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Schweizer Tech-Industrie: US-Zölle hinterlassen Spuren

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Schweizer Tech-Industrie leidet wegen Trumps Zöllen – es gibt aber einzelne Lichtblicke

02.03.2026, 10:0902.03.2026, 10:12

Die Schweizer Tech-Industrie hat mit 2025 ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich. Das Hin und Her mit den US-Zöllen hat insbesondere die Exporte in die USA gebremst. Und auch im neu gestarteten Jahr 2026 sieht die Industrie viele Risiken.

Insgesamt sanken die Umsätze in der Schweizer Tech-Industrie 2025 um 0,3 Prozent, wie der Branchenverband Swissmem am Montag mitteilte. Allerdings gab es im zweiten Semester eine Erholungstendenz. Sowohl im dritten (+3,0%) als auch im vierten (+1,1%) Quartal zogen die Umsätze an.

Die Auftragseingänge der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandten Technologiebranchen erhöhte sich 2025 derweil um insgesamt 1,4 Prozent. Dabei nahmen sie im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr gar um 5,0 Prozent zu.

Einzelne Lichtblicke

Die Tech-Industrie habe ein verlorenes Jahr hinter sich, so das Fazit des Verbandes. Insgesamt habe sich die Industrie zwischen Stagnation und Lichtblicken bewegt. Zu letzteren zählt Swissmem die Entwicklung im vierten Quartal, aber auch die erstmals seit zehn Quartalen wieder – leicht – gestiegene Auslastung der Kapazitäten.

Diese lag im vierten Quartal bei 81,5 Prozent, nachdem sie vorher auf 80,7 Prozent abgesunken war. Sie lag damit immer noch deutlich unter dem langjährigen Mittel von 86,2 Prozent.

Die Zahl der Arbeitskräfte in der Industrie ging indes zurück. Die Anzahl Mitarbeitende lag im Schlussquartal bei knapp 323'000; das sind rund 6600 weniger als im Vorjahr.

Die Güterexporte der Tech-Industrie zogen 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,7 Prozent auf 68,1 Milliarden Franken an. Bei den wichtigsten Warengruppen reduzierten sich die Exporte bei Maschinen, Apparaten und mechanischen Geräten um 3,5 Prozent sowie bei Metallen und Metallwaren um 0,6 Prozent.

Hingegen stiegen sie bei den Schienen-, Strassen- und Luftfahrzeugen um knapp 15 Prozent, bei Elektrischen Maschinen, Apparaten und anderen elektrotechnischen Waren um 3,0 Prozent sowie bei den Mess-, Prüf- und Präzisionsinstrumenten um 0,5 Prozent.

EU-Geschäft sicherer Anker

Mit Blick auf die wichtigsten Absatzmärkte zeigten sich Unterschiede: Der starke Rückgang der Exporte in die USA (-7,6%) komme aufgrund der hohen Zölle wenig überraschend. Dabei resultierte allein im vierten Quartal ein Minus von 18 Prozent.

Das EU-Geschäft (+3,5%) kompensierte jedoch den Rückgang in die USA und nach Asien (-2,9%), wo es vor allem in China schlecht lief. Der EU-Markt sei einmal mehr der sichere Anker für die Exporte der Tech-Industrie gewesen, so der Verband.

Die Erwartungen für 2026 bezeichnet Swissmem indes als «durchzogen». Immerhin habe bei den Bestellungen im zweiten Halbjahr 2025 ein leichter Rückenwind eingesetzt, und die Einkaufsmanagerindizes (PMI) hätten insbesondere in wichtigen Märkten in Europa in den Wachstumsbereich gedreht.

Die volatile Weltlage, die unberechenbare US-Zollpolitik, der starke Franken und die Abschottungstendenzen der EU brächten auch 2026 grosse Herausforderungen und Risiken mit sich, warnte der Verband. (sda/awp)

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