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Paolo Duca und Zug – ein Himmelfahrtskommando für den Romantiker

HC Ambr
Nun arbeitet er auf der anderen Seite des Gotthards.Bild: keystone
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Paolo Duca und Zug – ein Himmelfahrtskommando für den Romantiker

Am Donnerstag kam die telefonische Anfrage, am Freitagvormittag ist Paolo Duca mit den Zugern bereits einig geworden: Er wird neuer Geschäftsführer und Nachfolger von Patrick Lengwiler.
26.06.2026, 17:4626.06.2026, 18:35

Weil es in Zug drunter und drüber geht und nun Ruhe einkehren soll, ist dem neuen Geschäftsführer Paolo Duca erst einmal zwei Wochen lang ein Redeverbot auferlegt worden. Deshalb ist es ausnahmsweise erforderlich, sich auf die Erzählungen von Gewährsleuten aus Zug und dem Südtessin zu verlassen. Duca ist eine berühmte Person und es gibt viele Gewährsleute, die ihn kennen und gerne Auskunft geben.

Also: Noch am Donnerstag sei er als arbeitsloser Gemeinderat von Ascona aufgewacht. Dann das Hosentelefonat aus Zug und bereits am Freitagvormittag, weniger als 24 Stunden später, die mündliche Einigung. Dabei sei ihm zugesichert worden, dass er sein Amt als Gemeinderat von Ascona – er ist bis 2028 gewählt – weiterhin ausüben dürfe.

Silenzio stampa

Ganz überraschend kommt das nicht: Paolo Duca hat immer wieder betont, im Falle eines guten Angebotes, einer Aufgabe, die ihn reize, werde er ins Hockey zurückkehren. Um eine Anstellung in der Privatwirtschaft hatte er sich seit dem Rücktritt in Ambri im letzten Herbst noch nicht gekümmert.

Nun sei ihm in Zug empfohlen worden, noch wie geplant zwei Wochen Ferien zu machen und dann seine Arbeit aufzunehmen. Und man habe ihm – wie erwähnt – eingeschärft, bis dahin weder mit Chronisten noch mit Chronistinnen zu reden.

Mit dem Vorgänger telefoniert

Aus seinem Umfeld wird des Weiteren erzählt, es sei auch deshalb so schnell gegangen, weil er romantische Erinnerungen an seine Zeit als Stürmer in Zug habe und hin und wieder schwärme, diese Zeit von 2002 bis 2007 seien eigentlich seine besten Jahre gewesen. Das muss wohl so sein – er stürmte und rockte vom 21. bis zum 26. Lebensjahr für die Zuger.

Schnell sei es zwar gegangen, aber er habe keineswegs blindlings den Job übernommen. Vor seiner Zusage habe er sich noch telefonisch beim abgesägten Sportchef Reto Kläy, mit dem er befreundet sei, erkundigt. Kläy habe ihm nicht abgeraten. Im Gegenteil. Der Langnauer ist eben ein kluger Diplomat und hält sich an einen Grundsatz, mit dem schon die alten Bauern im Emmental immer gut gefahren sind: Wirst Du nach einer Auskunft gefragt, dann sage entweder etwas Gutes und rühme oder schweige.

In Zug blickt niemand mehr durch

Natürlich sei Paolo Duca ein Romantiker. Gerade deshalb sei er ein aussergewöhnlicher Spieler und Leitwolf und in Ambri einer der besten Sportchefs unserer Hockeygeschichte gewesen. Und letztlich könne sich nur ein Romantiker mit dem Glauben an das Unmögliche und das Gute im Menschen auf den Job in Zug einlassen. Was ihm auf Dauer, wenn man ihn denn in Zug machen lässt, zugutekommen wird: Er ist einer der ganz wenigen in diesem Geschäft, der nicht lügen kann.

Im kleinen Kreis habe Paolo Duca gestanden, er verstehe immer noch nicht ganz, was in Zug eigentlich los sei. Aber selbst kluge Leute, die sich seit Jahren mit Zug beschäftigen, blicken nicht mehr durch.

Das ist gut so: Je weniger sich Paolo Duca an seinem neuen Arbeitsplatz mit der Vergangenheit beschäftigt, je mehr er seine Energie in die Gegenwart und Zukunft investiert, desto besser. Aber seine neue Herausforderung in Zug ist ein «Himmelfahrtskommando».

Sturmerprobt und unabhängig

Vielleicht ist der Einwand eines Bekannten scherzhaft gemeint, vielleicht aber auch nicht: Sein ehemaliger, flamboyanter Präsident Filippo Lombardi werde ihm angesichts der Zustände in Zug bald einmal vorkommen wie ein lieber, medienscheuer Onkel.

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All die Machiavellisten in Zug sollten Paolo Duca nicht unterschätzen. Er ist aus seiner Zeit in Ambri sturmerprobt, streitbar und unabhängig. Seine Vermögensbildung ist längst abgeschlossen und einen Zeitvertrag mit goldenem Fallschirm braucht er nicht. Er hat in Zug – wie zuvor in Ambri – einen ganz normalen Arbeitsvertrag mit OR-Kündigungsfristen.

Das ist Zugs ganz grosse Chance: Paolo Duca ist eine der ganz wenigen Persönlichkeiten in unserem Hockeygeschäft, die es sich leisten können, den Grundsatz in diesem Geschäft – wes Brot ich es, des Lied ich sing – zu ignorieren.

PS: Berns neuer Manager Jürg Fuhrer hat soeben seinen ersten, schweren Fehler begangen: Er hat sein Bauchgefühl ignoriert und auf die Verpflichtung Paolo Ducas als Sportchef verzichtet. Duca hätte den Job beim SCB angenommen.

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