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Iran-Krieg und Öl-Krise: Die Antwort lautet Schweizer Erneuerbare

Plumes of smoke and fire rise after debris from an intercepted Iranian drone struck an oil facility, according to authorities, in Fujairah, United Arab Emirates, Saturday, March 14, 2026. (AP Photo/Al ...
Brennendes Öllager in Saudi-ArabienBild: keystone
Kommentar

Auf die Kriege und die Öl-Krise gibt es nur eine Antwort: Schweizer Erneuerbare

19.03.2026, 16:2719.03.2026, 16:27

Wir durchleben gerade strube Zeiten. Darüber kann man klagen – man kann sie aber auch dafür nutzen, um in sich zu gehen und sich ein paar grundsätzliche Fragen zu stellen.

Beispielsweise diese:

Wollen wir wirklich abhängig sein vom Hirnstuhl des aktuellen US-Präsidenten?

Wollen wir wirklich abhängig sein von Entscheidungen zukünftiger US-Präsidenten?

Wollen wir wirklich abhängig sein vom Hobby-Napoleon aus Leningrad?

Wollen wir wirklich abhängig sein vom politischen Schleuderkurs in Nigeria, vom autoritären Regime in Kasachstan? Von der instabilen Lage in Libyen? Vom Diktator in Aserbaidschan?

Wollen wir wirklich abhängig sein von Regimes wie demjenigen des Irans? Dem von Saudi-Arabien? Dem der Vereinigten Arabischen Emirate?

Wollen wir wirklich jedes Jahr für zwölf Milliarden Franken fossile Energieträger importieren (statt dieses Geld Schweizer Energieproduzenten zu bezahlen)?

Wollen wir wirklich die Grundlage unseres modernen Lebens dermassen in fremde Hände geben?

Darf ich mich überhaupt Patriot nennen, wenn ich mich nicht für den Ausbau der Schweizer Erneuerbaren einsetze?

Die Antworten auf sämtliche Fragen lauten nein. Die aktuelle Weltlage ist kein Zufall. Eine Garantie, dass es ab dem November und den Midterms besser wird, gibt es nicht – im Gegenteil. Man kann davon ausgehen, dass die aktuellen Turbulenzen erst Vorboten davon sind, wenn sich die Auswirkungen des Klimawandels so richtig entfalten und immer weniger Megakonzerne immer mehr Macht bündeln.

epa12530437 Wind turbines are seen at the Mojave Wind Farm in Mojave, California, USA, 16 November 2025. The Mojave Wind Farm in Kern County, California, is one of the largest and most productive wind ...
Windanlage in Kalifornien. Donald Trump hasst die Windkraft – das sollte uns ein Zeichen sein.Bild: keystone

Die Schweiz täte gut daran, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und die Abhängigkeit vom Ausland gerade bei diesem Thema von nationaler Sicherheit zu minimieren. Aktuell importieren wir 70 Prozent der in der Schweiz verbrauchten Energie. Diese Abhängigkeit komplett auszumerzen, wird uns nicht gelingen – aber unser Ziel sollte sein, sie so tief wie möglich zu halten.

Auch dafür gibt es eine Lösung: Schweizer Erneuerbare.

30 TWh könnte die Schweiz allein mit der Windkraft erzeugen – 19 TWh davon im Winterhalbjahr. 19 TWh ist, was sämtliche Atomkraftwerke der Schweiz im Jahr 2025 produzieren werden.

Doch das Potenzial liegt brach.

  • 2025 produzierten die 50 Schweizer Windkraftwerke mickrige 0,165 TWh.
  • In Österreich stehen 1500 Windräder.
  • In Bayern 1150.
  • In Baden-Württemberg 782.
  • In den angrenzenden französischen Regionen stehen 2608.

Mit nur schon 1000 Anlagen könnten wir 9 TWh – 5,7 im Winter – herstellen. Da stellt sich die nächste Frage:

Wie lange sind wir noch so dumm, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen?

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Die beliebtesten Kommentare
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Max Dick
19.03.2026 16:34registriert Januar 2017
Erneuerbare Energien (allen voran Sonne) bringen fast nur Vorteile. Ob ökonomisch, ökologisch oder strategisch.
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Cundwiramurs
19.03.2026 16:50registriert März 2025
Komischerweise stört sich niemand mehr an hässlichen Strommasten entlang der Autobahn. Will man dann aber neben diesen Windkrafträder aufstellen, gibt es ein Geschrei wegen Verschandelung der Gegend. Dasselbe, wenn man in einem stillgelegten Steinbruch eine Photovoltaikanlage errichten will. Könnte blenden und sieht nicht schön aus.
Der Grimselstausee wird auch bekämpft, wegen der Natur drumherum.
MEIN FAZIT: Wer sauberen Strom will, muss sich auch mit gewissen Veränderungen abfinden. Immer noch 100x besser, als neue AKWs mit Steuergeldern finanzieren, die dann 2050 erst ans Netz kommen.
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Loeffel
19.03.2026 16:34registriert Oktober 2016
Die Märkte sind wieder mal irrational. Mein ETF „Clean Energy“ (Solar, Wind etc) ist seit Montag auch 5% getaucht … dabei müssten die ja gerade jetzt massiv Aufwand bekommen 🌬️
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