FCZ-Auftakt macht Trainer Koller Hoffnung – aber er sieht auch ein klares Problem
Nach der enttäuschenden letzten Saison, die nur auf Platz 10 der Super League endete, soll es beim FC Zürich wieder bergauf gehen. Dafür wurde der international erfahrene Trainer Marcel Koller geholt. Zum Auftakt gab es in St.Gallen zwar eine 1:2-Niederlage, doch sah der 65-Jährige einen über lange Strecken guten Auftritt.
«Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt», sagte Koller nach dem Spiel beim SRF. Sein Team habe das Spiel im Griff gehabt, jedoch etwas die Effizienz vermissen lassen. «Wir hätten zwei Tore machen müssen, dann hätte das Spiel vielleicht anders ausgesehen.» Vor der Pause blieb der FCZ trotz einiger guter Chancen noch ohne Tor. Koller glaubt: «Wir wollen es vielleicht noch zu schön machen. Aber es ist egal, wie. Wir müssen sie einfach irgendwie reinwürgen – das ist der Unterschied zu den Topteams, die solche Spiele dann gewinnen.»
In der 50. Minute ging sein FCZ dann durch Umeh Emmanuel aber doch in Führung. Jedoch verlor sein Team danach etwas die Kontrolle über das Spiel. Aufgrund eines Doppelschlags der St.Galler zwischen der 70. und 74. Minute gaben die Zürcher den Sieg noch aus der Hand. Koller vermutet, dass die Konzentration geschwunden und seine Spieler müde geworden seien. «Daran müssen wir noch arbeiten», erklärte Koller und fügte gegenüber Blue an: «Wir sind noch nicht so weit, über 90 Minuten volles Tempo gehen zu können.»
Das benötige aber Zeit und Geduld. Auch wenn dies schwierig sei, da es für den FCZ von Beginn an um wichtige Punkte geht. Schliesslich will der Klub von Präsident Ancillo Canepa wieder in die Top 6 vorstossen und lieber früher als später um einen Platz im Europacup spielen. Doch Koller sieht nach sechs Wochen mit dem Team bereits viele gute Ansätze.
«Die Spieler haben miteinander gespielt und gekämpft und sich gegenseitig unterstützt», freut sich der Zürcher, der unter anderem in der Bundesliga und als Österreichs Nationaltrainer gearbeitet hat, aber auch weiss, wie die Arbeit in der Super League ist. So stand Koller bereits beim FC St.Gallen, GC und dem FC Basel an der Seitenlinie. Der Plan für die nächsten Trainingswochen ist für den neuen FCZ-Coach klar. Neben dem konditionellen Bereich sei vor allem das Ziel, die Gemeinschaft zu stärken. «Jeder muss dem Mitspieler helfen, wenn der mal Probleme hat.»
Am nächsten Wochenende steht für Koller die Heim-Premiere mit dem FCZ an. Im Stadion Letzigrund empfangen die Zürcher am frühen Samstagabend Servette. (nih)
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