Trinkpausen sorgen an WM schon für Ärger – weil US-Sender während Spiel Werbung schaltet
Unabhängig von Wetter und Temperatur wird das Spiel an der soeben gestarteten Weltmeisterschaft in jeder Halbzeit jeweils einmal für eine dreiminütige Trinkpause unterbrochen. Dies solle der Gesundheit und dem Wohlergehen der Spieler dienen, hiess es vonseiten der FIFA. Gleichzeitig erlaubte der Weltfussballverband den Übertragungsanstalten aber auch, Werbung zu schalten – was zu höheren Einnahmen für die Fernsehsender und somit auch die FIFA führt.
Schon beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) sorgte die neue Regelung mit Werbepausen nämlich für Probleme. So verstiess ausgerechnet der Sender Fox aus dem Co-Gastgeberland USA gegen die Vorgaben. Wie The Athletic mit Verweis auf mehrere Quellen unter anderem bei der FIFA berichtet, dürfen die Werbepausen frühestens 20 Sekunden nach dem Pfiff des Schiedsrichters zur Trinkpause beginnen und müssen frühestens 30 Sekunden vor Wiederbeginn aufhören.
Da Fox Livesendungen, wie in den USA seit Janet Jacksons «Nipplegate» in der Super-Bowl-Halftime-Show 2004 gewöhnlich, mit einer Verzögerung von über einer halben Minute ausstrahlt, sollte es eigentlich kein Problem sein, rechtzeitig zurück ins Stadion zu schalten. Doch dies ist in beiden Halbzeiten nicht geschehen. Beim zweiten Mal endete die Werbepause gar erst, als das Spiel bereits wieder einige Sekunden gelaufen war – obwohl Schiedsrichter Wilton Sampaio den Wiederanpfiff um rund 40 Sekunden verzögerte, nachdem die Spieler schon bereit gewesen wären. Der Ärger bei den Fans ist selbstredend gross.
Zumal es beim zweiten TV-Sender in den USA, der die Rechte an den WM-Übertragungen hat, keine Werbeunterbrechungen gab. Der spanischsprachige Telemundo wolle dies auch im weiteren Verlauf des Turniers so beibehalten. Schweizer Fussballfans mussten beim SRF nur in einer der Trinkpausen Werbung sehen, und das nur für etwa eine Minute statt der erlaubten 130 Sekunden. Gegen eine Regel verstiess das Schweizer Fernsehen also nicht – anders als Fox.
Gemäss «The Athletic» haben bisher weder der US-Sender noch die FIFA Stellung zu dieser Thematik bezogen. Die frühere US-Nationalspielerin Carli Lloyd, die nun als Expertin bei Fox arbeitet, schrieb aber auf X: «Ich hasse es.» (nih)
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