Drogen, Brandschutz, Verletzte: Die Zahlen zur Street Parade 2026
Raverinnen und Raver
Das sonnige Wetter zog viele Besucherinnen und Besucher an. Insgesamt waren rund 900'000 Feiernde in Zürich. Das sind 100'000 mehr als im vergangenen Jahr.
Polizeieinsätze
Für die Polizei war der Grossevent mit derart vielen Menschen ohnehin eine Herausforderung, die Hitze erschwerte das Ganze zusätzlich. In der Nacht kam es dann vermehrt zu Streitereien, Tätlichkeiten und Körperverletzungen.
Schwer verletzt wurde laut aktueller Erkenntnisse jedoch niemand, teilt die Stadtpolizei am Sonntagmorgen mit. Ein Mann verletzte sich allerdings bei einem Sturz in der Schanzengasse im Kreis 1 erheblich am Kopf. Er war nach ersten Erkenntnissen von der Bahnhofüberführung rund sieben Meter auf das darunterliegende Perron gestürzt. Hinweise auf ein Delikt gebe es aber nicht.
Insgesamt seien 30 Personen festgenommen worden, darunter auch zwei Frauen. Die Festgenommenen stammten aus Italien, Gambia, Algerien, Tunesien, Marokko, Mali, Kolumbien, Chile, Ecuador, Rumänien und Brasilien. Nur vier von ihnen hätten einen festen Wohnsitz in der Schweiz. Die Gründe für die Festnahmen seien etwa Diebstähle, Drogenhandel, Körperverletzung oder Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.
Auch Drogen wurden sichergestellt: So kamen etwas über 50 Gramm Amphetamin, über 40 Gramm Ketamin, etwa 20 Gramm Kokain und über hundert Ecstasy-Pillen zusammen.
In den Ausnüchterungs- und Betreuungsstellen war ebenfalls einiges los: 14 Personen mussten die Nacht wegen übermässigen Alkohol- und/oder Drogenkonsums dort verbringen.
Fahnder der Kantonspolizei befanden sich ebenfalls in der Menge. Sie verhafteten fünf Personen wegen Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz. Zudem konnten sie mehrere Personen beobachten, die Taschen- und Entreissdiebstähle begingen oder Handys, Portemonnaies und Halsketten entwendeten, heisst es in einer Mitteilung. Die Täter setzten dabei teilweise auch Pfefferspray ein.
Die Polizei konnte diverse gestohlene Gegenstände sicherstellen. 25 Personen wurden wegen solcher Vergehen festgenommen. Einige wehrten sich dabei massiv oder setzten den Pfefferspray auch gegen Polizisten ein. Die Festgenommenen stammten aus Ecuador, Frankreich, Italien, Kuba, Marrokko, Rumänien und Tunesien.
Strassen und öffentlicher Verkehr
Nicht dazugezählt sind Einsätze im Hauptbahnhof, da für diesen die Kantonspolizei Zürich zuständig ist. Diese arbeitete zusammen mit der Transportpolizei der SBB. Bis am frühen Sonntagmorgen sei es zu keinen schweren Delikten gekommen, heisst es in einer Mitteilung. Streitereien oder Bagatelldelikte hätten rasch geklärt werden können.
Trotzdem wurden 16 Männer aus der Schweiz, Afghanistan, Algerien, Frankreich, Italien, Spanien und Tunesien verhaftet. Dies wegen Verstössen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz oder gegen das Betäubungsmittelgesetz. Einige stünden zudem im Verdacht, Vermögensdelikte begangen zu haben.
Sechs der 16 Verhafteten konnten nach den polizeilichen Abklärungen wieder gehen. Acht weitere wurden an die Staatsanwaltschaft verwiesen. Die beiden Übrigen wurden wegen ihres Gesundheitszustandes in medizinische Einrichtungen gebracht.
Die Polizei wies zudem 47 Personen für 24 Stunden vom Stadtgebiet, die weder einen Wohnsitz in Zürich hatten, noch einen plausiblen Grund, warum sie sich im Bahnhof oder in der Stadt aufhielten.
Zudem führte die Kantonspolizei in der Stadt, im Raum Dübendorf und auf der A3 Verkehrskontrollen durch. 264 Fahrzeuge wurden dabei überprüft. 13 Lenkerinnen und Lenker mussten ihren Führerausweis vorläufig abgeben, weil sie unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss standen. Gegen sie wird eine Strafuntersuchung eröffnet.
Wasserschutzpolizei
Ausserdem mussten mehrere Personen aus dem See oder der Limmat gewiesen werden. Dafür sorgte die Wasserschutzpolizei, die sich vor allem mit dem Freihalten der Fahrstrassen, mit Transportaufträgen und Hilfeleistungen beschäftigt hatte. Auch Bootsführerinnen und Bootsführer, die die Verkehrsvorschriften missachtet hatten, wurden weggewiesen. Eine Person musste zudem bei der Wühre aus dem Wasser gerettet werden, nachdem sie in Not geraten war.
Verwaltungspolizei
Auch die Gastronomie hatte sich an Regeln zu halten. Das wurde durch Spezialistinnen und Spezialisten der Verwaltungspolizei kontrolliert. Sie verzeigten acht illegale Händler. Ausserdem wurden mehrere Restaurants abgemahnt, weil sie durch offene Fenster den Aussenbereich beschallten. Auch Personen, die im Freien Lautsprecheranlagen dabei hatten, wurden ermahnt. Zudem wurden Schalldruckmessungen durchgeführt, die jedoch im Rahmen der geltenden Richtlinien lagen.
Rettungsdienste
Auch Schutz & Rettung Zürich hatte an der Street Parade viel zu tun. Insgesamt standen rund 400 zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz. Am Sonntag hiess es in der Schlussbilanz, dass man ein positives Fazit ziehe. Bis zur Schliessung des letzten Sanitätspostens kurz nach Mitternacht seien 906 Behandlungen durchgeführt worden, also mehr als noch 2025, als 757 Behandlungen gezählt wurden.
Die meisten Fälle betrafen Schnitt- und Schürfwunden (263), gefolgt von Alkoholkonsum (223). Während 2025 noch 95 Personen zur Überwachung und weiteren Behandlung in eine Notunterkunft gebracht werden mussten, waren es dieses Jahr 128 Personen. 45 Personen suchten Hilfe wegen Insektenstichen, fast gleich viele wegen Prellungen und Stauchungen (44).
Einige klagten auch über hitzebedingte Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Sonnenstiche oder Kopfschmerzen. Dieses Jahr wurden 45 Personen hospitalisiert, im letzten Jahr waren es noch 54.
Feuerpolizei
Gerade nach dem Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana wird wieder verstärkt ein Auge auf Brandschutzmassnahmen gelegt. Die Feuerpolizei hat vor und während der Street Parade Rettungszufahrten, Fluchtwege und Fluchttore der eingezäunten VIP-Bereiche kontrolliert. Zudem wurden in den Nachtlokalen 23 unangekündigte Kontrollen durchgeführt. Zwar wurden kleinere Mängel festgestellt, diese wurden aber rasch behoben. Es gab deshalb keine Verzeigungen.
Abfall
Pro Person, die die Street Parade besucht, wird in der Regel mit 120 bis 150 Gramm Abfall gerechnet, wie der Abfallverantwortliche der Street Parade, Carlo Blättler, gegenüber TeleZüri sagte. Bei 900'000 Besucherinnen und Besuchern wären das also etwa 120 Tonnen Abfall.
