Coach wehrt sich nach Durchfall-Eklat beim Hyrox gegen Shitstorm
Der Sieg von Joanna Wietrzyk beim Hyrox-Event in Peking am Wochenende gibt weiter zu reden. Die Weltrekord-Inhaberin in dieser Fitness-Disziplin gewann, obwohl sie während des Wettkampfs mit Durchfall zu kämpfen hatte und diesem freien Auslauf gewährte. Wietrzyk ging viral und geriet – selten war der Ausdruck passender – in einen Shitstorm.
Ihr Coach Chris Bayens hielt zunächst fest, dass das, was passiert war, aussergewöhnlich gewesen sei. Sein Tenor: Während des Wettkampfs fehle oft die Klarsicht, alles gehe schnell, hinterher sei man immer klüger.
Selber in die Kritik geraten
Dass über den Vorfall diskutiert werde, sei legitim, befand Bayens – aber nicht der Ton. Ihn beschäftigten die vielen aggressiven Kommentare gegen seine Athletin: «Der Hass, der darauf folgte, ist abscheulich.»
Zwei Tage nach dieser Aussage steht der Coach nun selber in der Kritik. Er hatte leichtherzig gepostet: «Ich hatte einige Dinge auf meiner Bingo-Karte für die Hyrox-Saison 26/27. Das stand definitiv nicht drauf.»
Ein Follower fragte Bayens daraufhin, ob er den Zeitpunkt, sich nun über den Vorfall lustig zu machen, für richtig halte. Der Hyrox-Coach antwortete, dass die Frage berechtigt sei: «Ich möchte das Geschehene nicht auf die leichte Schulter nehmen oder die Situation herunterspielen. Es ist vielmehr der Versuch, das, was – offen gesagt – privat wie beruflich ein paar absurde Tage waren, aus einer etwas unbeschwerteren Perspektive zu betrachten.»
Wietrzyk gibt sich bedeckt
Noch einmal betonte Chris Bayens, er verurteile die persönlichen Angriffe aufs Schärfste. «Aber ich sehe den ganzen Zirkus, der sich darum herum entwickelt hat, dennoch mit etwas mehr Gelassenheit.»
Die Athletin selbst hat sich weiterhin nicht ausführlich zum Vorfall geäussert. Joanna Wietrzyk hatte nach ihrem ersten Platz lediglich ein Selfie gepostet und es mit den Worten versehen: «Wie sagt man so schön: ‹Go hard or go home› … Sieg ist Sieg.» Dass sie trotz Durchfalls durchgezogen hatte, wurde kritisiert, weil sie Anlage und Geräte mit anderen Teilnehmenden teilte.
Die Hyrox-Organisation hatte als Reaktion eine Regeländerung angekündigt. Neu gilt: Die Veranstalter können Athletinnen und Athleten aus dem Wettkampf nehmen, wenn Blut, Erbrochenes, Urin oder Kot ein Gesundheits- oder Kontaminationsrisiko darstellen.
