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WM 2026: Ungewohnte Anspielzeit – das Nati-Programm vor dem Katar-Spiel

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Murat Yakin und sein Team mussten die Matchvorbereitung für die WM ein wenig umstellen.Bild: keystone

Polizei und Pancakes: So bereitet sich die Schweizer Nati auf den WM-Auftakt vor

Fussball am Mittag statt am späten Abend: Das Turnier in Nordamerika erfordert von den Akteuren viel Anpassungsfähigkeit. Der Countdown bis zum Anpfiff ins WM-Abenteuer der Schweizer Nati.
12.06.2026, 18:2212.06.2026, 18:22
Sebastian Wendel, San Diego / ch media

Ausschlafen, vielleicht ein Marktbesuch, gefolgt vom Ausflug an den See, dann später Grillieren mit Freunden, ehe es um 21 Uhr losgeht: In der Schweiz gebliebene Nati-Fans haben am Samstag genug Zeit, sich aufs erste WM-Spiel gegen Katar einzustimmen. Und können danach auch zu einer humanen Zeit ins Bett. Ein Glücksfall im Vergleich mit den Anhängern anderer europäischer Teams, die für die Spiele ihrer Lieblinge mitten in der Nacht aufstehen müssen.

Sich anpassen und viel schneller in die Gänge kommen als die Fans müssen für einmal die Spieler. Statt wie gewohnt am Abend beginnen hier vor Ort alle Schweizer Gruppenspiele schon am Mittag um 12 Uhr. Eine nicht zu  unterschätzende Umstellung, etwa was die Ernährung angeht.

Aus Sicht der Nati-Fans in der Schweiz beginnen die WM-Spiele zu bester Zeit: Von den Spielern hingegen erfordert die Anspielzeit eine Umstellung.
Aus Sicht der Nati-Fans in der Schweiz beginnen die WM-Spiele zu bester Zeit: Von den Spielern hingegen erfordert die Anspielzeit eine Umstellung.Bild: Daniel Vizentini

Stress zwischen Training und Abflug

Der Countdown zum WM-Auftakt beginnt mit dem Abschlusstraining am Freitagvormittag. Dieses findet noch im Basecamp in San Diego statt. Auch das entspricht nicht den bekannten Abläufen, wonach sich Spieler und Staff im Abschlusstraining jeweils mit dem Stadion vertraut machen, in dem am nächsten Tag gekickt wird. Grund ist das Trainingsverbot der FIFA in den WM-Stadien. Zu fragil der Zustand der neu verlegten Rasenplätze. Auf das Angebot, auf einem anderen Platz am Spielort zu trainieren, verzichten die Schweizer wie die meisten WM-Teilnehmer.

Switzerland's Breel Embolo in action during a training session of the Swiss national soccer team at the SDJA in San Diego, California, USA, Wednesday, June 10, 2026, ahead of the 2026 FIFA World  ...
Training im WM-Basecamp in San Diego: Die Nati hat hier beste Bedingungen und verzichtet deshalb auf Abschlusstrainings an den Spielorten.Bild: keystone

Was jedoch bedeutet: Nach dem Abschlusstraining müssen sich Spieler und Staff beim Packen für die Reise nach San Francisco sputen, Take-off vom Flughafen San Diego war schon um 15 Uhr. Die FIFA schreibt vor, dass die Teams spätestens am Vorabend am Spielort ankommen müssen – wegen der «pre-match-press-conference», die im Stadion stattfinden muss.

Für diese werden nach der Landung in San Francisco Cheftrainer Murat Yakin, ein Spieler und Medienchef Adrian Arnold ins Levi's Stadium gefahren. Der Rest der über 60 Personen umfassenden Nati-Delegation begibt sich ins ins Hotel. Später steigt im Stadion noch das «Matchday-Meeting» mit Vertretern der FIFA und beider Teams, in dem zum Beispiel auf die Minute genau die Dauer des Aufwärmens bestimmt wird, damit genügend Zeit bleibt für die Rasenbefeuchtung.

