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8 Fakten zum Schlaf- und Beruhigungsmittelkonsum. YouTube/watson

Wie abhängig machen Schlafmittel? Sucht Schweiz warnt: Die Aufhörversuche erfolgen oft zu spät



Über drei Prozent der Bevölkerung nehmen täglich oder fast täglich Schlaf- oder Beruhigungsmittel ein – und dies oft länger als ein Jahr lang. Vor allem ältere Menschen und Frauen greifen zu den Pillen. Sucht Schweiz warnt vor dem Abhängigkeitspotenzial solcher Medikamente.

USA, New Jersey, Jersey City, Senior woman sitting in bed and suffering from headache

Das Suchtpotential von Schlaf- und Beruhigungsmitteln wurde bislang unterschätzt – darauf macht Sucht Schweiz aufmerksam. Bild: Tetra images RF

Sorgen bereitet der Organisation, dass Betroffene häufig Benzodiazepine oder ähnliche Medikamente einnehmen, wie sie am Dienstag mitteilte. Bei längerer Einnahme bergen diese ein hohes Abhängigkeitsrisiko und teilweise gravierende Nebenwirkungen, wie Sucht Schweiz schreibt.

Unbestritten sei, dass die Mittel in vielen Fällen wirksam und hilfreich sind. So kommen sie etwa bei Schlaf- und Angststörungen sowie bei der Vorbereitung von chirurgischen Eingriffen zum Einsatz. Bei einer Langzeiteinnahme könnten aber etwa Störungen der Bewegungskoordination sowie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsprobleme auftreten. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko zu Stürzen.

Therapie rechtzeitig beenden

Forschende von Sucht Schweiz machen in einem Beitrag in der französischen Fachzeitschrift «Dépendances» auch auf die Probleme beim Absetzen psychoaktiver Medikamente aufmerksam. Dies sei bisher unterschätzt worden.

Die Wissenschaftler vermuten, dass Aufhörversuche oft zu spät erfolgen und nicht mehr einfach zu bewerkstelligen sind. Das Ende der Therapie müsse frühzeitig vorbereitet werden. Problematisch ist ein abruptes Absetzen nach längerer Zeit, da schwere Entzugssymptome auftreten können.

Ärztinnen, Apotheker und Patientinnen bräuchten mehr Informationen praktischer Art, folgern die Forscher. Der Medikamentenmissbrauch sei immer noch ein Tabu. Daneben sei auch eine strengere Verschreibungspraxis zu prüfen.

Die Veröffentlichung basiert auf Daten aus dem Suchtmonitoring Schweiz. Dieses wurde 2011 vom Bundesamt für Gesundheit lanciert. Es soll repräsentative Daten der Schweizer Wohnbevölkerung zum Thema Sucht und Konsum psychoaktiver Substanzen zusammentragen. (viw/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 25.06.2015 00:01
    Highlight Highlight Offensichtlich ist unsere hochgelobte Pharmaindustrie nicht fähig, taugliche *und* unschädliche Schlaftabletten zu entwickeln. Naja, auch bei ebensolchen Schmerztabletten ist sie nicht wesentlich weiter. Irgendwie erstaunlich, wenn man bedenkt, welche Gewinne damit erzielt würden. Offenbar ist die ganze hochgelobte Forschung völlig machtlos.
  • arpa 24.06.2015 09:02
    Highlight Highlight Damit ist überhaupt nicht zu spassen. Ich habe Seroquel bekommen um von oxycodon (opiat) wegzukommen. Ohne Seroquel wäre die Qual noch grösser geworden!
    habe 3 Monate Oxycodon genommen, der Arzt meinte es mache nicht Abhängig, ich wusste es besser und habe mich auf den Entzug vorbereitet.. Teufelszeug!
    Seroquel habe ich nur ca 4 Tage genommen, macht schon müde..

