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Trump produziert mit Zöllen nur Pleiten, Pech und Pannen

Hätte er doch mehr Golf gespielt: Trump produziert mit Zöllen nur Pleiten, Pech und Pannen

Neue Zahlen zeigen, was unter Trump alles verkehrt läuft.
01.03.2026, 14:2601.03.2026, 14:26
niklaus vontobel / ch media

Donald Trump hat den Amerikanern ein «goldenes Zeitalter» versprochen. Er werde die «Preise rasch senken» und ihr Land «wieder bezahlbar machen». Und, und, und. Kürzlich veröffentlichte Statistiken passen jedoch so ganz und gar nicht zur Trumpschen Erzählung.

Schwingt den Golfschläger, nicht den Zollhammer: US-Präsident Donald Trump
Schwingt den Golfschläger, nicht den Zollhammer: US-Präsident Donald TrumpBild: Jeff J Mitchell/Getty

Die Konsumenten sind in gar nicht goldener Stimmung, wie die Umfrage der Universität Michigan zeigt: kaum besser als zu Coronazeiten, schlechter als während der globalen Finanzkrise von 2008. Diese Rezessions-Stimmung erklärt sich wohl damit, dass Trump die Konsumenten angeschwindelt hat.

Die Ausländer hätten laut Trump für die Zölle zahlen sollen. Die Amerikaner würden daran so viel verdienen, «dass wir gar nicht wissen werden, wohin mit dem Geld.» Doch in einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft heisst es: «Die Amerikaner zahlen die Rechnung».

Trump in der Zollpolitik mit einem «Eigentor»

Das Kieler Institut hat aus 25 Millionen amerikanischen Importen herausgelesen: Die USA, also ihre Importeure und Konsumenten, zahlen die Zölle mit 96 Prozent fast allein. Dem Ausland konnten sie lediglich 4 Prozent weiterreichen. Das Fazit der Studie fällt vernichtend aus: «Die Zölle sind ein Eigentor.»

Als Trump beispielsweise Indien und Brasilien mit Strafzöllen belegte, reagierten deren Exporteure ganz und gar nicht, wie von Trump versprochen. Sie gaben nicht klein bei. Sie senkten ihre Preise nicht, um im US-Markt mithalten zu können. Laut der Kieler Studie lieferten sie nicht billigere Waren, sondern bloss weniger.

Laut einer weiteren Studie, dieses Mal von der Notenbank von New York, zahlen die USA fast 90 Prozent der Zölle. Doch Trump mochte sich nicht belehren lassen. Kevin Hassett, sein Chefberater für Wirtschaftsfragen, forderte stattdessen für die Studienautoren eine «Disziplinierung».

«Everything is down», hat Trump bei einer Rede behauptet, «alles ist billiger geworden.» Das war schlicht gelogen, die Preise sind weiter gestiegen. Schlimmer noch, sie sind zuletzt wieder schneller gestiegen als unter Trumps Vorgänger Joe Biden, der ihm doch angeblich ein übles Erbe hinterlassen habe, «die schlimmste Inflation in der Geschichte der USA».

Im Dezember 2025 lag die Inflation bei 2,9 Prozent, in Bidens letztem Monat waren es noch 2,7 Prozent gewesen. Unter Trump hat also eine Wende zum Schlechteren stattgefunden. Und diese Wende ist schlimmer, als es der Vergleich der beiden monatlichen Inflationsraten vermuten lässt. Trump hat weit mehr Schaden angerichtet.

Trump straft Indien aus einer Laune heraus

Unter Biden hatte nämlich ein Trend zu sinkender Inflation eingesetzt. Das war nicht dem damaligen US-Präsidenten zu verdanken, sondern einer globalen Normalisierung nach dem Coronaschock. Die Inflation wäre also weiter gesunken, hätte Trump seine Tage bloss auf dem Golfplatz verbracht. Stattdessen strafte er Indien mit Zöllen, weil dessen Premierminister ihn nicht für den Friedenspreis empfehlen wollte. Und er brummte der Schweiz einen 39-Prozent-Zoll auf, weil ihm die damalige Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter am Telefon «auf die Nerven ging».

