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Les joueurs lausannois et zuerichois luttent pour le puck devant des tribunes a moitie vide lors du match de hockey sur glace de demi-finale de Coupe Suisse, Swiss Ice Hockey Cup, entre Lausanne HC, LHC, et Kloten Flyers ce mardi 5 janvier 2016 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Eishockey-Cup ist, wenn kaum einer hinschaut: Der Halbfinal Lausanne – Kloten vor halbleeren Rängen.
Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Der Hockey-Cup im Staatsfernsehen – eine Verschwendung von Gebührengeldern

Die SRG steht unter Spardruck – und verschwendet in der Sportabteilung Gebührengelder. Die Direktübertragung des Cup-Halbfinals zwischen Lausanne und Kloten ist ein Skandal.



Keine Polemik. Nur Fakten. Lausanne ist eine Hockey-Stadt. Diese Saison sind bisher pro NLA-Heimspiel 6636 Fans ins Stadion gekommen. Die letzten drei NLA-Partien waren mit 7600 Zuschauern sogar ausverkauft. Hockey rockt. Wenn es um etwas geht.

Aber das Publikum bleibt zu Hause, wenn es um nichts geht. Am Dienstagabend verloren sich beim Cup-Halbfinal gegen die Kloten Flyers 2970 Fans in der nicht einmal zur Hälfte gefüllten Arena. Trotz massiv reduzierten Preisen (Stehplätze für 10 Franken, Sitzplätze für 20 Franken). Weil der Cup als kommerzielle «Halligalli-Veranstaltung» keinerlei sportlichen Wert hat. Davos und Zug haben diese Saison sogar absichtlich verloren, um sich aus dieser lästigen Veranstaltung verabschieden zu können.

«Wer den Cup mag, soll ihn gut finden – oder eben nicht.»

Gegen rein kommerzielle Sportveranstaltungen ist nichts einzuwenden. Wir haben Gewerbefreiheit. Auch im Sport. Wenn eine Vermarktungsagentur unbedingt ins Hockey-Business einsteigen will und deshalb mit dem Cup einen neuen Wettbewerb erfindet – auch gut. Wenn eine private TV-Station diese Spiele überträgt, im Internet oder über Kabel – umso besser. Gegen den Cup ist nichts einzuwenden. Wer mag, soll ihn gut finden – oder eben nicht.

05.01.2016; Lausanne; Eishockey Schweizer Cup - Lausanne HC - Kloten Flyers: Zuschauer verfolgen das Spiel.  (Christian Pfander/freshfocus)

Ganz leer war das Lausanner Stadion nicht – aber trotz günstiger Tickets sehr schlecht besucht.
Bild: Christian Pfander/freshfocus

Aber es ist stossend, wenn sich unser gebührenfinanziertes Staatsfernsehen dazu hergibt, eine solche «Chilbi-Veranstaltung» ohne sportlichen Wert live zu übertragen und dafür Sendeplätze zu belegen. Das Westschweizer Staatsfernsehen RTS hat doch tatsächlich die Cup-Partie Lausanne gegen Kloten auf der zweiten Senderkette live gesendet. Ein Spiel, für das sich das Publikum nicht interessiert.

Das wäre noch halbwegs vertretbar, wenn der zur Gebührenzahlung zwangsverpflichtete TV-Konsument wenigstens während der Qualifikation, wenn es um etwas geht, regelmässig auch Hockey-Livespiele sehen könnte.

«Eine Verschwendung von Gebührengeldern und ein Missbrauch von Sendeplätzen.»

Aber wenn sich zwischen September und Februar das grosse Drama des Strichkampfs entfaltet, bleiben die Bildschirme unseres gebührenfinanzierten Staatsfernsehens schwarz. Es gibt in der Deutsch- und Westschweiz nur Zusammenfassungen.

Der «Halligalli-Cup»-Halbfinal Lausanne gegen Kloten wird hingegen mit meinen Gebührengeldern produziert und live gesendet. Eine Verschwendung von Gebührengeldern und ein Missbrauch von Sendeplätzen. Und wir werden auch noch die Live-Übertragung des Cupfinals ertragen müssen. Auch finanziert von unseren Gebührengeldern. Noch ein Skandal. Ich kann zwar abschalten. Aber ich muss zahlen. Ob ich will oder nicht.

L'attaquant lausannois Juha-Pekka Hytoenen, droite, et le defenseur lausannois John Gobbi, gauche, saluent le publique apres la victoire a la fin du match, lors du match de hockey sur glace de demi-finale de Coupe Suisse, Swiss Ice Hockey Cup, entre Lausanne HC, LHC, et Kloten Flyers ce mardi 5 janvier 2016 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Lausanne steht nach dem Sieg über Kloten im Cupfinal.
Bild: KEYSTONE

Tja, wie ist das möglich? Nun, wie ist das doch mit dieser aufgegleisten, grandiosen Werbe-Allianz zwischen Swisscom, unserem Staatsfernsehen und dem Mediengiganten Ringier? Ja, richtig: Die Agentur, die den Schweizer Cup erfunden hat und das finanzielle Risiko dieser Veranstaltung trägt, ist die in Zug ansässige InfrontRingier. Echte TV-Übertragungen im staatlichen Fernsehen und nicht bloss laufende Bilder im Internet-Operetten-TV sind fürs Geschäft so wichtig wie Sauerstoff zum Atmen. Also bekommt der Medien-Gemischtwarenladen Ringier für seine eigene Kommerzveranstaltung Live-Sendezeit beim Staatsfernsehen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber kein Schelm, wer sich wundert, warum eigentlich die Politikerinnen und Politiker, die doch sonst so gerne gegen die Verschwendung von TV-Gebührengeldern polemisieren, bei solch offensichtlichem Missbrauch schweigen.

Keine Politikerin und kein Politiker, die gerne Karriere machen wollen, erhebt seine Stimme gegen die kommerziellen Interessen des grössten Schweizer Medienhauses.

Habe fertig.

05.01.2016; Lausanne; Eishockey Schweizer Cup - Lausanne HC - Kloten Flyers: Peter Guggisberg (Kloten) verlaesst das Eis nach dem Spiel.  (Christian Pfander/freshfocus)

Hat auch fertig: Klotens Peter Guggisberg ist nicht mehr im Cup dabei.
Bild: Christian Pfander/freshfocus

Spengler Cup: Bilder aus längst vergangenen Zeiten

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Spengler Cup: Bilder aus längst vergangenen Zeiten
quelle: photopress-archiv / str
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