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Zugs Dario Simion kaempft um den Puck gegen Zuerichs Phil Baltisberger im Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug am Dienstag, 13. November 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bald im anderen Trikot? Baltisberger (rechts) im Kampf gegen Zugs Simion. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Zug braucht einen «Bösen» – kommt ZSC-Verteidiger Phil Baltisberger?

Zugs Sportchef versucht, sein Team für die nächste Saison zu optimieren. Er ist nicht mehr hinter den grossen Stars her wie in den letzten zwei Jahren. Seine Aufmerksamkeit gilt neu den biederen Handwerkern wie Phil Baltisberger.



Stars hat der EV Zug nach den Einkäufen von Grégory Hofmann und Leonardo Genoni inzwischen mehr als genug. Gefragt sind nun die perfekten Ergänzungsspieler. Erst recht, seit der kräftige Johann Morant (33) entschieden hat, ab nächster Saison für die ZSC Lions zu verteidigen.

Sportchef Reto Kläy sucht also für nächste Saison einen kräftigen, soliden, ein bisschen «bösen» Verteidiger, der auch unter Druck Ruhe bewahren und einen guten «Befreiungspass» zu spielen vermag. Hin und wieder auch einen Gegenspieler «zusammenrumpeln» und den Zuger Respekt verschaffen.

Zug braucht Verteidiger, die Druck aushalten

Nach eingehender Prüfung verzichtet er darauf, dem sanften Titanen Dave Sutter (27) – er verlässt die ZSC Lions Ende Saison – eine Offerte zu machen. Seine Überlegung bzw. Befürchtung: Sutter «funktionierte» in der familiären Umgebung des EHC Biel. Aber nicht mehr beim ambitionierten Hockey-Grossunternehmen ZSC Lions in der grössten Stadt der Schweiz. Ein bisschen ähnlich wie Inti Pestoni, der bisher nur in Ambri, aber nicht in Zürich, Davos oder Bern richtig glücklich geworden ist.

Zuerichs Dave Sutter, links, und Berns Simon Moser, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, in der Postfinance Arena, am Samstag, 5. Januar 2019, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Für Sutter gibt's keine Offerte aus Zug. Bild: KEYSTONE

Zug will Meister werden und braucht Männer in der Verteidigung, die Druck aushalten. Auf und neben dem Eis. Und so ist Zugs Sportchef in Zürich fündig geworden: Ganz zuoberst auf seiner Wunschliste steht Phil Baltisberger (23). Ein solider, kräftiger Abwehrspieler (185 cm/95 kg) mit guter Grundschulung, zwei Jahren Weiterbildung auf höchster kanadischer Juniorenstufe und auslaufendem Vertrag bei den ZSC Lions.

Höhere Wertschätzung beim EVZ

«Ja, es stimmt, wir haben ihm eine Offerte unterbreitet», bestätigt Reto Kläy. Seine Chancen stehen gar nicht so schlecht. Phil Baltisberger bekommt bei den ZSC Lions nicht ganz die Rolle, die einem Nationalverteidiger angemessen wäre. Er muss sich diese Saison mit 13:31 Minuten Eiszeit begnügen und ist damit hinter Patrick Geering, Maxim Noreau, Tim Berni, Dario Trutmann, Christian Marti und Severin Blindenbacher bloss die Nummer sieben (!) der ZSC-Verteidiger. Er spielt auch im Boxplay und im Überzahlspiel nur eine marginale Rolle. Bei Lichte besehen ist er eigentlich nur ein Mitläufer. Und auf nächste Saison kommt ja auch noch Morant.

In Zug kann Baltisberger hingegen mit einer viel wichtigeren Rolle und höherer Wertschätzung rechnen. Zumal die Zuger – anders als die ZSC Lions – keinen ausländischen Verteidiger beschäftigen.

Der Davoser Claude Paschoud scheint nachdenklich, beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem HC Davos und dem HC Ambri-Piotta am Samstag, 22. September 2018, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Wohin des Weges, Claude-Curdin Paschoud? Bild: KEYSTONE

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger ahnt, dass etwas im Busch ist und hat sich kürzlich bei einem Sportchef, den er im Verdacht hatte, erkundigt – aber nicht bei Reto Kläy. Aber nun weiss er ja, wer hinter seinem Defensiv-Verteidiger her ist.

Plan B: Paschoud?

Falls es mit Baltisberger nicht klappen sollte, wird es Kläy wohl noch bei HCD-Nationalverteidiger Claude-Curdin Paschoud (25) versuchen. Er hat einen auslaufenden Vertrag. Das ist dem Davoser Sportdirektor Raeto Raffainer durchaus bewusst und er ist vorerst noch nicht beunruhigt: «Wir haben Gespräche geführt. Es gefällt ihm bei uns und er mag die Richtung, in der wir uns entwickeln. Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden.»

Anders als Baltisberger in Zürich spielt Paschoud in Davos eine zentrale Rolle. Mit 18:46 Minuten hat er von allen HCD-Verteidigern am meisten Eiszeit. Gut möglich, dass Raffainer bald Nägel mit Köpfen macht und den Vertrag verlängert, bevor eine Offerte aus Zug kommt.

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