    zum einschlafen gibts, gott sei dank, natürliche Pflanzen die wunderbar helfen!
    • karl_e 24.06.2015 23:48
      Highlight Highlight Welche natürlichen Pflanzen? Baldrian :( ?
    • arpa 25.06.2015 10:55
      Highlight Highlight zum Beispiel, gibt aber auch bessere ;)
  • Brettspiel 23.06.2015 22:38
    Highlight Highlight Versteh nicht wie Hausärzte Benzos über längere Zeit verschreiben können! Das Suchtpotenzial ist extrem hoch. War 2 Wochen darauf angewiesen und bin froh das es solche Medis gibt, aber nach 2 Wochen ist ein kalter Entzug schon schwierig.. bzw machen sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Kaum vorstellbar wie ein Entzug nach mehreren Monaten sein muss.
  • Blutgruppe 23.06.2015 22:02
    Highlight Highlight Ich muss mich hier mal outen.. ich gehöre zu denen, die fast täglich etwas nehmen, um zu schlafen. Meistens das verschreibungsfrei erhältliche Benocten, manchmal auch das eigentlich als Neuroleptika gedachte Seroquel. Es hat sich im letzten dreiviertel Jahr langsam eingeschlichen und der Gewöhnungseffekt ist enorm. Oft nehme ich es einfach, um schneller schlafen zu können, sodass ich "mehr" Schlaf habe unter der Woche. Manchmal auch, um einfach schnell wegzudösen. Nebenwirkungen? Körperlich (noch) keine , psychisch ist es oft schwieriger aufzustehen als ohne und man ist längere Zeit müde. Ich will bald damit aufhören. Mach mir schon leicht Sorgen. Was habt ihr für Erfahrungen?
    • Blutgruppe 23.06.2015 22:36
      Highlight Highlight Krass, das Zeug wird ja vergleichbar zu einem leichten Mittel gegen Grippe bei uns im TV beworben, nur dass die Nebenwirkungsaufzählung den Grossteil des Spots ausmacht xD.
      Ja, das glaube ich, dass damit nicht zu spassen ist.
      Kannst du denn mehr über diese psychischen Folgen sagen?
      Würde mich interessieren.
      Ich hab momentan Ferien, also wäre die Zeit für einen "Entzug" die richtige.
      Es ist einfach so verlockend, nicht lang wach liegen zu müssen, sondern gleich weg zu sein (bei mir normalerweise innerhalb 3 min, anstatt innerhalb 30-90 Minuten). Vielleicht pack ichs heute mal an, passend zu den Songzeilen von dem Song von Grateful Dead: "and remember that the only time is now" :-)
    • christian_meister 23.06.2015 22:59
      Highlight Highlight http://www.compendium.ch/mpro/mnr/9188/html/de

      Voila, hier die Fachinformation zu Seroquel.
    • polarbär 24.06.2015 00:28
      Highlight Highlight als Ärztin kann ich nur sagen: lass die Finger von dem Zeug. Von Benocten und von Seroquel sowieso.
      Seroquel ist ein Medikament. Wie bei jeder Behandlung muss im Voraus abgewogen werden, ob die positiven Aspekte die möglichen Nebenwirkungen aufwiegen. Im Fall einer Schizophrenie oder einer bipolaren Störung (beides schwerste psychische Erkrankungen, die unbehandelt oft ein glückliches Leben verunmöglichen) kann das auf Neuroleptika/Antipsychotika wie Seroquel durchaus zutreffen. Jedoch stehen die möglichen unerwünschten Wirkungen (unter den sehr häufigen bis häufigen findest du Blutarmut, Mangel an weissen Blutzellen, hohern Blutzucker, hormonelle Veränderungen, Bewegungsstörungen, Albträume, Gewichtszunahme bis 25%!) in deinem Fall in keinster Weise in einem Verhältnis zum erlangten Benefit von etwas mehr Schlaf.

      Bitte, bitte versuch mit weniger drastischen Methoden zur Ruhe zu kommen. Das sind echt keine Pfefferminz-Bonbons.
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