So hat Trump den Trend zu sinkenden Preisen gestoppt und eine Wende zum Schlechteren herbeigeführt. Deshalb zahlen die Amerikaner heute mehr für langlebige Konsumgüter wie Möbel, Kühlschränke oder Waschmaschinen, als sie es ohne Trumps launenhafte Zölle tun müssten. Wie der US-Ökonom Joseph Politano erklärt, wurden diese langlebigen Konsumgüter vor Corona und Trump laufend billiger, jährlich um etwa 2 Prozent. Unter Trumps chaotischem Zollregime werden sie jährlich um 2 Prozent teurer.

Die hohen Preise ärgern die Amerikaner sehr. Laut Umfragen ist die «Krise der Lebenshaltungskosten» für sie das mit Abstand wichtigste Thema. Und es ist jenes, bei dem sie Trump die niedrigsten Zustimmungswerte geben. Am zweitwichtigsten sind ihnen Arbeitsplätze. Von denen hatte Trump ihnen mehr versprochen, gar «Millionen und Millionen». Doch er hat ihnen nicht das Job-Paradies auf Erden gebracht. Eher hat er sie daraus vertrieben.

2024, dem letzten Jahr unter seinem Vorgänger Biden, entstanden 1,5 Millionen neue Stellen. Das britische Magazin «The Economist» titelte im Herbst: «Die US-Wirtschaft wird von der ganzen Welt beneidet». Doch 2025, in Trumps erstem Jahr, kamen nur noch 181'000 Jobs hinzu. Das ist ausserhalb von Rezessionsjahren der tiefste Wert in zwei Jahrzehnten.

Das grösste Handelsdefizit in der US-Geschichte

Und diese wenigen Jobs könnten eine Illusion sein. Laut Chris Waller, Gouverneur der US-Notenbank Fed, sind die Job-Statistiken derzeit nach oben verzerrt und werden mit der nächsten Revision wahrscheinlich ins Negative kippen. Wie die «Financial Times» berichtet, wird die Wirtschaft dann 2025 zwar gewachsen sein, aber Jobs verloren haben. Das gab es zuvor seit 1945 erst dreimal.

Damit sind der Peinlichkeit nicht genug. So sprach Trump in seiner Rede zur Nation von ausländischen Investitionszusagen in der Höhe von 18’000 Milliarden Dollar. Auf der Website des Weissen Hauses finden sich nur Zusagen von 9000 Milliarden. Und das Petersen-Institut berichtet in einer Studie, es selbst habe nur rund 6000 Milliarden gefunden. Und selbst diese Zusagen seien «unklar oder eher Wunschvorstellungen».

Trump hat eine «industrielle Renaissance» versprochen. Die USA haben heute weniger industrielle Jobs als vor seinem Amtsantritt. Er wollte das Defizit im Handel mit physischen Waren weg haben, nannte es einen «nationalen Notstand». 2025 war dieses Defizit mit 1200 Milliarden Dollar grösser als je zuvor in der Geschichte der USA. Trump hat goldene Zeiten versprochen – angebrochen sind sie jedenfalls noch nicht. (aargauerzeitung.ch)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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banda69
01.03.2026 15:04registriert Januar 2020
"Er kann Wirtschaft! Er bringt Frieden!"

Haben sie gesagt, unsere Rechtspopulisten - seine Geschwister im Geiste, Tun und Komminikation. Bis hoch in den Bundesrat.
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Quieselchen
01.03.2026 14:58registriert Januar 2021
Für Donald Trump ist der. Einzig relevante amerikanische Bürger: Donald J. Trump.

Und für ihn und seine kleptomanische Entourage sind die Zeiten in der Tat „golden“. Immerhin hat sich sein Vermögen im letzten Jahr…was, verdreifacht?

Das die USA dabei vor die Hunde gehen, interessiert ihn nicht.

Und wird ihn auch nie. Es sei denn, sein eigenes Vermögen geht „plötzlich“ und „unerwartet“ gänzlich flöten…
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Punkt72
01.03.2026 14:57registriert Mai 2025
Tatsächlich hat Trump geliefert was er versprochen hat. Einfach nicht so wie einige dachten.
Reiche wurden um einiges vermögender unter ihm. Korruption ist nun legal in den USA. Steuererleichterungen für Reiche. Herabsetzung der Umweltstandards.
Er liefert an ein paar Hundert Millionäre/Milliardäre, bedient sich und seine Familie (Vermögen verdoppelt).
Das fantastische daran ist das die welche es bezahlen ihm immernoch zujubeln.
David Copperfield kann da noch einiges lernen
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