Rangnick bringt gegen Messi den Terminator und sagt: «Setzen Sie viel Geld auf Österreich»
Argentinien startete dank einem Hattrick von Lionel Messi mit einem souveränen 3:0 gegen Algerien ins Turnier. Auch Österreich hält durch ein 3:1 gegen Jordanien bei drei Punkten, ein weiterer Zähler wäre wohl schon gleichbedeutend mit dem Vorstoss in die K.o.-Phase.
Allerdings gilt die Truppe von Coach Ralf Rangnick gegen Argentinien als deutlicher Aussenseiter. Der dreifache Weltmeister hat seine jüngsten acht Länderspiele alle gewonnen und dabei nur ein Gegentor kassiert. Trotzdem gab Rangnick allen Wettfreunden diesen Tipp: «Wer sehr, sehr viel Geld gewinnen möchte, der geht noch in die Wettbüros und setzt – keine Ahnung, wie viel er übrig hat – auf einen Sieg für Österreich.» Der Schweizer Anbieter Sporttip bietet für einen Austria-Erfolg die Quote 6,9 an; für 10 Franken Einsatz erhält man im Erfolgsfall also 69 Franken zurück.
Argentinien verfügt über zahlreiche Profis bei europäischen Topklubs – und es hat vor allem Lionel Messi in seinen Reihen. Der Superstar von Inter Miami präsentierte sich zum Turnierstart in blendender Form. «Er ist ein absolutes Phänomen», sagte Rangnick.
«Komplette Ballbesitzmannschaft»
Österreichs Spieler äusserten sich ebenfalls voller Bewunderung über den achtfachen Weltfussballer. Für Marko Arnautovic etwa ist Messi «der Grösste aller Zeiten», Xaver Schlager beschied dem Edeltechniker «gottgegebenes Talent» und Michael Gregoritsch meinte:
Gleichzeitig betonten sämtliche Akteure, dass Argentinien weit mehr als nur Messi zu bieten habe. Rangnick bezeichnete die Südamerikaner als «absolute Spitzenmannschaft» und «komplette Ballbesitzmannschaft», sein Assistenztrainer Stefan Oesen hob in diesem Zusammenhang das Mittelfeldtrio Enzo Fernandez, Rodrigo De Paul und Alexis Mac Allister hervor. «Sie können extrem gut Takt geben. Wichtig ist, dass du permanent auf Spannung bist und Druck auf den Ball ausübst.»
Alaba draussen, «neuer Terminator» kann mittun
Rangnick ist sich trotz aller Zuversicht bewusst, wo die Favoritenrolle liegt. «Wir spielen ‹against all odds›. Trotzdem halte ich es für möglich, dass wir für eine Überraschung sorgen. Das wäre schon ein Unentschieden oder natürlich auch ein Sieg.»
Sollte tatsächlich ein Vollerfolg gelingen, wäre Österreich nicht nur vorzeitig in den Sechzehntelfinals. In diesem Fall hätte man auch erstmals seit dem mythisch verklärten 3:2 gegen Deutschland an der WM 1978 in Cordoba einen amtierenden Weltmeister in einem Pflichtspiel besiegt. Rangnick wird gemäss österreichischen Medien wohl auf David Alaba verzichten, der nicht ganz fit scheint. Dafür kann Rechtsverteidiger Stefan Posch, der beim Sieg gegen Jordanien einen Kieferbruch erlitten hatte, dank einer Spezialmaske mittun.
Als sicher gilt der Startelf-Einsatz von Marcel Sabitzer. Als fünfter Österreicher wird er die Marke von 100 Länderspielen knacken. «Die Rahmenbedingungen für einen denkwürdigen Tag sind gegeben, und ich hoffe, dass wir bei so einem Jubiläum positiv vom Platz gehen», sagte der Dortmund-Spieler im ORF.
Wecker klingelte um 6 Uhr
Für die ÖFB-Spieler ging es heute früh aus den Federn. Gespielt wird in Dallas um 12 Uhr Ortszeit. Für die Österreicher wird es gefühlt 10 Uhr morgens sein, denn ihr Quartier haben sie im kalifornischen Santa Barbara aufgeschlagen. «Das letzte Mal, dass sie so früh gespielt haben, war wohl in der U15», mutmasste Rangnick. Also hiess es: Wecker früh stellen. Sehr zum Ärger von ÖFB-Rekordtorschütze Arnautovic. «Wenn ich in der Früh aufstehe, dann dürfen mich meine Frau und Kinder nicht anreden, das ist ein absolutes Tabu», sagte der 36-Jährige, der sich nicht als Morgenmensch bezeichnet.
Lionel Messi hat eine historische Bestmarke vor Augen: Trifft er zwei Tage vor seinem 39. Geburtstag auch gegen Österreich, würde er den Deutschen Miroslav Klose übertrumpfen und mit dann 17 Toren zum alleinigen WM-Rekordtorschützen aufsteigen. (ram/sda)
