Deutschland weiss erst anderthalb Tage vor dem Sechzehntelfinal, wer der Gegner sein wird
Deutschland hat sich durch die Erfolge gegen Curaçao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) bereits vorzeitig als Gruppensieger für den Sechzehntelfinal der Weltmeisterschaft qualifiziert. Das steht bereits vor der abschliessenden Vorrundenpartie am Donnerstag (22 Uhr, Schweizer Zeit) fest. Das nächste Spiel findet am Montagabend (22.30 Uhr) in Boston statt. Doch der Gegner zum Start in die K.-o.-Runde bleibt bis zum Abschluss der Vorrunde unklar. Erst am Sonntag gegen 6 Uhr morgens wird feststehen, auf wen die deutsche Elf treffen wird.
Klar ist lediglich, dass Deutschland auf einen der Tabellendritten aus den Gruppen A, B, C, D oder F treffen wird. In diesen Gruppen kommen mehrere Teams als mögliche Gegner infrage: Aus Gruppe A könnten Südafrika, Südkorea oder Tschechien auf das DFB-Team treffen, aus Gruppe B Kanada, die Schweiz, Bosnien oder Katar. In Gruppe C sind Brasilien, Marokko oder Schottland potenzielle Kandidaten, während in Gruppe D Australien oder Paraguay infrage kommen. Gruppe F bietet mit Holland, Japan oder Schweden weitere Optionen.
Dann fällt die Entscheidung über Deutschlands nächsten Gegner
Die Entscheidung, welche Mannschaften in ihren Gruppen den dritten Platz belegen, fällt am Freitagmorgen mit den letzten Spielen in Gruppe D. Dennoch bleibt die endgültige Zuteilung der Sechzehntelfinalduelle auch danach noch offen. Denn die FIFA wird die besten acht Drittplatzierten aller zwölf WM-Gruppen in einer eigenen Rangliste ermitteln. Für die Wertung zählen zunächst die erreichten Punkte und die Tordifferenz, bei Gleichstand die Anzahl der erzielten Tore. Sollte auch hier keine Entscheidung fallen, werden die Fairplay-Wertung und gegebenenfalls die Weltranglistenposition herangezogen.
Nur die acht besten Drittplatzierten erreichen den Sechzehntelfinal, während die übrigen vier Teams ausscheiden. Bis zum letzten Vorrundenspiel kann es in dieser Wertung noch zu Verschiebungen kommen: Ein spätes Tor in einer Partie am Sonntag kann dazu führen, dass ein Team in die Top-8 aufrückt und ein anderes verdrängt wird. Für das deutsche Nationalteam bedeutet das, dass sich der Gegner kurzfristig ändern kann – je nachdem, wie die letzten Gruppenspiele verlaufen.
Diese werden am Samstagabend (Ortszeit) angepfiffen, im deutschen Camp in North Carolina enden die Partien gegen Mitternacht. Erst mit dem Schlusspfiff steht dann endgültig fest, gegen wen Deutschland antritt.
Immerhin weiss das deutsche Team als feststehender Gruppensieger bereits, dass der Sechzehntelfinal am Montagabend in Boston ausgetragen wird. Für die Gruppendritten, die als mögliche Gegner infrage kommen, ist dagegen auch das bislang völlig unklar. Die kurzfristigen Entscheidungen werden also auch organisatorische Herausforderungen bei der Reiseplanung und der Buchung von Unterkünften für die davon betroffenen Nationalteams mit sich bringen. Zumindest in dieser Hinsicht kann sich die deutsche Nationalelf dagegen zurücklehnen.
Die Schweiz hat dieses Problem unabhängig vom Ergebnis gegen Kanada im letzten Gruppenspiel am heutigen Mittwochabend nicht. Wird die Nati dank eines Siegs noch Erste, trifft sie zwar ebenfalls auf einen Gruppendritten, doch erst fünf Tage nach den letzten Gruppenspielen. Als Zweite würde sie auf den Zweiten der Gruppe A treffen, der einige Stunden nach dem Schlusspfiff der Schweizer Partie gegen Kanada feststeht. (riz/tonline)

