«Wir sind im Mittelmass angekommen»: Schweinsteiger kritisiert DFB-Team
Nach der überraschenden 1:0- Heimniederlage gegen Griechenland hat Bastian Schweinsteiger deutliche Worte gefunden: «Wir sind keine Top-Mannschaft mehr, wir sind im Mittelmass angekommen», so der Weltmeister von 2014. Jürgen Klopp müsse sich die Mannschaft nun genau anschauen, um seinen gewohnten intensiven Fussball überhaupt umsetzen zu können.
Als Beispiel nannte Schweinsteiger Karim Adeyemi, der bei seinem neuen Klub Barcelona einen unfassbar guten Start hingelegt habe – dort spielt er meist auf der linken Aussenbahn und zeigt laut Schweinsteiger deutlich bessere Leistungen als zuletzt im DFB-Trikot.
Trotz der Kritik an der Mannschaft stellte sich Schweinsteiger klar hinter den neuen Bundestrainer: Klopp befinde sich noch in der Findungsphase, das ist harte Arbeit – aber er sei der richtige Mann für diese Aufgabe. Gleichzeitig richtete Schweinsteiger einen Appell an die Spieler: Auch sie müssten sich nach diesem Auftritt selbstkritisch hinterfragen.
Klopp nimmt die Verantwortung – und bleibt zuversichtlich
Bundestrainer Jürgen Klopp übernahm nach der Niederlage die Verantwortung für die Aufstellung: Die Zusammensetzung des Teams gehe auf seine Kappe. Gleichzeitig ergänzt er: «Das Spiel heute nicht zu gewinnen, damit hätte ich leben können – aber verlieren hätten wir nicht dürfen», so der neue Bundestrainer. Man ist erst eine Woche zusammen und müsse sich erst noch eingespielte Abläufe erarbeiten.
Er räumte ein, dass die anfängliche Euphorie getrübt worden ist: Fussball brauche Training und eingespielte Abläufe, die noch nicht richtig da gewesen seien – damit habe er selbst nicht gerechnet. Zum Spiel meint er: «Gegen einen so tief stehenden Gegner zu spielen ist ohnehin nicht einfach, mit einem neu zusammengewürfelten Team ist es noch schwieriger», so Klopp.
Auf die von Schweinsteiger aufgeworfene Frage nach einem fehlenden Unterschiedsspieler entgegnete Klopp, der Plan ist, in den kommenden zweieinhalb Wochen so viel wie möglich zu arbeiten. Man öffne gerade die Tür für viele neue Gesichter – diese hätten nichts falsch gemacht, im Gegenteil, er habe im heutigen Spiel gegen Griechenland viel Positives gesehen. Es habe schlicht an der nötigen Gewohnheit gefehlt. Auch die Spieler, die morgen neu dazustossen, seien noch nicht eingespielt, das ist aber in Ordnung – man werde die Situation entsprechend angehen. Die gesamte Woche ist bis auf dieses eine Spiel top gewesen.
Klar ist für Klopp: «Mir ist ein schlechter Start lieber als ein schlechtes Ende.», zudem meint er, dass sich am Ende alles zusammenfügen werde. (car)
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