Sport
FC Sion

Super League: FC Sion ärgert sich über VAR-Erklärung der Schiedsrichter

Winsley Boteli (SIO), Mitte, spricht mit Trainer Gerardo Seoane (YB), links, und neben der Praesident des FC Sion Christian Constantin, rechts, nach dem Unentschieden (3:3) im Fussball Meisterschaftss ...
Eine Szene mit Sions Winsley Boteli (m.) sorgte für Diskussionen.Bild: keystone

Schweizer Schiris erklären neu die VAR-Entscheide – und sorgen gleich für Ärger

27.07.2026, 23:1027.07.2026, 23:14

Die Schweizer Spitzenschiedsrichter wollen mehr Verständnis für die Entscheide des VAR schaffen. Deshalb analysiert das Ressort Spitzenschiedsrichter des Schweizer Fussballverbands die kritischen Szenen der Super League und veröffentlicht nach ausgewählten Spieltagen Urteile sowie ein Video aus dem VAR-Raum. Gleich mit der ersten Ausgabe sorgte die neue Transparenz aber für Ärger.

Unter anderem behandelte das Ressort unter der Leitung von Dani Wermelinger nach dem Saisonauftakt eine Szene aus dem Spiel zwischen YB und Sion. In der 54. Minute fällt Sions Winsley Boteli beim Stand von 1:2 aus Sicht der Walliser nach einem Kontakt mit dem Berner Verteidiger Cédric Zesiger zu Boden. Die Pfeife von Schiedsrichter Anojen Kanagasingam blieb stumm, der VAR verzichtete auf ein Eingreifen.

So kam das VAR-Duo Schmölzer/Odiet zu seinem Entscheid.

In der ersten Ausgabe von «Ref's Insights» steht nun:

«Die technisch klarste Lösung ist Penalty. Der VAR ist sich der Situation voll und ganz bewusst und beschreibt sie sehr treffend. Da es sich gemäss Beschreibung des VAR nicht um einen eindeutigen und offensichtlichen Fehler des Schiedsrichters handelte, hat er zu Recht nicht eingegriffen.»

Die Schweizer Schiedsrichter geben also zu, dass ein Penalty wohl die richtige Entscheidung gewesen wäre. Dennoch nahmen sie das Vorgehen des VAR-Duos Michèle Schmölzer und Maxime Odiet in Schutz. Es habe sich nämlich «nicht um einen eindeutigen und offensichtlichen Fehler des Schiedsrichters gehandelt». Deshalb habe der VAR «zu Recht nicht eingegriffen». Ausserdem führte das Schiedsrichtergremium aus:

«Kriterien für einen Verzicht auf ein Eingreifen des VAR: Der Angreifer des FC Sion hat den Kontakt übertrieben dargestellt und ist zu leicht zu Boden gefallen, da der Ball für ihn nicht mehr in Spielreichweite war. Der VAR hat gut und effizient kommuniziert.»

Die Sittener können das aber überhaupt nicht verstehen. «Da gibt es seit Jahren eine gröbere Funktionsstörung in der Behandlung gewisser Mannschaften durch die Schiedsrichter», schimpft Sportchef Barthélémy Constantin gegenüber dem Blick und meint damit wohl, dass der FC Sion in seinen Augen häufig benachteiligt werde.

Sportdirektor Barthelemy Constantin (SIO), links, und Praesident Christian Constantin (SIO), nach dem Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Sion, am Sonntag, 26. Juli 2026 im Stadi ...
Sion-Sportchef Barthélémy Constantin mit Vater und Präsident Christian.Bild: keystone

Darauf deutet auch seine Ausführung hin: «Die neue Meisterschaft beginnt und die immergleichen Szenen wiederholen sich, immer zum Nachteil derselben Mannschaften.» Es werde nicht mit gleichen Ellen gemessen, glaubt der 31-Jährige, der auch keine Verbesserungen sehe. «Die Ungerechtigkeit dauert an.»

Zumindest im Wallis scheint die Erklärung der Schweizer Spitzenschiedsrichter nicht wirklich für mehr Verständnis gesorgt zu haben. Weil zwei Minuten später aber trotzdem der 2:2-Ausgleich fiel, sollte Sion sich aber auch an der eigenen Nase fassen, YB am Ende 2:4 unterlegen zu sein. (nih)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die wichtigsten Transfers im Sommer 2026
1 / 23
Die wichtigsten Transfers im Sommer 2026

Nach der hervorragenden Saison mit Freiburg und der grandiosen WM mit der Schweiz zieht es Johan Manzambi (20) für 60 MIllionen Euro zu Aston Villa.

quelle: avfc
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Braune Wiesen, trockene Seen – so macht die Hitze der Natur zu schaffen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
6
Auch Pirlo wird nicht Italiens Nationaltrainer – er stolpert über seine Russland-Nähe
Italiens Fussball kann bei der erhofften Rückkehr zu alter Grösse nicht auf Andrea Pirlo zählen. Dem Weltmeister 2006 wird ein Werbedeal zum Verhängnis.
Wer wird neuer italienischer Nationaltrainer? Andrea Pirlo wird es nicht. Der 47-Jährige gab bekannt: «Ich habe erfahren, dass ich nicht mehr als Kandidat im Gespräch bin.»
Zur Story