SDA Meldungen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bergtourismus braucht Task Force auf Bundesebene



Mit seinem neuen Impulsprogramm will der Bundesrat dem Schweizer Tourismus aus der Krise helfen. Doch für die Berggebiete würden die Massnahmen zu kurz greifen, kritisieren betroffene Verbände in einem neuen Positionspapier. Sie fordern eine Task Force.

Man begrüsse zwar die Stossrichtung der im November 2017 vom Bundesrat verabschiedeten Tourismusstrategie, schreiben die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) und der Schweizer Tourismusverband (STV) in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Thesenpapier. Die darin vorgesehenen Massnahmen würden aber der Sonderstellung des Bergtourismus nur ungenügend Rechnung tragen.

Die alpinen Destinationen kämpften seit Jahren mit sinkenden Hotelübernachtungen und Skifahrertage, sagte SAB-Direktor und CVP-Nationalrat Thomas Egger (VS) am Donnerstag in Delsberg. Dabei stelle der Tourismus für die Berggebiete einen strategischen Wirtschaftssektor dar und sei deswegen «too big to fail».

Der Tourismus in den Bergregionen kämpfe ungleich stärker als die Städteregionen mit anhaltend sinkenden Gästezahlen, schreiben die Organisationen im Bericht. Denn nicht nur die Wirtschaftskrise und der starke Franken, sondern auch mildere Winter, eine wachsende Beliebtheit von Städte- und Fernreisen oder etwa die Zweitwohnungsinitiative sorgen dort seit Jahren für sinkende Einnahmen.

Die Tourismuspolitik könne deshalb nur erfolgreich sein, wenn sie diese spezifischen Rahmenbedingungen der Bergregionen berücksichtige und einen entsprechend differenzierten Ansatz verfolge, fordern die Organisationen.

Kooperation zwischen Destinationen

In ihrem Thesenpapier haben die SAB und der STV deshalb Lösungsansätze für die Krise im Bergtourismus erarbeitet. In den Vordergrund stellen die Organisationen insbesondere eine stärkere Kooperationen zwischen den Tourismusdestinationen.

«Es gebe sehr viele kleine Hotellerie-Unternehmen und zu viele Tourismusbüros», sagte Egger weiter. Die Regionen müssten ihre Kräfte stärker bündeln wie das etwa die Walliser Ortschaften Champéry, Troistorrents et Val d'Illiez getan hätten.

Um die touristischen Kerninfrastrukturen zu erneuern, sollen in Zukunft übergeordnete Entwicklungsstrategien erarbeitet werden. In den letzten Jahren scheiterten nämlich Veränderungsprozesse im Bergtourismus oft an der Komplexität der Strukturen und den unklaren und zersplitterten Verantwortlichkeiten.

Auch eine ganzjähriges Angebot sowie eine stärkere Ausrichtung der Förderinstrumente auf die Produktgestaltung sollen wieder mehr Gäste in die Berge locken.

Koordinationsstelle auf Bundesebene

Die Trendwende könne demnach nur gelingen, wenn die Governance und die Zusammenarbeit im Tourismussystem gestärkt werden. Gefordert seien neben der Branche die politischen Akteure auf allen Stufen, die direkt betroffene Bevölkerung in den Berggebieten sowie die Forschung und Wissenschaft.

Auf Bundesebene muss als Task Force eine neue Koordinationsstelle für den Tourismus geschaffen werden, in der sowohl die Branche wie auch Vertreter von Bund und Kantonen vertreten sind. Diese muss die spezifischen Anliegen des Bergtourismus prioritär berücksichtigen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pingupongo 05.07.2018 22:39
    Highlight Highlight Ein bisschen mehr Gastfreundlichkeit würde mancherorts wohl auch schon helfen. Hat schon seine Gründe, weshalb viele lieber nach Österreich in die Skiferien gehn. Da fühlt man sich oft einfach willkommener als in CH Berggebieten.

Frauen gelten als gleich kompetent wie Männer oder gar kompetenter

Die wahrgenommene Kompetenz von Frauen hat in den USA seit den 1940er-Jahren deutlich zugelegt. Mittlerweile gelten Frauen als gleich kompetent oder sogar kompetenter als Männer, wie Forschende der Uni Bern und der Northwestern University berichten.

Frauen haben seit den 1940er-Jahren zunehmend höhere Bildungsabschlüsse erreicht und mittlerweile ihren festen Platz in der Arbeitswelt. Damit haben sich auch die Vorstellungen über die Eigenschaften von Frauen und Männern verändert, wie eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel