Sport
FIFA

Donald Trump und Friedenspreis: FIFA-Offizielle schämen sich wohl

FILE - FIFA President Gianni Infantino, right, awards President Donald Trump with the FIFA Peace Prize during the draw for the 2026 soccer World Cup at the Kennedy Center in Washington, Friday, Dec. 5 ...
Die FIFA ehrte US-Präsident Donald Trump mit dem Friedenspreis.Bild: keystone

Das grosse Erwachen bei Friedenspreis für Trump? FIFA-Offizielle schämen sich

18.01.2026, 17:3321.07.2026, 08:17

Der Entscheid sorgte rund um die Welt für Kopfschütteln: Die FIFA ehrte Donald Trump bei der Gruppenauslosung für die WM 2026, die im Sommer in Kanada, Mexiko und den USA stattfindet, mit dem neu eingeführten Friedenspreis. FIFA-Präsident Gianni Infantino überreichte diesen dem US-Präsidenten, wobei Trump sich die Medaille einfach selbst umhängte.

Die Vergabe des Friedenspreises an Trump sorgte schon damals für Unbehagen innerhalb der FIFA, weil unklar war, nach welchen Kriterien der Auswahlprozess ablief. Mittlerweile würden einige Offizielle des Fussball-Weltverbands aber «tiefe Scham» empfinden, wie der Guardian mit Berufung auf eine hochrangige Quelle innerhalb der FIFA berichtet. Demnach hätten mehrere Offizielle ihr Missfallen zum Ausdruck gebracht.

Hintergrund sind die Angriffe der USA auf Venezuela und das Entführen von Nicolas Maduro, dem Präsidenten des südamerikanischen Staats, und seiner Frau sowie die Drohungen einer Invasion Grönlands.

Angesichts dieser Geschehnisse auf politischer Ebene werde es ein «sehr heikles» und «schwieriges» Unterfangen, die WM in den Vereinigten Staaten vorzubereiten und durchzuführen, wie ein hochrangiger Funktionär berichtete.

President Donald Trump speaks with FIFA President Gianni Infantino as they leave after the draw for the 2026 soccer World Cup at the Kennedy Center in Washington, Friday, Dec. 5, 2025. (AP Photo/Julia ...
Der Umgang von Infantino mit Trump sorgt bei einigen FIFA-Offiziellen für ein Schamgefühl.Bild: keystone

Um die «politischen Angelegenheiten» im Zusammenhang mit Trump muss sich voraussichtlich Infantino kümmern. Andere Mitarbeiter der FIFA befürchten nämlich, dass sie andernfalls ihren Ruf beschädigen könnten. «Ich halte mich aus der Politik rund um diese Weltmeisterschaft heraus. Meine Aufgabe betrifft den Fussball auf dem Spielfeld und nichts anderes», sagte eine Quelle gegenüber dem britischen Medium.

Die FIFA verteidigte die Vergabe des Friedenspreises an Trump jedoch auf offiziellem Weg. So erklärte ein Sprecher: «Die FIFA steht voll und ganz hinter ihrem jährlichen Friedenspreis, einer Auszeichnung für aussergewöhnliche Leistungen für Frieden und Einheit.» Zudem wies der Weltverband darauf hin, dass die venezolanische Nobelpreisträgerin Maria Corina Machado ihre Medaille an Trump weitergegeben habe. Die FIFA unterhalte enge Beziehungen zum US-Präsidenten sowie zu den Staatschefs von Kanada und Mexiko, was mit Blick auf die WM zu einer guten Zusammenarbeit geführt habe. (nih)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Stadien der Fussball-WM 2026 in Nordamerika
1 / 32
Die Stadien der Fussball-WM 2026 in Nordamerika

Atlanta, USA – Mercedes-Benz Stadium (an der WM wohl 65'085 Zuschauer): Heimstätte der Atlanta Falcons (NFL) und Atlanta United (MLS).

quelle: keystone / mike stewart
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump tanzt an der WM-Auslosung zu Y.M.C.A.
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Basel und der Meister vor kniffligen Aufgaben: Die Stolperfallen für die Super-Ligisten
Noch sind alle elf Super-League-Teams im Cup vertreten. In der zweiten Runde warten erneut unterklassige Gegner – doch nicht alle Aufgaben sind einfach. Ein Überblick über das Stolperpotenzial.
Eigentlich könnte Stade Nyonnais, das Schlusslicht der Challenge League, der ideale Aufbaugegner sein. Doch der FC Basel präsentiert sich derzeit desolat. Unter dem neuen Trainer Slavisa Jokanovic setzte es zunächst eine 3:7-Pleite im Testspiel gegen Winterthur und zuletzt eine bittere 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger Vaduz ab. Selbst in der Double-Saison 2024/25 hatten die Basler gegen Stade Nyonnais Mühe und erreichten die nächste Cuprunde nur dank eines Penalty-Treffers in der 123. Minute.
Zur Story