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Luganos Dario Buergler feiert seinen Treffer zum 0-1 im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Lugano, am Samstag, 20. Maerz 2021, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Noch trägt er das Dress des HC Lugano: Dario Bürgler. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Ambri hat die Gegenwart verspielt, aber die Zukunft gewonnen

Nach dem 2:4 gegen die Rapperswil-Jona Lakers hat Ambri die Pre-Playofffs wahrscheinlich verspielt. Aber Sportdirektor Paolo Duca arbeitet an einem letzten Transfer-Hurra. Kommt Dario Bürgler?



Das Spiel ist unterhaltsam. Aber um soooo viel geht es beim Berner Derby zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern (4:5) halt nicht mehr. Zeit also für zwangslose Plaudereien auf der Tribüne. Beispielsweise mit SCB-Obersportchef Raeto Raffainer. Am besten kommt man mit ihm durch zwei Fragen ins Gespräch, die er nicht mehr hören mag.

Die eine lässt sich bei einem Blick auf die Tabelle einfach nicht vermeiden: Freuen Sie sich auf die Pre-Playoffs, ausgerechnet gegen den HC Davos? Gegen den Klub für den er noch im Januar als Sportchef gearbeitet hat. Gegen die Mannschaft, die vom zukünftigen SCB-Trainer Johan Lundskog gecoacht wird.

Raffainer ist viel zu lange im Geschäft, um bei solch einfallslos-handgestrickten Fragen ins Fettnäpfchen zu treten. Natürlich sagt er nichts gegen oder für Davos. Den Abgang beim HCD hat er längst professionell über die Bühne gebracht. Sein Nachfolger Jan Alston wird beim Amtsantritt eine mehr als 30seitige Übergabe-Dokumentation auf dem Schreibtisch haben. Alles geregelt. Alles in bester Ordnung. Nein, aus den anstehenden Pre-Playoffs gegen den HCD lässt sich keine Polemik drechseln.

Interessanter ist die andere Frage, die der SCB-Obersportchef erst recht nicht mehr hören mag. Aber es ist eine Frage, aus der sich mit ein wenig Glück vielleicht ein Transfer-Gerücht basteln lässt.

Macht der SCB noch einen Schweizer Transfer?
Raeto Raffainer:
Ich habe doch schon so oft gesagt, dass wir kein Budget mehr haben. Wir müssen eine Million Franken einsparen. Wie oft soll ich das denn noch erklären?

Aber mit Dario Bürgler ist ein Schweizer auf dem Markt, der diese Saison schon 17 Tore erzielt hat. So ein Angebot gibt es nicht jedes Jahr. Es müsste doch auf irgend eine Art möglich sein, ihn zu verpflichten?
Nein. Geht nicht. Der bleibt sowieso im Tessin.

Berns Raeto Raffainer Chief Sport Officer, im Gespr

Raiffainer im Gespräch mit Eismeister Zaugg. Bild: keystone

Aha, er verlängert mit Lugano?
Das ist noch keineswegs sicher.

Also zu Ambri?
Das könnte sein.

Und da es ja beim Berner Derby nicht mehr um soooo viel geht, ist Zeit, sich unverzüglich bei Dario Bürglers Agenten per SMS zu erkundigen. Ein Diplomat vor dem Herrn, der es zu schätzen weiss, wenn sein Name nicht genannt wird.

Wie sieht die Zukunft von Dario Bürgler aus?
Mister X:
Alles offen.

Wechselt er zu Ambri?
Offen …

Aber die Offerte von Ambri ist eingetroffen?
Gespräche mit diversen Klubs laufen.

So also entsteht am Rande eines Hockeyspiels, beim dem es nicht mehr um soooo viel geht, ein interessantes Gerücht.

Dario Bürgler hat diese Saison für Lugano schon 17 Tore erzielt. Er wird im Dezember 34 Jahre alt und sein Vertrag läuft aus. Verlängern in Lugano? Das wäre langweilig. Und womöglich kommt auf nächste Saison ein strenger neuer Trainer.

(L-R) HC Davos Verteidiger Beat Forster, Dario Buergler und Lee Jinman feiern den Sieg in der Garderobe nach dem sechsten Eishockey Playoff Finalspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos, am Dienstag, 12. April 2011, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Bürgler, mittendrin im Bierschaum, feiert den Meistertitel 2011 mit dem HCD. Bild: KEYSTONE

Zum Aufsteiger wechseln – so es einen gibt? Das könnte ebenfalls beschwerlich werden. Ob Kloten, Olten oder Ajoie aufsteigen ist einerlei – wer immer zum Aufsteiger wechselt, muss sich auf viele Niederlagen und als Stürmer auf Defensivarbeit einstellen. Weil beim Aufsteiger – so es einen gibt – alle hinten aushelfen müssen. Mit bald 35 Jahren noch hinten aushelfen? Das ist eigentlich keine Option für einen langsamer gewordenen Powerstürmer wie Dario Bürgler, der von seiner DNA her ein schlauer Toremacher und kein Zweiwegstürmer ist.

Zu Ambri wechseln? Das wäre wahrlich cool. Mit der Erfahrung aus mehr als 700 Partien in der höchsten Liga und zwei Meisterfeiern mit Davos (2009 und 2011) würde er wunderbar in die junge Mannschaft passen.

Darüber hinaus böte sich die Gelegenheit, in der ersten Saison in der neuen Valascia Geschichte zu schreiben. Und die vielen Ambri-Fans aus der Innerschweiz würden den Innerschweizer Dario Bürgler verehren wie einen Hockey-Gott.

Aber vielleicht kommt alles wieder mal ganz anders. Schliesslich ist Eishockey ein unberechenbares Spiel auf rutschiger Unterlage. Auch für Chronisten.

So oder so hat Ambris Sportdirektor Paolo Duca seine Hausaufgaben längst gemacht. Aus Bern kommen beispielsweise Inti Pestoni, André Heim und Yanik Burren. Und ganz wichtig: Nationalverteidiger und WM-Silberheld Michael Fora bleibt.

Da können wir lobend sagen: Ambri mag die Gegenwart – die Pre-Playoffs – mit der Niederlage gegen die Lakers verspielt haben. Aber die Zukunft ist mit einer positiven Transfer-Bilanz gewonnen. Ambri wird nächste Saison auf dem Papier mehr oder weniger die Kragenweite von Meister und Titelverteidiger SC Bern haben.

Und nun auch noch Dario Bürgler? Das wäre für Paolo Duca die Krönung des «Transfer-Feldzugs». So oder so haben wir wenigstens ein Transfergerücht, das uns unterhalten wird, bis Bürgler offiziell bei einem Klub unterschrieben hat. Für den Innerschweizer wäre ein milder Karriereherbst in der neuen Valascia ein spektakuläres letztes Hurra und ein würdiger Karriere-Abschluss.

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