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England-Trainer Thomas Tuchel schnauzt Reporter an – und kritisiert Team

England head coach Thomas Tuchel argues with the linesman during a World Cup quarterfinal soccer match against Norway in Miami Gardens, Fla., Saturday, July 11, 2026. (AP Photo/Julio Cortez)
Thomas Tu ...
Nicht nur der Linienrichter bekam von Thomas Tuchel einiges zu hören.Bild: keystone

England-Coach Tuchel schnauzt Reporter an – Bellingham schiesst nach Kritik zurück

12.07.2026, 02:3912.07.2026, 03:29

Eigentlich müsste Thomas Tuchel gerade auf Wolke sieben schweben. Schliesslich steht sein Team im WM-Halbfinal. Gemeinsam mit den Fans sangen die Engländer nach dem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Norwegen in Miami erneut den Oasis-Hit «Wonderwall» und sorgten damit für einen Gänsehautmoment.

Doch ihr Trainer war alles andere als zufrieden. «Wir haben uns das Leben sehr schwer gemacht», legte Tuchel los, «das Resultat ist fantastisch, aber ich bin gar nicht glücklich mit unserem Auftritt.» Sein Team habe «in jeglicher Hinsicht» nicht gut gespielt. «Wir haben schlampig gespielt, nicht schnell genug und zu viele Fehler gemacht», so Tuchel.

Als der Reporter nachfragte, ob es eine Mentalitätsfrage gewesen sei, schnauzte der 52-jährige Deutsche ihn richtiggehend an. «Mentalität? Das hier war reine Mentalität! Wie können Sie von Mentalität sprechen?» Schliesslich habe sich England nach Rückstand zurückgekämpft und in der Verlängerung dann den Sieg geholt. Stattdessen habe England die Qualität im Spiel vermissen lassen. «Wir hatten heute Glück», befand Tuchel.

Fox-Experte Thierry Henry zeigte Verständnis für die Reaktion von Tuchel. «Ich habe die Fragen auch nicht verstanden», erklärte die französische Fussballlegende und fügte an: «Weshalb fragt er nach der Mentalität? Tuchel war wohl unglücklich mit einigen seiner Spieler, aber mit der Mentalität hatte das nichts zu tun.»

Jude Bellingham gefielen die Aussagen Tuchels aber überhaupt nicht. Auf die Kritik an der Leistung angesprochen, sagte er kopfschüttelnd: «Wie auch immer!» Ob die Kritik die hohen Standards des Trainers zeigen würde, wurde der Real-Madrid-Star dann gefragt. «Vielleicht», so Bellingham, «vielleicht weiss er aber auch einfach nicht, wie hart es ist, in diesen Bedingungen gegen Haaland, Ödegaard, Nusa oder Sörloth zu spielen.» In Miami herrschte grosse Hitze und Luftfeuchtigkeit.

Bisher hätte eine sehr positive Atmosphäre im Team geherrscht, diese solle man weiterhin beibehalten. «Ich kann meine Mitspieler gar nicht genug loben. Wir können nicht immer durch Tausend Pässe gewinnen, manchmal muss man auch dreckig gewinnen», so der 23-Jährige.

Alles hat dann aber auch der Trainer der Three Lions nicht schlecht gesehen. So lobte er die Einwechselspieler Morgan Rogers («Fantastisch!»), Reece James («Exzellent!») sowie Eberechi Eze und Djed Spence, die immer besser geworden seien, je länger sie auf dem Feld gestanden hatten. Und vom Doppeltorschützen Bellingham schwärmte er: «Da muss man nicht mehr viel sagen. Er macht es in jedem Spiel – Weltklasse!»

Mit Blick auf den Halbfinal vom Mittwoch (21 Uhr Schweizer Zeit), in dem England in Atlanta entweder auf die Schweiz oder auf Argentinien trifft, zeigte sich Tuchel optimistisch: «Wir müssen besser werden und wir werden besser werden.»

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quelle: keystone / mark j. terrill
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