This aerial photo shows Levi's Stadium, a 2026 FIFA World Cup soccer venue, in Santa Clara, Calif., Tuesday, Jan. 27, 2026. (AP Photo/Godofredo A. Vásquez)
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Das Levi's Stadium in San Francisco: Hier startet die Schweiz am Samstag gegen Katar ins WM-Abenteuer.Bild: keystone

Das Abendessen im Nati-Hotel, zubereitet von einem der zwei Teamköche, wird um 19.30 Uhr serviert. Auf dem Speiseplan stehen Kohlenhydrate und Proteine in mehreren Varianten, um die Speicher für für das Duell gegen Katar ein erstes Mal zu füllen. Es ist wichtig, dass Xhaka und Co. hier richtig zuschlagen. Denn am Spieltag vor dem Anpfiff können sie nur einmal essen. Statt wie sonst vor Abendspielen drei Mal. Nach dem Znacht ist die Zeit zur freien Verfügung, um Mitternacht müssen die Spieler in ihren Einzelzimmern sein.

Nati-Spieler sind froh: Pancakes statt Pasta, Crèpes statt Reis

13. Juni, Spieltag. Wann der Wecker klingelt, ist jedem selber überlassen. Der erste Pflichttermin ist um 8.30 Uhr: Frühstück. Diese Bezeichnung verdient die erste und einzige Mahlzeit vor dem Kick-Off tatsächlich, denn auf dem Buffet stehen längst nicht nur die üblichen Kohlenhydrate-Lieferanten Pasta, Reis und Kartoffeln. «Ich habe es versucht und musste mich zwingen», blickt Verteidiger Silvan Widmer auf den Test letzte Woche gegen Australien (1:1) zurück, bei dem sich die Spieler mit dem Zeitplan vor einem Mittagsspiel vertraut machen konnten.

«Zum Glück», so Widmer weiter, «gibt es noch andere Dinge, die am Morgen besser runtergehen.» Pancakes, Crèpes, Konfibrote etwa, alle sportlergerecht zubereitet, liefern genauso die nötige Energie in Form von Kohlenhydranten. Auf einem dritten Tisch liegen mit Avocado und Truthahn belegte Sandwiches.

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Pancakes statt Pasta: Willkommene Alternative auf dem Zmorgebuffet der Schweizer Nati.Bild: shutterstock

Zeit für ausgiebiges Brunchen jedoch bleibt keine. Abfahrt zum Stadion ist um 10 Uhr, davor bittet Yakin noch zu einer Teamsitzung. Spätestens 90 Minuten vor Spielbeginn muss die Nati im Stadion sein – auch das gemäss FIFA-Vorschrift. Machbar ist das auf den rund um die Uhr verstopften US-Strassen nur dank einer Polizeieskorte.

Döner und Pizza für Xhaka und Akanji

Im Stadion dann endlich vertraute Abläufe für die Spieler: Umziehen, Massage, Aufwärmen laufen wie immer ab. Einzig beim Snacktisch in der Kabine mit Bananen, Gels und Wachmachern in Form von Kaffee- oder Red-Bull-Shots dürfte mehr zugegriffen werden als vor Abendspielen, um die Energiespeicher so voll wie möglich zu bekommen. Schliesslich verlangt nicht nur der Gegner, sondern auch die Mittagshitze den Spielern alles ab.

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Nicht nur die spezielle WM-Anspielzeit, auch die Hitze verlangt den Nati-Stars um Granit Xhaka alles ab.Bild: keystone

Auch nach Spielschluss steht das Essen im Zentrum. Für einmal ohne Vorgaben: Pizza, Döner, Burger, Tacos – auf was die Spieler Lust haben, wird in die Kabine bestellt. Auch Süssgetränke haben dann Hochkonjunktur und sind erlaubt. Wegen der frühen Anspielzeit reist die Nati nach den Gruppenspielen noch am selben Tag zurück ins Basecamp: Abfahrt im Stadion ist um 15.30 Uhr, 75 Minuten später startet das Flugzeug Richtung San Diego, wo die Mannschaft um 19 Uhr zurück im Hotel ist. Für die Rückreise erhält jeder Spieler ein Lunchsäckli mit Sandwich, Riegeln und Früchten. Wird die Stimmung dann wirklich so gut wie auf einem Schuelreisli, hat die Nati der ungewohnten Anspielzeit getrotzt und den ersten Sieg auf dem Weg in die K.o.-Runde eingefahren. (aargauerzeitung.ch)

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quelle: www.imago-images.de / imago images
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