Rote Telefonkabinen zu kaufen – und was du alles damit anstellen kannst
Alle – absolut alle – kennen die kultigen roten britischen Telefonkabinen. Selbst ein ganzes Jahrhundert nach der Einführung des ersten klassischen Designs (1926), 40 Jahre, nachdem sie durch die hässlicheren, neu privatisierten BT-Kabinen ersetzt wurden, und mehr als 20 Jahre, seit Telefonkabinen per se völlig überflüssig wurden – jeder und jede kennt immer noch die rote britische Telefonzelle. Sie ist fester Bestandteil der nationalen Ikonografie genauso wie schwarze Taxis, die Tower Bridge und halbnackte, betrunkene Partygirls.
Telephone kiosk – so lautete der Terminus technicus. Zunächst gab es den 1926 eingeführten K2-Telefonkiosk (im Bild oben links) und dann, anno 1936, den K6 (rechts), der im Vereinigten Königreich und in den Kolonien weltweit zu Zehntausenden aufgestellt wurde und so zum Aushängeschild wurde, das er heute ist.
Leute, ich bin (leider) alt genug, um mich daran zu erinnern. Meist stanken sie nach Pisse und waren vollgestopft mit Visitenkarten von Prostituierten. Tart cards, um – nochmals – den korrekten Terminus technicus zu bemühen.
Tatsächlich war der Uringeruch einer der Hauptgründe für ihre Ausmusterung: Da war schlicht kein gescheiter Abfluss am Boden der Kabine. Das und die Tatsache, dass sie tonnenschwer waren und in der Herstellung und Unterhalt zu teuer für den kapitalistischen Effizienzwunsch des Thatcherismus.
ABER – es gab derart viele davon, dass echte, ausgemusterte Telefonkabinen bis heute rege restauriert und weiterverkauft werden.
Oftmals werden sie tatsächlich an die Gemeinden verkauft, in denen sie ursprünglich standen – bloss dass sie nun eine andere Funktion erfüllen.
So sieht man die K6 mitunter als Info-Säulen, ...
… Ortsmuseen, ...
… Defibrillatoren, ...
... Blumentopf-Ständer ...
... oder Selbstbedienungsbibliotheken.
Doch auch Privatkunden können sich sowas zutun. So ein Ding in deinem Garten? Geht klar! Guck' mal, wie hübsch:
Und da die meisten von uns ganz hinten im Garten nicht unbedingt einen Festnetzanschluss brauchen, haben auch hier die Leute alternative Nutzungsmöglichkeiten dafür gefunden – Cheminée-Holz-Lager, etwa:
Oder eine Bar:
Oder ... okay, hier sind wir uns gar sicher, was das ist:
Hier wurde ein Garten-WC eingerichtet, ...
... hier ein Coffeeshop ...
… und hier eine öffentlich zugängliche Galerie:
Längst gibt es zudem eine blühende Nischenbranche von spezialisierten Restauratoren, die dir restaurierte K6 Kiosks für den Aussen- oder Innenbereich verkaufen.
Die Preise starten bei etwa 3000 Pfund für eine basic, wetterfeste Renovierung, können aber je nach Spezifikation und Anbieter gut und gerne auf 10'000 Pfund hochklettern.
Firmen wie Remember When UK etwa, ...
… bieten diverse Spezifikationen an. Unter anderem hochdetaillierte, …
… historisch korrekte Museumsstücke, …
... die in ihrer exakten Ausführung die Originalauslieferungen von anno dazumal qualitativ bei weitem übertreffen.
Transport zu dir nach Hause und Installation gehören auch zum Service – mitunter kann dies mit einem originalen Kiosk Carrier erfolgen, …
… ein eigens für diesen Zweck gebautes Transportfahrzeug aus jener Zeit.
Gängigere Transportmöglichkeiten ...
... und Installationsmethoden gibt's aber auch.
Diverse Restauratoren bieten eine ganze Palette an Ausstattungen an – etwa eine Hausbar, ...
... Bücherregal, ...
... Arbeitsecke, ...
... Garten-WC, ...
... oder eine Dusche für den Poolbereich.
Oder gleich eine Dusche fürs schicke Badezimmer!
Und das notabene immer auf Basis einer originalen, rund 70 Jahre alten Telefonkabine.
Ist sowas komplett unnötig?
Vermutlich.
Sähe sowas in deinem Garten absolut genial aus?
Definitiv.
