Sport
Fussball

WM 2026: Schweizer Nati holt den Gruppensieg – aber eine Sorge bleibt

Team Switzerland celebrates after the World Cup Group B soccer match between Switzerland and Canada at the BC Place stadium in Vancouver, Canada, Wednesday, June 24, 2026, during the 2026 FIFA World C ...
Trotz Zitterns in der Schlussphase hat sich die Schweizer Nati den Gruppensieg gesichert.Bild: keystone

Der Gruppensieg ist Tatsache – aber eine Sorge bleibt in Form von alten Geistern

Die Schweizer Nati schlägt Kanada und sichert sich den Gruppensieg. Doch in der Schlussphase werden jeweils böse Erinnerungen wach.
24.06.2026, 23:5330.06.2026, 08:06

Lange war die Nati auf souveränem Weg zum Sieg in der Gruppe B. Ruben Vargas und Johan Manzambi brachten die Schweizer früh in der zweiten Halbzeit in Führung und in der Folge verwalteten sie den Vorsprung souverän. Doch nach der Trinkpause folgt der Knick im Spiel. Promise David verkürzt für Kanada auf 1:2 und mit dem wieder euphorisierten Heimpublikum im Rücken bringen die Ahornblätter die Nati gewaltig ins Wanken.

Mehrere Male rettet Goalie Gregor Kobel als letzter Mann und bewahrt die Schweiz so vor dem Ausgleich. Am Ende bringen Granit Xhaka und Co. den Sieg im Spiel und jenen in der Gruppe zwar über die Zeit. Doch es sind ein wenig alte Geister, die rund um die Nati an diesem Turnier wieder herumspuken.

Rückblick auf die Qualifikation zur Europameisterschaft 2024. Die Nati startet mit souveränen Siegen gegen Belarus (5:0) und Israel (3:0) in die Kampagne. Doch dann folgt ein Knick. Auswärts gegen Andorra gibt es nur einen 2:1-Sieg und danach folgt ein bedenkliches Tief mit vielen Unentschieden und am Ende einer Niederlage gegen Rumänien. Die Nati landet nur auf Rang 2 in der Gruppe und bei der Auslosung in Topf 4.

Switzerland's Granit Xhaka reacts during the UEFA Euro 2024 qualifying group I soccer match between Romania and Switzerland at the National Arena stadium in Bucharest, Romania, Tuesday, November  ...
In der Qualifikation für die EM passte bei der Nati wenig zusammen.Bild: keystone

Auffallend in dieser Phase: Murat Yakins Mannschaft gibt gleich vier Mal in zehn Spielen eine Führung in der Schlussphase wieder aus der Hand. Etwas mehr als zwei Jahre später vergibt die Nati gegen Katar einen 1:0-Vorsprung in der Nachspielzeit. Und nun die wenig überzeugende Schlussphase gegen Kanada. Sind die Geister von damals wieder zurück?

Gregor Kobel winkt ab. Das seien einfach die normalen Phasen des Spiels, die man durchmache, sagt der Schweizer Torhüter. Er erklärt: «Kanada hatte nichts mehr zu verlieren. Dass sie vor Heimpublikum dann alles raushauen, ist normal.» Trainer Yakin sieht hingegen durchaus noch etwas Verbesserungspotenzial: «Wir konnten uns teilweise gut lösen, hatten dann aber unnötige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung.» Dabei äussert er auch leise Kritik an seinen Einwechselspielern.

Das Anschlusstor der Kanadier fällt, kurz nachdem Silvan Widmer (für Luca Jaquez) und Michel Aebischer (für Djibril Sow) eingewechselt worden sind. Beide sind am Gegentor allerdings nicht direkt beteiligt. Trotzdem wirkt die Verteidigung danach nicht mehr gleich stabil wie zuvor. Noch extremer wurde es, als Christian Fassnacht (für Johan Manzambi) und Cedric Itten (für Breel Embolo) ins Spiel kamen. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern gelang es diesem Duo kaum mehr, die Bälle in der Offensive zu halten. In dieser Phase wären jeweils auch die Führungsqualitäten von Captain Granit Xhaka gefordert, doch der leistete sich selbst auch den einen oder anderen Ballverlust.

Murat Yakins Poker mit Manzambi und Vargas (und etwas überraschend auch Djibril Sow) in der Startelf ging bis zum 2:0 voll auf. Es war aber auch offensichtlich, dass dann nicht mehr die gleiche Qualität von der Bank gebracht werden konnte. Immerhin haben der Trainer und sein Staff nun einige Tage Zeit, um sich die Taktik für den Sechzehntelfinal vom 3. Juli – gegen einen noch unbekannten Gegner – auszudenken.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 145
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Spanien um Captain Rodri ist am Ende der grössten WM der Geschichte der verdiente Sieger.

quelle: keystone / ashley landis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Der kongolesische Superfan «Lumumba Vea» verfolgt Fussballspiele als Statue
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
28 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
M.Ensch
25.06.2026 04:49registriert März 2020
Der Gruppensieg ist erreicht. Das darf gefeiert werden. Die Schwächen gegen Spielende sind bekannt. Das wird analysiert. Die Gegner werden nur noch stärker. Irgendwann reichts dann so nicht mehr. Wie immer. Aber wie immer ist die Schweiz immerhin dabei. Das ist auch eine Leistung für das kleine Land auf der Weltkarte.
551
Melden
Zum Kommentar
avatar
Volcom
25.06.2026 00:19registriert Oktober 2024
Gratulation zum Gruppensieg.
Typisch Schweiz! Mein 80Jähriger Patient hat auf der ersten Runde auf der Nachtwache gefragt ob die Schweizer gewonnen haben..hab gesagt ja aber die letzten paar Minuten wars nah am Untentschieden und mussten bisschen Zittern..Sein Kommentar: "so wie immer" 😉🤣
411
Melden
Zum Kommentar
avatar
d10
25.06.2026 01:59registriert März 2018
Schade, dass Okafor keine Chance erhalten hat!
351
Melden
Zum Kommentar
28
Reusser stürzt in der Schlussetappe – Vollering holt souverän den Gesamtsieg
Der Gesamtsieg war sowieso weit weg. Marlen Reusser hatte, nachdem sie an der Tour de France phasenweise das Maillot Jaune tragen durfte, mit über einer Minute Rückstand in die Schlussetappe mit einem Rundkurs um Nizza gestartet. Die Bernerin hatte nach ihrer suboptimalen Vorbereitung den harten Bergetappen Tribut gezollt und die Gesamtführung verloren.
Zur Story