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FC Zürich

Südkurve: Fans zünden Pyros, der FCZ applaudiert und krebst dann zurück

FCZ-Fans in der Suedkurve zuenden vor dem Spiel Raketen aus der Tribuene im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen Grasshopper Club Zuerich, GC, und dem FC Zuerich (FCZ) vom Sams ...
1. August war im Letzigrund in diesem Jahr am 5. September.Bild: keystone

Fans zünden Pyros, der FCZ applaudiert und krebst dann zurück

Vor und während des Zürcher Derbys gibt es nicht nur Fussball, sondern auch viel Feuerwerk zu bestaunen. Einer der Klubs feiert seine Fans ab für deren Straftaten und liefert nun die Begründung dafür.
08.09.2026, 07:0308.09.2026, 07:03
Sebastian Wendel, François Schmid-Bechtel / ch media

Alles was knallt, raucht und brennt ist in Schweizer Fussballstadien verboten. Warum, hat zum Beispiel das Cupspiel vor einem Jahr zwischen dem FC Aarau und YB eindrücklich demonstriert: Während des Feuerwerks im Gästesektor erlitten mehrere Berner wegen Fehlzündungen und Querschlägern teils erhebliche Brandverletzungen und mussten im Spital behandelt werden.

Trotzdem sehen wir wöchentlich irgendwo Pyros leuchten und Böller explodieren. Verboten, aber trotzdem Usus. Irritierend wird es dann, wenn die Klubs ihre Fankurven für deren Feuerwerk-Shows abfeiern. Für eine potenziell lebensbedrohliche Straftat. Und vor dem Hintergrund, dass sämtliche Schweizer Profiklubs die Devise der Swiss Football League und der Behörden offiziell unterstützen und vor jedem Spiel entsprechende Stadion-Durchsagen machen: Null-Toleranz in der Pyro-Frage!

FCZ löscht Pyro-Bildergalerie mit dieser Begründung

Zürcher Derby im Stadion Letzigrund am Samstag: Kurz vor dem Anpfiff kracht, blitzt und regnet es Funken über der Südkurve, Heimat der FCZ‑Hardcorefans. Einige Feuerwerkskörper prallen vom Stadiondach zurück Richtung Spielfeld und Zuschauerränge. Verletzt wird gemäss aktuellem Kenntnisstand glücklicherweise niemand.

Und was macht der FCZ? Lädt kurz nach der fragwürdigen Show Bildergalerien und Videos auf seine Social-Media-Profile und schreibt dazu: «Eine beeindruckende Choreo». Die Kommentare reichen von Lob über Galgenhumor bis zu Unverständnis. Einer schreibt, der FCZ sei vom Stockholm-Syndrom befallen, sympathisiere also als Opfer mit den Tätern.

Kurz vor Montagmittag löscht der FCZ die entsprechenden Bilder und Beiträge auf seinen Social-Media-Profilen. Wurde dem Klub die Angelegenheit zu heiss? Gab es einen Shitstorm? Das Eingeständnis eines Fehlers?

Fans zünden Pyros, der FCZ applaudiert und krebst dann zurück
Diesen Facebook-Post hat der FCZ wieder gelöscht.

Offiziell will niemand Stellung nehmen. Aber aus Klubkreisen bekommt «Schweiz heute» die Begründung geliefert: Die Löschung der Beiträge diene der Verhinderung eines Missverständnisses. Man wollte nicht das Feuerwerk, sondern das riesige Banner mit der Aufschrift «Zürcher Südkurve» würdigen. Dass durch die ins Internet gestellten Bilder ein falscher Eindruck entstehen könne, sehe man beim FCZ jedoch ein. Darum der Entscheid, die Beiträge mit den Bildern vom Netz zu nehmen.

Ob Wahrheit oder Ausrede, das weiss nur der FCZ. Eines kann man dem Klub jedoch nicht vorwerfen: zu lasche Eingangskontrollen beim Zürich-Derby, wodurch die Unmengen Feuerwerk ins Stadioninnere gelangen konnten. Heimklub am ersten Derby der Saison waren nämlich die Grasshoppers – und somit verantwortlich für die Sicherheit im Letzigrund. Zudem wurde nicht nur in der FCZ-Kurve, sondern auch im GC-Block Pyromaterial gezündet. Im Gegensatz zum FCZ verzichtete der Rekordmeister aber darauf, auf Social Media Pyro-Bilder zu veröffentlichen.

Grasshopper-Fans werfen Raketen im Stadion waehrend des Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen Grasshopper Club Zuerich, GC, und dem FC Zuerich (FCZ) vom Samstag, 5. September 20 ...
Auch im GC-Sektor brennt und raucht es.Bild: keystone

Klubs sollen sensibilisiert werden

Der Fall liegt, wie immer wenn es in einem Stadion gebrannt hat, bei der Swiss Football League. Genau gesagt bei deren Disziplinar-Kommission. Auszugehen ist von Geldstrafen im mittleren fünfstelligen Bereich, für den FCZ und für GC. Ob auch die staatlichen Sicherheitsbehörden eingreifen und gemäss dem Kaskadenmodell Sanktionen verhängen, etwa eine Sektorensperrung, ist offen.

So weit das Standard-Prozedere nach Pyro-Vorfällen. Eine andere Frage ist der Umgang der Liga mit Klubs, die Pyro-Shows in ihren Fankurven abfeiern. Einerseits wollen die Klubs die Choreografien würdigen, andererseits kommen dabei meistens Pyros zum Einsatz. Ein Balanceakt für die Klubs. Aber bei der Liga ist man der Meinung, dass man einen Schritt weitergehen muss. Vielleicht sogar über die Sensibilisierung hinaus. Denn bisland sieht das Reglement keine Bussen für Klubs vor, die Pyro-Shows medial abfeiern.

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«Ich schiesse Feuerwerke aus meiner Vagina»
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