Schweizer Schiris erklären neu die VAR-Entscheide – und sorgen gleich für Ärger
Die Schweizer Spitzenschiedsrichter wollen mehr Verständnis für die Entscheide des VAR schaffen. Deshalb analysiert das Ressort Spitzenschiedsrichter des Schweizer Fussballverbands die kritischen Szenen der Super League und veröffentlicht nach ausgewählten Spieltagen Urteile sowie ein Video aus dem VAR-Raum. Gleich mit der ersten Ausgabe sorgte die neue Transparenz aber für Ärger.
Unter anderem behandelte das Ressort unter der Leitung von Dani Wermelinger nach dem Saisonauftakt eine Szene aus dem Spiel zwischen YB und Sion. In der 54. Minute fällt Sions Winsley Boteli beim Stand von 1:2 aus Sicht der Walliser nach einem Kontakt mit dem Berner Verteidiger Cédric Zesiger zu Boden. Die Pfeife von Schiedsrichter Anojen Kanagasingam blieb stumm, der VAR verzichtete auf ein Eingreifen.
In der ersten Ausgabe von «Ref's Insights» steht nun:
Die Schweizer Schiedsrichter geben also zu, dass ein Penalty wohl die richtige Entscheidung gewesen wäre. Dennoch nahmen sie das Vorgehen des VAR-Duos Michèle Schmölzer und Maxime Odiet in Schutz. Es habe sich nämlich «nicht um einen eindeutigen und offensichtlichen Fehler des Schiedsrichters gehandelt». Deshalb habe der VAR «zu Recht nicht eingegriffen». Ausserdem führte das Schiedsrichtergremium aus:
Die Sittener können das aber überhaupt nicht verstehen. «Da gibt es seit Jahren eine gröbere Funktionsstörung in der Behandlung gewisser Mannschaften durch die Schiedsrichter», schimpft Sportchef Barthélémy Constantin gegenüber dem Blick und meint damit wohl, dass der FC Sion in seinen Augen häufig benachteiligt werde.
Darauf deutet auch seine Ausführung hin: «Die neue Meisterschaft beginnt und die immergleichen Szenen wiederholen sich, immer zum Nachteil derselben Mannschaften.» Es werde nicht mit gleichen Ellen gemessen, glaubt der 31-Jährige, der auch keine Verbesserungen sehe. «Die Ungerechtigkeit dauert an.»
Zumindest im Wallis scheint die Erklärung der Schweizer Spitzenschiedsrichter nicht wirklich für mehr Verständnis gesorgt zu haben. Weil zwei Minuten später aber trotzdem der 2:2-Ausgleich fiel, sollte Sion sich aber auch an der eigenen Nase fassen, YB am Ende 2:4 unterlegen zu sein. (nih)
