Sport
Deutschland

WM 2026: Rangnick kritisiert VAR-Entscheidungen nach strittigen Szenen

Germany's Aleksandar Pavlovic (5) and Ecuador's Pedro Vite battle for the ball during the World Cup Group E soccer match in East Rutherford, N.J., near New York, Thursday, June 25, 2026. (AP ...
Hätte das 1:0 für Deutschland nicht zählen dürfen? Die Balleroberung von Pavlovic gegen Vite sorgt für Diskussionen.Bild: keystone

Rangnick kritisiert den VAR scharf: «Wünsche mir schon, dass sie ihr Amt ausüben»

Schützt der Videobeweis die grossen Fussballnationen? Nach mehreren strittigen Szenen gibt es an der WM immer mehr Zweifel – Österreichs Trainer Ralf Rangnick äussert scharfe Kritik.
27.06.2026, 10:0127.06.2026, 10:41

Es ist ein Verdacht, den man im Fussball nicht gerne ausspricht – Ralf Rangnick äussert den jedoch ziemlich klar: Der Videobeweis (VAR) werde an dieser WM uneinheitlich gehandhabt und in heiklen Momenten traue man sich womöglich nicht, gegen die vermeintlich grössere Nation zu entscheiden. «Im Moment drängt sich so ein kleines bisschen der ungute Verdacht auf, dass man sich in solchen Situationen nicht immer traut, gegen die vermeintlich grössere Nation die Entscheidung zu treffen, die man eigentlich hätte treffen müssen», kritisierte der Österreich-Trainer hart. Der Grund für seine Kritik waren vor allem zwei Szenen, die Österreichs Trainer nicht losliessen.

Die erste Szene: Die Entstehung von Lionel Messis erstem Tor beim 0:2 gegen Österreich hätte nicht passieren dürfen – Rangnick sah da klar ein Foul an Xaver Schlager, welches ungepfiffen blieb: «Mir ist es ein Rätsel, wenn man einen VAR hat, das Foul an Xaver nicht als Foul zu sehen», äusserte er sich.

Wenn man weiter ausholen würde, dann hätte Messi gegen Österreich gar nicht spielen dürfen – er entging nämlich beim Spiel gegen Algerien nur knapp einer roten Karte.

Die zweite Szene war Deutschlands Führungstreffer gegen Ecuador: Aleksandar Pavlovic erobert gegen Pedro Vite einen Ball, jedoch trifft er mit einem hohen Bein den Ecuadorianer klar am Kopf – Leroy Sané traf gleich darauf.

Rangnick steht mit seiner Kritik nicht allein da. Auch der ehemalige deutsche Nationalspieler und TV-Experte Bastian Schweinsteiger ist derselben Ansicht. Bei der strittigen Szene mit Aleksandar Pavlovic sah er das Glück auf der Seite von Deutschland: «Wenn so etwas gegen uns gewesen wäre, dann wäre ich ein bisschen lauter. Da kann man von Glück reden, dass sich der VAR nicht eingeschaltet hat.» Klar ist somit: Es war gefährliches Spiel und hätte ein Foul sein müssen.

Rangnick hat eine klare Forderung, unabhängig davon, wer spielt und wer von einer strittigen Szene betroffen ist: «Da wünsche ich mir schon, dass die Videoschiedsrichter wirklich ihr Amt ausüben.»

Österreich könnte sich morgen mit einem Sieg oder einem Unentschieden gegen Algerien den zweiten Platz sichern – in der K.-o.-Phase würde es dann fix auf einen grossen Brocken namens Spanien treffen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 145
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Spanien um Captain Rodri ist am Ende der grössten WM der Geschichte der verdiente Sieger.

quelle: keystone / ashley landis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So erkennst du Fake-Trikots
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
28 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ursus3000
27.06.2026 10:15registriert Juni 2015
The Show must go on. Wer möchte denn ein Favoritensterben oder Legenden sperren?
306
Melden
Zum Kommentar
avatar
Nathan d.W.
27.06.2026 11:28registriert Februar 2024
Den Messi rausstellen? Da bist du als Schiri ab sofort von der FIFA kaltgestellt! Es ist so: grosse Namen und grosse Teams werden mit Samthandschuhen angefasst - war aber schon früher so - leider!!!
3412
Melden
Zum Kommentar
avatar
Urs Kipfert
27.06.2026 11:46registriert Februar 2019
Die FIFA diskutiert lieber über die Abschaffung von ZWEI Münzwürfen vor dem Penalty-Schiessen.

Dabei gäbe es viel dringendere Probleme, z.B.
1. VAR soll z.B. 3 x pro Partie und Mannschaft angefordert werden können. Bekommt die aufrufende Mannschaft Recht, zählt die Prüfung nicht (ähnlich wie beim Hawkeye-Challenge im Tennis).

2. Die unsägliche Abwarterei bei Abseits. Der Linienrichter soll seine Fahne SOFORT heben, nicht erst gefühlte 2 Minuten abwarten.

3. Hört mit den unnötigen Statistiken wie dem "g-Wert" oder den "Match Momentum" auf. Das bringt rein gar nichts.
233
Melden
Zum Kommentar
28
Nach dem Tod seines Vaters: Lionel Messi stellt Zukunft als Fussballer in Frage
Nach dem Tod seines Vaters gibt Lionel Messi erstmals öffentlich tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt und deutet sein Karriereende an. Sein grosser Rivale wünscht ihm viel Kraft.
Mit emotionalen Worten und tiefen Einblicken in seine Gefühle hat sich Fussball-Superstar Lionel Messi erstmals öffentlich von seinem gestorbenen Vater Jorge verabschiedet. Dabei deutete der Offensivspieler auch ein nahendes Karriereende an. «Papa, ich kann immer noch nicht glauben, dass du nicht mehr da bist. Ich kann es nicht fassen – oder besser gesagt: Ich will es nicht wahrhaben», schrieb der 39 Jahre alte Argentinier in den sozialen Medien.
Zur Story