den der TCS gemeinsam mit EnergieSchweiz herausgibt.

«Wegen des Wettbewerbs und der politischen Zielvorgaben in der EU sehen sich die Autohersteller veranlasst, die Fahrzeuge auf einen geringen Treibstoffverbrauch hin zu optimieren», begründet der TCS die zunehmende Diskrepanz.

Die bekanntesten Autos und ein Blick in die Zukunft

Dennoch effizienter

Wie der TCS festhält, sind die Fahrzeuge dennoch energieeffizienter geworden. Der Verbrauch fällt zwar im Strassenverkehr in der Regel etwas höher aus als angegeben. Doch verbrauchen die Autos dank der technischen Entwicklung dennoch weniger Treibstoff als früher.

Der publizierte Verbrauchskatalog 2016, der im Internet gratis erhältlich ist, basiert auf den offiziellen Werten. Im Katalog werden 4486 Fahrzeugmodellvariante aufgeführt und deren Treibstoffverbrauch, CO2-Emissionen und Effizienzkategorien A bis G angegeben.

Obwohl der Realverbrauch vom Normverbrauch abweiche, seien Energieetikette und Verbrauchskatalog für den Neuwagenkäufer von grossem Nutzen, schreibt der TCS. «Fahrzeuge mit einer guten Effizienzklasse lösen den Verbrauchsvorteil in der Regel auch auf der Strasse ein.» (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Unkalmar 10.02.2016 14:52
    Highlight Highlight Die Aufregung um die Diskrepanz zwischen Labormessungen und Feldmessungen entspringt einem fundamentalen Missverständnis. Es kann kein Testverfahren geben, das alle oder auch nur einen Grossteil der realen Fahrten simuliert, weil die Fahrten viel zu unterschiedlich sind (Geschw., Höhendiff., Anz. Fahrgäste, bzw. Nutzlast, Witterung, Fahrstil, Klimaanlage, etc.). Alleine der Fahrstil kann leicht zwei Liter Mehrverbrauch ausmachen. Der Zweck der Messung ist es lediglich, die Autos punkto Verbrauch ungefähr vergleichen zu können, nicht aber eine Prognose zu machen für den Fahrzeughalter.
  • Freddie 10.02.2016 08:30
    Highlight Highlight Häufig werden auch die hinteren Sitze heraus genommen und vorne der Kühler so verdeckt, dass die Luft besser ums Auto fliess. So wie da "beschissen" wird, finde ich den Betrug von VW nicht so "schlimm". VW hatte eine Vorreiterrolle und in ein paar Jahren werden wohl alles Steuergeräte merken wenn es zum Test geht.
  • Midnight 10.02.2016 07:35
    Highlight Highlight Kann ich nur bedingt bestätigen. Mein vorheriges Auto, ein Volvo C70 MY2009 2.4i hatte eine Werksangabe von 9,2l, gefahren bin ich den aber immer zwischen 7,8 - 8,5l. Darüber bin ich nie gekommen. Bei meinem neuen Mini Cooper S 5 Door bin ich zwischen 0,2l - 0,4l über der Werksangabe. Es gibt allerdings Autofahrer bei denen ich mich manchmal frage, ob die gelernt haben, über den 2. Gang hinaus zu schalten. Das würde dann den erhöhten Verbrauch ebenfalls erklären (Referenz: z.B. jeden Samstagabend in Luzern bei der Seebrücke und neben dem Inseli).
  • STERNiiX 09.02.2016 20:57
    Highlight Highlight Ich persönlich glaube dass der Fahrstil entscheidend ist. Bei meinem Audi a3 (2005) stimmen die Angaben jedenfalls. Wenn ich normal fahre bin ich bei den angegebenen 10 Litern, wenn es sein muss kann dies sogar bis 7 Liter gedrückt werden(normaler Verkehr also In- und Ausserorts). Ob das nun normal ist oder nicht kann ich kaum sagen da dies mein erstes Auto ist.
    Aber meiner Meinung nach sollte eh jedem klar sein dass man die l/km Angaben nur als grobe Richtzahl nehmen sollte.
  • Capt. Crunch 09.02.2016 17:43
    Highlight Highlight Wenn ich mich so umschaue scheint für die wenigsten der Verbrauch als oberstes Kriterium zu gelten.
    So lange alle die gleichen Tricks anwenden kann man wenigstens die Differenz verschiedener Modelle vergleichen.
  • 7immi 09.02.2016 15:16
    Highlight Highlight neben den aufgelisteten massnahmen werden auch aerodynamisch ungünstige spälte (bei motorhaube, türen, ...) mit klebeband abgeklebt, sehr teure leichtlauföle im motor verwendet und die batterieladung ausgeschaltet...
    dies hat weniger mit einem alten prüfsystem zu tun. vielmehr sind die normen (absichtlich?) zu lasch formuliert...
    • Alf 09.02.2016 15:43
      Highlight Highlight Das mit den Spalten wird nur für die cw-Wertung gemacht, auf dem Rollenprüfstand spielt das keine Rolle. Aber nach deren Prüfkriterien ist es nur logisch, dass man keinen Luftwiderstand überwinden muss. Doh!
    • flv 09.02.2016 15:52
      Highlight Highlight Spielt die Aerodynamik überhaupt eine Rolle bei den Tests? Werden diese nicht auf dem stationären Prüfstand durchgeführt? Oder wird sie mit einem Windgenerator simuliert?
      Die Reifen werden wahrscheinlich auch gepumpt bis sie fast platzen... Oder nehmen sie gleich Eisenbahnräder..? ;)
    • herschweizer 09.02.2016 16:08
      Highlight Highlight wollen sie diese Tatsache nutzen um Werte im Handel zu manipulieren? Das weiss doch fast jeder nach dem 2ten mal tanken mit dem ersten Auto oder mobility
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