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Mehr Bäume, weniger schwarzer Asphalt: Zürcher Parlament geht gegen Stadt-Hitze vor



Katja, Mitte, und zwei Maedchen erfrischen sich in einem Brunnen in Zuerich am Donnerstag, 8. Juli 2010. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Katja, center, and two girls refresh at a water fountain in Zurich, Switzerland, Thursday, July 8, 2010. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Die Stadt Zürich ähnelt im Sommer einem Ofen. Bild: KEYSTONE

Mehr Bäume, mehr Wasserflächen und weniger schwarzer Asphalt: Das Zürcher Stadtparlament hat am Mittwoch die Strategie gegen zunehmende Stadt-Hitze genehmigt. Viele kritisierten jedoch, dass die Strategie für Private nicht verbindlich sei.

Die Stadt Zürich entwickelt sich durch die Klimaerwärmung zu einer regelrechten Hitze-Insel. Im Vergleich zum Umland ist es an einigen Orten im Sommer bis zu zehn Grad wärmer. Der Stadtrat präsentierte deshalb im vergangenen Jahr eine Strategie zur Hitzeminderung.

Teil dieser Strategie sind Bäume, Fassadenbegrünungen, Wasserflächen oder schattenspendende Elemente wie Sonnensegel. Zudem will sich die Stadt dafür einsetzen, dass der Wind aus den umliegenden Hügeln und dem Wald nicht unterbrochen wird. Erreicht werden soll dies über eine bessere Platzierung und Ausrichtung von Neu- und Ersatzbauten.

Kosten werden nicht genannt

Erste Beispiele für Hotspot-Entschärfungen gibt es etwa in Zürich-West, wo bereits Bäume gepflanzt, Flächen entsiegelt und helle Beläge getestet werden.

Das Stadtparlament hat den so genannten «Fachplan Hitzeminderung» am Mittwoch zur Kenntnis genommen - sparte aber nicht mit Kritik. Die GLP bemängelte etwa, dass dieser Fachplan zwar für die Stadt verbindlich sei, nicht aber für private Bauherrschaften. Für diese hat das Werk lediglich «empfehlenden Charakter».

Die Grünen wiederum kündigten bereits an, dass sie bei jedem Bauprojekt genau hinschauen und allenfalls eingreifen wollen. Mit einer Strategie allein sei schliesslich kein Problem gelöst. Auch dass nirgends etwas zu den Kosten steht, erntete Fragezeichen. Gemäss Stadtrat Andreas Hauri (GLP) ist es aber schlicht nicht möglich, im Voraus eine genaue Berechnung abzugeben.

FDP befürchtet neue Auflagen

Die FDP bat den Stadtrat um Augenmass. Bis jetzt sei der Fachplan für Private ja erst eine Empfehlung. Die Partei werde aber genau im Auge behalten, ob das nicht irgendwann in neue Auflagen münde.

Mit 102 Ja- zu 15 Nein-Stimmen nahm das Parlament den Fachplan schliesslich zur Kenntnis. Gleichzeitig beschloss es, dass der Stadtrat alle vier Jahre einen Bericht über die Fortschritte abliefern muss. Dort sollen dann auch die Kosten drinstehen.

Aus Prinzip dagegen war einmal mehr die SVP. Es sei offensichtlich, dass diese Strategie zu neuen Auflagen und Vorschriften führe. Auch inhaltlich hält die Partei wenig von der neuen Strategie. Grund für die Hitze sei die Verdichtung, ausgelöst durch Zuwanderung. Mit einigen Fassadenbegrünungen lasse sich dieses Problem nicht lösen. (sda)

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