Sorgen um Kylian Mbappé? Auf VAR-Ärger und brillantes Tor folgt eine leichte Verletzung
2 Tore beim 3:1-Sieg gegen Senegal. 2 Tore beim 3:0-Sieg gegen den Irak. 2 Assists beim 4:1-Sieg gegen Norwegen. 2 Tore beim 3:0-Sieg im Sechzehntelfinal gegen Schweden. 1 Tor beim 1:0-Sieg im Achtelfinal gegen Paraguay. Und jetzt 1 Tor und 1 Assist beim 2:0-Sieg im Viertelfinal gegen Marokko.
Kylian Mbappé spielt einmal mehr eine überragende Weltmeisterschaft. Dreimal wurde der französische Superstar bereits als bester Spieler des Spiels ausgezeichnet. Während auch Ousmane Dembélé und Michael Olise überragende Leistungen zeigen, ist Mbappé erneut das grosse Zugpferd der Franzosen. Dies stellte er auch beim Erfolg im Viertelfinal unter Beweis. Dabei lief es gegen Marokko zunächst nicht nach Wunsch für ihn.
Lange Wartezeit vor dem Penalty
In der 25. Minute wurde Mbappé im Strafraum von Noussair Mazraoui gefällt. Der Gefoulte legte sich den Ball dann selbst zurecht, musste aber lange warten, bis er antreten durfte. Erst gab es einen VAR-Check wegen eines potenziellen Fouls bei der Balleroberung, dann forderte ihn Schiedsrichter Facundo Tello auf, den Ball korrekt auf den Punkt zu legen. Über drei Minuten vergingen zwischen dem Foul und dem Penalty. Und dann scheiterte Mbappé mit einem schwach geschossenen Versuch an Marokko-Goalie Bono.
Im Anschluss ärgerte sich Mbappé wohl vor allem über die lange Wartezeit. Als der argentinische Unparteiische kurz darauf zur Trinkpause bat, beschwerte sich der Franzose bei Tello und gestikulierte wild. Dieser bedeutete, dass der VAR den Penalty nochmals überprüft habe. Für den Schützen ist das lange Warten aber alles andere als optimal. Zumal es in diesem Fall nicht ganz klar wurde, weshalb der Check so lange dauerte. Schliesslich schienen die Entscheide des Schiedsrichters auf dem Platz sowohl beim Zweikampf zwischen Désiré Doué und Achraf Hakimi im Vorfeld als auch beim Foul im Strafraum eindeutig korrekt zu sein.
Brillante 6 Minuten – und eine Verletzung
Doch Mbappé liess sich davon höchstens kurz aus dem Konzept bringen. In der 60. Minute kam der Stürmer am Strafraumrand an den Ball, legte sich diesen zurecht und schlenzte ihn dann um den Verteidiger herum ins lange Eck. Dieses Mal war Bono chancenlos – und der marokkanische Abwehrriegel damit geknackt. Es war ein sensationelles Tor, das Mbappé so schon des Öfteren geschossen hat. Wenig später liess er sich dann noch den Assist beim 2:0 durch Ousmane Dembélé gutschreiben, wobei er den Ball nach einem schönen Zuspiel von Michael Olise nur abtropfen lassen musste.
Nach den erfolgreichen sechs Minuten kam es dann aber zu einer erneuten Schrecksekunde. So liess sich Mbappé nach einem Zweikampf mit Marokkos Issa Diop mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden sinken und nach einer kurzen Behandlung auswechseln. Auf der Ersatzbank war er dann mit einem Eisbeutel auf dem Fuss zu sehen. Eine Verletzung des Real-Madrid-Stars wäre ein grosser Grund zur Sorge für die Franzosen – trotz des auch sonst vor Qualität nur so strotzenden Kaders.
Mbappé gab nach dem Spiel aber Entwarnung: «Es ist nur eine kleine Verletzung am Knöchel, aber ich bin völlig in Ordnung.» Jean-Philippe Mateta, der in der 77. Minute für ihn eingewechselt wurde, sei lediglich besser in der Lage gewesen, die verbleibenden Minuten zu spielen. «Er war in dem Moment fitter, das ist alles, was passiert war», so Mbappé.
Als der Halbfinal-Einzug perfekt war, sprang Mbappé auf dem Rasen in Foxborough, wo ansonsten die New England Patriots ihre NFL-Spiele austragen, bereits wieder auf und ab und jubelte mit dem Publikum. Es gibt also kaum Zweifel daran, dass er im Halbfinal vom nächsten Dienstag (21 Uhr, Schweizer Zeit) im Einsatz stehen wird. Für Mbappé spielt es keine Rolle, ob auf der anderen Seite dann Spanien oder Belgien stehen wird: «Wir sind bereit für jeden Gegner!»
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