DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Endlich ein grosser Pokal mit Portugal! Cristiano Ronaldo (Mitte) mit der Coupe Henry-Delaunay (und lädiertem Knie).
Endlich ein grosser Pokal mit Portugal! Cristiano Ronaldo (Mitte) mit der Coupe Henry-Delaunay (und lädiertem Knie).Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

Endlich am Ziel – Portugal holt für den verletzten Cristiano Ronaldo den Titel

Was lange währte, wurde endlich gut. Portugal gewann im Stade de France in Saint-Denis endlich seinen ersten Titel und reihte sich als zehnte Nation in die Siegerliste von Europameisterschaften ein. Und dies, obwohl Galionsfigur Cristiano Ronaldo im Final früh ausschied.
11.07.2016, 00:0611.07.2016, 14:23

Der Triumph Portugals mag auf den ersten Blick erstaunen – das Team gehörte im Vorfeld für einmal nicht zum erweiterten Favoritenkreis –, ist aufgrund des Turnierverlaufs und der Geschichte des am südwestlichen Zipfel des Kontinents gelegenen Landes mit seinen 10,8 Millionen Einwohnern aber keine Überraschung.

Die Freude der Portugiesen nach dem Siegestor von Eder (Mitte).<br data-editable="remove">
Die Freude der Portugiesen nach dem Siegestor von Eder (Mitte).
Bild: Michael Probst/AP/KEYSTONE

Die EM-Bilanz Portugals der letzten zwei Jahrzehnte ist eindrücklich, hatte sich die «Seleção» doch als einzige Nation seit 1996 stets für die K.o.-Runde qualifiziert. Mit Ausnahme des Turniers 2008 erreichten die Portugiesen seit der Jahrtausendwende immer die Halbfinals, 2000 scheiterten sie erst in der Verlängerung am späteren Sieger Frankreich, 2004 im Final an Griechenland, 2012 im Penaltyschiessen an Spanien.

Messi übertroffen

Der Triumph der «Federação Portuguesa de Futebol» im Norden von Paris ist natürlich auch der Triumph von Cristiano Ronaldo, des bestbezahlten Sportlers der Welt. Seine Reise durch die EM in Frankreich war aber kein Triumphzug, sondern vielmehr ein Drama mit versöhnlichem Ausgang. Im ersten Spiel hatte sich Ronaldo unbeliebt gemacht, die Isländer warfen ihm Arroganz auf dem Platz vor. Gegen Österreich verschoss er einen Penalty, doch dann nahm Portugal vor allem dank ihm die Hürden Ungarn, Kroatien, Polen und Wales.

Cristiano Ronaldo musste nach 24 Minuten mit der Bahre unter Tränen abtransportiert werden.
Cristiano Ronaldo musste nach 24 Minuten mit der Bahre unter Tränen abtransportiert werden.Bild: SRDJAN SUKI/EPA/KEYSTONE

Ronaldos Fahrplan in Richtung Final stimmte, aber dann war das Endspiel für ihn nach 22 Minuten und nach einer rüden Attacke von Gegenspieler Dimitri Payet bereits zu Ende. Wieder weinte Ronaldo bittere Tränen, als er auf der Bahre mit schmerzendem Knie weggetragen wurde. Tränen wie damals 2004, als er als Teenager den EM-Final im eigenen Land gegen Griechenland verlor.

Ronaldo wird in der Verlängerung zum zweiten Trainer.
Ronaldo wird in der Verlängerung zum zweiten Trainer.Bild: Carl Recine/REUTERS

Doch diesmal waren die Tränen schnell getrocknet. Das Knie schmerzte spät am Abend zwar noch immer, aber das Herz lachte. Nichts hatte sich der dreifache Champions-League-Sieger und dreifache Weltfussballer des Jahres sehnlicher gewünscht als einen Titel mit seinem Heimatland. Auch wegen ihm, der an Endrunden zu selten sein Rendement erreichte, scheiterte Portugal seit der verlorenen Heim-EM immer und immer wieder auf der Zielgeraden.

Mit dem Triumph in Frankreich stösst der 31-Jährige von der Insel Madeira in neue Sphären vor. Er reiht sich in die Liste der grössten Fussballer der Geschichte wie Diego Maradona oder Zinédine Zidane ein, die als Captain ihr Land zu einem grossen Titel führten. Mit dem Gewinn des Coupe Henri-Delauney übertrifft Ronaldo auch Lionel Messi, seinen ewigen Rivalen, dem ein Titel mit der Nationalmannschaft noch fehlt.

Anfang für eine Generation?

Portugals Triumph alleine auf seine Nummer 7 zu reduzieren, wäre allerdings zu simpel. Der Europameister gewann den Titel aufgrund des starken Kollektivs, seiner spielerisch nach wie vor vorhandenen Klasse und der Fähigkeit, sich im Lauf eines Turniers zu steigern und sich den Gegebenheiten der einzelnen Partien und Gegner anpassen zu können. Trainer Fernando Santos verstand es, die Bausteine immer wieder neu zu ordnen und taktisch gekonnt zu variieren.

Trainer Fernando Santos (r.) verstand es gut, sein Team einzuschwören und richtig zu ordnen.<br data-editable="remove">
Trainer Fernando Santos (r.) verstand es gut, sein Team einzuschwören und richtig zu ordnen.
Bild: EPA/LUSA

Im Schatten Ronaldos spielten sich in den Wochen in Frankreich Spieler wie Raphäel Guerreiro, William Carvalho oder João Mario, die 2015 den Final der U21-EM erreicht hatten, zusammen mit Renato Sanches, dem nächsten designierten portugiesischen Superstar, in den Vordergrund. Für diese Generation dürfte der Triumph im Stade de France erst der Anfang gewesen sein. Portugals Zukunft ist rosig, im Mai gewann die U17 den EM-Titel, an der beginnenden U19-EM gehören die Portugiesen zu den Titelanwärtern. (sda/drd)

Erst Tränen des Schmerzes, dann solche der Freude: So verlief Cristiano Ronaldos EM-Final

1 / 38
Erst Tränen des Schmerzes, dann solche der Freude: So verlief Cristiano Ronaldos EM-Final
quelle: ap/ap / thibault camus
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mehrere positive Corona-Fälle – Männer-Rennen in Beaver Creek auf der Kippe
Wetter- und Corona-Kapriolen in Lake Louise: Nach der ersten Abfahrt muss beim Speed-Auftakt der Männer in Kanada auch der Super-G wetterbedingt abgesagt werden. Mehrere positive Corona-Fälle hindern den Weltcup-Tross der Männer überdies an der Weiterreise in die USA.

Zu viel Neuschnee und schlechte Wetterprognosen für den weiteren Tagesverlauf verhinderten am Sonntag den ersten Super-G des Olympia-Winters. Somit ging bei der Saison-Ouvertüre der Speedfahrer nur eines der drei angesetzten Rennen über die Bühne. Am Freitag war bereits die erste von zwei Abfahrten dem winterlichen Wetter zum Opfer gefallen.

Zur Story