San Francisco plant kleinere WM-Fanzonen, weil «nur» die Schweiz und Aussenseiter kommen
In den lokalen Medien war der Jammer gross. «Die FIFA hat die Bay Area total über den Tisch gezogen», konnte man nach der WM-Auslosung lesen oder auch, dass San Francisco «einen der schlechtesten Spielpläne der WM» erhalten habe. Die Nati von Murat Yakin zieht vielleicht in der Schweiz – aber nicht an der amerikanischen Westküste.
Der Spielplan hat nun womöglich Folgen. Die lokalen Organisatoren rechnen ohne den Besuch einer grossen Fussballnation nicht mit einer überschwänglichen Begeisterung, weswegen die Fanzonen in der San Francisco Bay Area deutlich reduziert werden sollen. Gemäss «The Athletic» wird das Organisationskomitee mit dem Weltverband FIFA das weitere Vorgehen absprechen.
Die Veranstalter fragen sich demnach, ob sich eine grosse Fanzone finanziell für sie rechnet. Besonders die Sicherheitskosten sind offenbar sehr hoch. Aus diesem Grund könnte statt auf vereinzelte grössere Fanzonen auf mehrere kleinere Public Viewings gesetzt werden. Noch fehlen auf der Website des lokalen OKs Informationen über Fanzonen.
Die FIFA scheint gesprächsbereit zu sein. Es sei wichtig zu erkennen, dass Fanerlebnisse bei einem Turnier dieser Grössenordnung viele Formen annehmen können, sagte ein Sprecher zu «The Athletic». Man führe dazu Gespräche mit den Austragungsorten.
Im Levi's Stadium der San Francisco 49ers finden im nächsten Sommer diese sechs WM-Partien statt:
- 13. Juni: Katar – Schweiz
- 16. Juni: Österreich – Jordanien
- 19. Juni: Paraguay – Slowakei/Kosovo/Türkei/Rumänien
- 22. Juni: Algerien – Jordanien
- 25. Juni: Paraguay – Australien
- 1. Juli: Sechzehntelfinal (Erster Gruppe D – Dritter Gruppe B/E/F/I/J)
In einem Punkt hat sich die FIFA bereits bewegt. Die Ticketpreise sind nun, wo die beteiligten Mannschaften bekannt sind, tiefer, als sie es noch vor der Auslosung waren. Trotzdem kostet das günstige Ticket für Katar – Schweiz, das WM-Startspiel der Nati, stolze 140 Dollar.
Fanzonen an grossen Turnieren waren in der Vergangenheit oft ein Ort der Zusammenkunft friedlich feiernder Fans aus verschiedenen Ländern. Attraktive Spiele in anderen Städten können so gemeinsam mitverfolgt werden.
So könnte beispielsweise ein Schweizer Anhänger vor der Weiterreise zum zweiten Gruppenspiel in Los Angeles noch einen Tag in San Francisco bleiben und sich beim Public Viewing die Partien Deutschland – Curaçao und Niederlande – Japan anschauen. (ram)
